Pilotprojekt - Frühe Deformation in Tiefwassersedimenten in tektonisch aktiven Gebieten

 

Im vorgeschlagenen Projekt sollen Kriterien erarbeitet werden, die es erlauben, frühe tektonische Deformation in Tiefwassersedimenten zu erkennen. Um diese Ziel zu erreichen, sollen Sedimente untersucht werden, die auf (1) wachsende Falten und (2) an aktiven Abschiebungen abgelagert wurden. In der Nähe aktiver Strukturen sind neben tektonischer Deformation auch Rutschstrukturen und Mobilisierung des Sediments nach der Ablagerung zu erwarten, die alle drei typische Vergesellschaftungen von Strukturen erzeugen. Das Hauptproblem bei der Identifizierung von früher tektonischer Deformation ist es, diese von den anderen beiden, nicht-tektonischen Deformationstypen zu unterscheiden. Um die Abhängigkeit zwischen dynamischer Topographie und Rutschstrukturen aufzuklären, muß die sedimentäre Architektur von Tiefwasserablagerungen untersucht werden. Wo dynamische Topographie entsteht, ist davon abhängig, welches mechanische Modell der Faltung bzw. Beckenbildung angewandt werden kann. Um diese zu definieren, müssen auch prä-tektonischen Sedimente untersucht werden. In syntektonischen Sedimenten sollen Ort und Intensität von Rutschstrukturen und Mobilisierung des Sediments nach der Ablagerung mit der im mechanischen Modell vorausgesagten Position von dynamischer Topographie verglichen werden. Die sedimentäre Architektur einiger Becken soll in 3D modelliert werden. Das 3D Modell soll sequentiell retrodeformiert werden, um den Einfluß der dynamischen Topographie auf das sedimentäre System, und damit auf die Neigung der Oberfläche des Sedimentsystems und damit vergesellschaftete Rutschprozesse darzustellen. Die Lokalisierung der beobachteten drei Typen von früher Deformation im retrodeformierten 3D-Modell wird die Abhängigkeit oder Unabhängigkeit jedes der Prozesse vom Übergeordneten tektonischen Prozess zeigen. Damit sollte eine Unterscheidung von tektonischen und anderen frühen Deformationsprozessen möglich sein. Wenn frühe tektonische Deformation klar identifiziert werden kann, ist die direkte Datierung dieser Deformation möglich, da dann das Alter des Sediments, das mit paläontologischen Methoden bestimmt werden kann, gleich dem Alter der Deformation ist.

Leitung: Ortner, Hugo

MitarbeiterInnen: Rittner, Martin

Finanziert durch: Chevron Energy Technology Company

Laufzeit: 2005 - 2006

Kooperationspartner: B. Trudgill, D. Paton, R. Amerman (Colorado School of Mines) and D. Medwedeff, M. Sullivan, (Chevron Texaco). CVX-CSM CoRE (ChevronTexaco - Colorado School of Mines Center of Research Excellence in Earth Science)