Die Österreichischen Alpen im letzten Glazialzyklus

Während des Quartärs, der jüngsten Periode der Erdgeschichte, wurden in den Tälern und Becken  der Alpen und des Alpenvorlandes große Mengen an Sedimenten abgelagert. Diese Kiese, Sande, Schluffe und Tone stellen nicht nur wertvolle Rohstoffe dar und beherbergen bedeutende Grundwasser-Vorkommen; sie sind auch ein Archiv der gewaltigen Klima-Änderungen, die im Rhythmus von Kalt- und Warmzeiten die alpine Landschaft prägten. Die größte Herausforderung besteht darin, den Faktor Zeit in diesen Sedimenten präzise zu fassen.

Das vorliegende Projekt zielt auf die Anwendung einer neuartigen Methode zur Altersbestimmung dieser quartären Sedimente in den Alpen: Die optisch stimulierte Lumineszenz (OSL) Methode. Gegenüber der weitum bekannten Radiokarbon-Methode hat diese zwei entscheidende Vorteile: Mit OSL lassen sich Sedimente altersbestimmen, in denen Holz- und andere organische Reste fehlen, und die Methode erlaubt es, von wenigen hundert  bis etwa 200.000 Jahre in die Vergangenheit zurückzudatieren. Zwei Untersuchungsgebiete im Inntal von Westösterreich werden vorgeschlagen, einem klassischen Quartärforschungsgebiet in den Alpen. Umfangreiches, wissenschaftlich bislang unbearbeitetes Bohrkernmaterial sowie seismische Daten wurden im Zuge geologischer Erkundungsarbeiten in diesem Raum gewonnen und werden für dieses Forschungsvorhaben zur Verfügung stehen. Durch die Anwendung der OSL und Radiokarbon-Methoden in Verbindung mit einem multiproxy-Ansatz (Sedimentologie, Pollen, Makroreste) können somit wesentliche Neuerkenntnisse zur Klima- und Landschaftsgeschichte in dieser klassischen Region der alpinen Quartärforschung erzielt werden.

Leitung: Spötl, Christoph und Rodnight, Helena

MitarbeiterInnen: Starnberger, Reinhard

Finanziert durch: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Laufzeit: 2008 - 2011

Kooperationspartner: Geologische Bundesanstalt, Kansas State University, Stockholm University, University of Belfast