2019-01 Antrittsvorlesung Pelger Gruppenbild

Globale Regeln ohne die USA? Der Fall der Internationalen Rechnungslegung

Am 15.01.2019 begrüßte Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck, den neuberufenen Professor für Financial Accounting Univ.-Prof. Dr. Christoph Pelger.

Der Rektor gratulierte Professor Pelger und freute sich, diesen an der Fakultät für Betriebswirtschaft begrüßen zu dürfen. Pelger habe bereits Hervorragendes geleistet und die Universität Innsbruck sei erfreut darüber, sich erfolgreich gegen den Ruf an die Universität Kaiserslautern durchgesetzt zu haben.

Im Anschluss richtete Univ.-Prof. Dr. Matthias Bank einige Worte an Pelger und betonte, das externes Rechnungswesen zu den Kernfächern der Betriebswirtschaft gehöre und somit eine wesentliche Professur an der Fakultät erfolgreich besetzt worden sei.

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Steckel erläuterte, das Pelger ein „großer Fang“ für die Fakultät sei und die Erwartungen an ihn immer in vollster Weise erfülle. Pelger habe ein tiefes Interesse an Fragen des externen Rechnungswesens und sei ein herausragender Wissenschaftler der zudem exzellent lehre. Steckel schloss mit den Worten: „Wir freuen uns und sind sehr stolz, dich als Professor zu begrüßen.“

In seiner Forschung und Lehre befasst sich Christoph Pelger primär mit Themen der Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Seine Forschungsprojekte betrachten sowohl institutionelle Aspekte der Einführung und Durchsetzung internationaler Rechnungslegungsstandards als auch Analysen von Entscheidungsprozessen des privaten Standardsetzers in diesem Feld. Forschungsarbeiten von Christoph Pelger wurden in anerkannten internationalen Journals wie Accounting, Organizations and Society, Accounting and Business Research, Abacus und Critical Perspectives on Accounting veröffentlicht. Zum Wissenstransfer in die Praxis veröffentlicht Christoph Pelger zudem regelmäßig Beiträge in praxisorientierten deutschsprachigen Fachzeitschriften.

In seiner Antrittsvorlesung  „Globale Regeln ohne die USA? Der Fall der Internationalen Rechnungslegung“  erläuterte Pelger, warum die International Financial Reporting Standards (IFRS) in den USA nicht eingeführt und stattdessen die GAAP beibehalten wurden.  Zunächst wies Pelger auf die Herausforderungen für Universitäten, Unternehmen, Banken, Versicherungen, und die Implikationen für Recht und Wirtschaft hin. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit Professor Stephen Zeff (Rice University, Houston), Prof.Dr. Holger Daske (Universität Mannheim) und Kirstin Becker, M.Sc. (Universität Mannheim) ging Pelger der Frage nach, warum die USA die IFRS nicht eingeführt haben.

Dabei lag der Fokus vor Allem darauf, wie die Stimmung in der Fachöffentlichkeit war und wie die Rolle der SEC und ihrer Repräsentanten einzuordnen war. Man kam dabei zu dem Ergebnis, dass bis Ende 2008 ein linearer Weg zur IFRS-Einführung für US issuers bis USA als Teil der globalen Gemeinschaft eingeschlagen wurde. Danach führten ein Wechsel des Führungspersonals der SEC und Folgen der Finanzkrise zu niedrigerer Priorität und mehr Skepsis.

Die US-zentrierte Sichtweisen bestimmten die (fach-)öffentliche Debatte ab 2009 und es folgte eine „Nicht-Entscheidung“ der SEC als Kompromiss zwischen internationalen Erwartungen und nationaler Skepsis. Als Folge ist die Einführung der IFRS für US issuers in naher Zukunft faktisch ausgeschlossen und es besteht die Gefahr, dass die IFRS (weiter) nationalisiert und/oder regionalisiert werden.

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