Forschungsschwerpunkt EPoS för­dert „Open Science"

Seit rund einem Jahr ist die Universität Innsbruck Mitglied des „Austrian Social Sciences Data Archive“ (AUSSDA). Um das Engagement von Forschenden im Bereich „Open Science“ zu fördern und die Bekanntheit der AUSSDA Services zu steigern, wurde seitens des Forschungsschwerpunkts "Economy, Politics, and Society" (EPoS) ein virtuelles Vortrags- und Diskussionsformat organisiert.
Lars Kaczmirek

Foto: Lars Kaczmirek AUSSDA Leitung © AUSSDA/derknopfdruecker.com

 

Gemeinsam mit den Repräsentanten der Universität Innsbruck im AUSSDA Leitungsgremium, Franz Eder und Felix Holzmeister, nahmen mehr als 40 Forschende aus diversen Fakultäten an der Veranstaltung am 18. Januar teil, die sich durch zwei hervorragende Vorträge auszeichnete.

Im ersten Teil des Online-Workshops hielt Brian Nosek – Professor für Psychologie an der University of Virginia sowie Mitgründer und Geschäftsführer des „Center of Open Science“ – einen Vortrag zu „Culture Change Toward More Open, Rigorous, and Reproducible Research“. Als Protagonist der Open-Science-Bewegung gelang es Brian Nosek spielend, überzeugende Argument vorzubringen, dass das Vorantreiben von Transparenz, Sorgfalt und Reproduzierbarkeit in der Forschung weniger eine technische als vielmehr eine soziale Herausforderung darstellt. „Incentives for individual success are focused on getting it published, not getting it right“, sagt Nosek. Um der dysfunktionalen Forschungskultur, die Publikation über Akkuratesse und Verschwiegenheit über Transparenz priorisiert, entgegenzuwirken benötigt es eine koordinierte Veränderung von Regelwerken, Anreizen, sowie Normen über alle Stakeholder im Wissenschaftsapparat hinweg. Einige Disziplinen machen bereits bedeutsame Fortschritte im Etablieren einer Open Science Kultur und demonstrieren damit, dass es sehr wohl möglich ist, das bestehende System zu ändern, um die Vertrauenswürdigkeit von Forschung zu steigern.

Im zweiten Teil der Veranstaltung gab der Leiter von AUSSDA, Lars Kaczmirek, eine lehrreiche Einführung in AUSSDAs umfangreiches Angebot von forschungsunterstützenden Services. Insbesondere zeigte er die Herausforderungen, die mit der Ausübung von Open Science einhergehen, aus Sicht von Forschenden, Lehrenden und Organisationen auf, und lieferte überzeugende Argumente, dass das öffentliche Verfügbarmachen von Forschungsdaten eine effiziente Art der Ressourcennutzen darstellt. Den FAIR-Prinzipien folgend, d.h. Forschungsdaten so zu organisieren und zu archivieren, dass diese auffindbar (findable), zugänglich (accessible), interoperabel (interoperable), und wieder verwendbar (reusable) sind, bietet AUSSDA österreichischen Forschenden eine Vielzahl nützlicher Services und unterstützt sie damit aktiv darin and der Veränderung hin zu einer Open Data Kultur mitzuwirken.

AUSSDA stellt eine Dateninfrastruktur für die sozialwissenschaftliche Community bereit und bietet eine Vielzahl von forschungsunterstützenden Services an, darunter Datenarchivierung, Datenmanagement, Datenverwendung, Lizenzierung und Datenschutz. AUSSDA macht sozialwissenschaftliche Daten zugänglich und nutzbar – für Wissenschaft und Gesellschaft.

„Wir sind davon überzeugt, dass die beiden erstklassigen Vorträge und die resultierenden Diskussionen dazu beitragen konnten, das Bewusstsein für die Probleme, die mit einer dysfunktionalen Forschungskultur einhergehen, zu erhöhen und hoffen, dass die Veranstaltung Forschende an der Universität Innsbruck anspornt, sich aktiv in die Open Science Bewegung einzubringen“, lautet das Fazit von Felix Holzmeister, der die Veranstaltung mit organisiert hat.

(Felix Holzmeister)

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