100 Jahre B-VG. Verfassung und Verfassungswandel im nationalen und internationalen Kontext

Das österreichische Bundes-Verfassungsgesetz feiert am 1. Oktober 2020 seinen 100. Geburtstag. Es ist damit eines der ältesten in Kontinuität stehenden Verfassungsdokumente Europas.

Das Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre der Universität Innsbruck hat dieses Ereignis zum Anlass für eine am 23. April 2020 angesetzte Tagung genommen, in deren Rahmen Grundsatzfragen moderner Verfassungen untersucht werden hätten sollen. Von den Veranstaltern der Tagung konnten hochkarätige Referentinnen und Referenten von anderen inländischen wie auch ausländischen Universitäten sowie vom Österreichischen Verfassungsgerichtshof gewonnen werden. Sie hätten den Begriff, Entstehungsgeschichte und Wandel von Verfassungen im nationalen und internationalen Zusammenhang ebenso wie die Positionierung des B-VG im Spektrum zwischen „starren“ und „flexiblen“ Verfassungen und die Migration von Verfassungsideen im Sinne eines Exports und Imports von legal transplants aus der und in die österreichische Verfassung behandelt. Zu untersuchen gewesen wären weiters die Rolle des österreichischen Verfassungsgerichtshofs für die Interpretation und Fortentwicklung der Verfassung sowie die Einbindung der Bundesverfassung in das europäische Mehrebenensystem mit Formen, Folgen und Grenzen des integrierten Verfassungsverbunds. Nach der pandemiebedingten Absage der Tagung verbleibt uns hinsichtlich der erwähnten Untersuchungsfelder immerhin, auf die Publikation der geplanten Vorträge als Beiträge zu dem trotz allem geplanten „Tagungsband“ zu verweisen.

Um das Jubiläumsjahr darüber hinaus nicht ohne bewusste Akzentsetzung an der Fakultät vorbeiziehen zu lassen, haben wir uns dazu entschlossen, in den folgenden Wochen und Monaten eine virtuelle Möglichkeit zu schaffen, sich mit dem Thema 100 Jahre B-VG auseinanderzusetzen. Das Angebot auf dieser Seite soll sich dynamisch entwickeln und stellt kein abgeschlossenes Werk dar. Bezugnahmen auf aktuelle wie vergangene Ereignisse sollen ebenfalls ihren Platz finden.

Wir hoffen, dass wir damit unter den gegebenen Umständen ein zumindest kleines Zeichen setzen können, das das hundertjährige Bestehen unserer Bundesverfassung auch an der Universität Innsbruck würdigt. Immerhin ist diese verlässliche Grundlage einer beeindruckenden Entwicklung Österreichs, das zu Beginn als bloßer, nicht überlebensfähiger „Rest“ der untergegangenen Monarchie angesehen wurde und das heute ein selbstbewusster und stabiler Teil eines vereinten Europas ist.

Wir wünschen beim Durchstöbern der hier zur Verfügung gestellten Inhalte viel Vergnügen!

 

Die Veranstalter

Peter Bußjäger, Anna Gamper, Arno Kahl


Blog "100 Jahre B-VG"


So war's geplant

Der Einladung der Tagung "100 Jahre B-VG. Verfassung und Verfassungswandel im nationalen und internationalen Kontext" können Sie den geplanten Ablauf der Veranstaltung entnehmen.

Virtueller Beitrag 100 Jahre B-VG

Panel  1

  

Begriff und Funktionsänderungen der Verfassung
Vorsitz: Lamiss Khakzadeh-Leiler, Universität Innsbruck


Peter Bußjäger, Universität Innsbruck:
Jenseits von Spielregel- oder Werteverfassung: Verfassungsfunktionen auf dem Prüfstand 

 

Eva Maria Belser, Universität Fribourg:
Konzept der Verfassung im globalen Konstitutionalismus 

Panel 2

Dynamik und Migration der Verfassung
Vorsitz: Sebastian Schmid, Universität Salzburg


Christoph Grabenwarter, Verfassungsgerichtshof und Wirtschaftsuniversität Wien:
Constitutional borrowing und legal transplants der Verfassung


Anna Gamper, Universität Innsbruck:

Änderung und Schranken der Verfassung 


Panel 3

Interpreten und Interpretation der Verfassung
Vorsitz: Andreas Wimmer, Universität Innsbruck


Harald Eberhard, Wirtschaftsuniversität Wien:
Die Verfassung der Richter 

Michael Potacs, Universität Wien:
Die Auslegung der Verfassung  

Panel 4

Zusammenspiel und Interdependenzen von Verfassungen im Mehrebenensystem
Vorsitz: Thomas Müller, Universität Innsbruck


Arno Kahl, Universität Innsbruck:
Interdependenzen von Verfassungen 


Michael Holoubek, Wirtschaftsuniversität Wien:

Governancestrukturen im europäischen Grundrechtsraum

 
Nach oben scrollen