Exakte Vermessung aus der Luft

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Die Idee, Gewässer mittels Laser aus der Luft zu durchleuchten, kam Frank Steinbacher, Geschäftsführer von „Airborne Hydro Mapping“ (AHM), vor knapp zehn Jahren. In seiner Doktorarbeit an der TU München beschäftigte er sich damit, reale Flüsse und Seen am Computer virtuell nachzuzeichnen und zu simulieren, wie sich diese in bestimmten Extremsituationen, etwa bei Hochwasserereignissen, verhalten. Damit ein solches Rechen-Modell verlässliche Ergebnisse liefert, muss es mit einer möglichst großen Menge an Messdaten zu Unterwasserstrukturen gefüttert werden. Diese auf herkömmliche Weise mit Messlanzen oder Echolot zu erheben, ist langwierig, aufwendig, teuer und in manchen Regionen aus Naturschutzgründen sogar verboten, weiß Steinbacher. Nachdem er seinem Doktorvater Markus Aufleger an den Arbeitsbereich für Wasserbau der Universität Innsbruck gefolgt war, widmete sich der passionierte Pilot ab 2008 gemeinsam mit „Riegl Laser Measurement Systems“ der von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mitinanzierten Entwicklung einer flugzeuggestützten optischen Gewässervermessung. 

Spin-off mit Tochterfirma

2010 gründeten Steinbacher und Aufleger schließlich die Firma AHM als Spin-off der Universität Innsbruck. Sowohl finanziell als auch in der Ausarbeitung eines Businessplans wurden die Gründer vom CAST unterstützt. Ein eigenes Flugzeug samt Plattform am Flughafen Innsbruck folgte 2011. Mittlerweile war und ist AHM u.a. in Skandinavien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und der Schweiz tätig. Die Projekte hinter den Vermessungsaufträgen sind nicht minder vielfältig: Sie reichen vom Hochwasserschutz über die Erstellung von Seekarten bis hin zum Bau von Windparks in Küstennähe. 2014 erreichte der Spin-off beim GEWINN-Jungunternehmer-Wettbewerb den 1. Rang und wurde als "Jungunternehmer des Jahres" ausgezeichnet. 2015 wurde dann die Tochterfirma „AHM Software“ ins Leben gerufen. Ursprünglich zur Verarbeitung der Gewässermessdaten gedacht, kommen die Softwarelösungen heute in verschiedensten Bereichen der Aufbereitung und Visualisierung von Geomassendaten zum Einsatz. „Aktuell sind wir an Landvermessungsprojekten in Bayern beteiligt. Unsere Aufgabe besteht darin, bereits erhobene Messdaten für kommunale Entscheidungsträger verständlich darzustellen“, erklärt Steinbacher.

 

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Preisverleihung "Jungunternehmer des Jahres 2014";
v.l.: BM Andrä Rupprechter, Frank Steinbacher, Markus Aufleger; 2. Reihe Mitte: Marcel Ritter

cast, zukunft forschung Juni 2016, Universität Innsbruck

 

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