Entwicklung eines integralen Gletscher- Monitoringsystems

 

Gletscher sind sehr sensible Indikatoren für Klimaänderungen. Die Wechselwirkung zwischen Gletscher und Klima wird in der glaziologischen Massenbilanz erfasst, die durch die Witterung verursachte Veränderungen des im Gletscher enthaltenen Wassers beschreibt. Die direkte Messung der Massenbilanz ist sehr aufwendig und erfordert viel Feldarbeit. Deshalb sind weltweit nur wenige langjährige Datenreihen verfügbar, die zudem auf leichter zugängliche geografische Regionen konzentriert sind.  Um weltweite Datensätze zu Gletscheränderungen zu erheben, muss man auf andere Meßmethoden, die auf  Fernerkundung basieren, zurückgreifen. Das beantragte Projekt hat zum Ziel, diese Meßmethoden miteinander zu vergleichen und darauf basierend ein Monitoringsystem zu entwerfen, das durch die Verbindung dieser Methoden die Messgenauigkeit erhöht und Informationen für die konsistente Erweiterung der bestehenden Massenbilanzreihen auf andere geografische Regionen liefert.

Die Ergänzung der bestehenden Datenreihen ist ein Schlüssel zum besseren Verständnis des globalen Klimawandels und der Erforschung der Interaktion zwischen Gletscher und Klima.

Ermöglicht wird diese Arbeit durch die weltweit einzigartigen langjährige Datenreihen, die in den letzten 50 Jahren von der Universität Innsbruck auf den Gletschern des hinteren Ötztals erhoben wurden.   Der Forschungsschwerpunkt Klima und Kryosphäre der Universität Innsbruck, in dem Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete interdisziplinär zusammenarbeiten, bietet ein hervorragendes Umfeld für diese Arbeiten. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Salzburg, Swansea  (GB) und dem Science Institut der Universität von Island durchgeführt.

 

Die Antragstellerin arbeitet nach dem Studium von Physik und Umweltsystemwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz seit 1999 am Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck. Nach der Dissertation über das Fließverhalten des Vatnajökulls (Island), die mit Methoden der Satellitenfernerkundung durchgeführt wurde, war die Antragstellerin in verschiedenen glaziologischen Projekten beschäftigt. Dabei wurden z.B. die Auswirkung der Abdeckung von neuralgischen Zonen in Gletscherschigebieten mit Vliesen oder die Eisdicken der österreichischen Gletscher erforscht. Seit 2004 führt die Antragstellerin die Massenbilanzmessungen am Hintereisferner durch.