Antrittsvorlesung_Helfen

Nachhaltige Arbeit in der Plattformökonomie

Am 07.11.2018 begrüßte Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck, den neuberufenen Professor für Personalpolitik Univ.-Prof. Dr. Markus Helfen. In seiner Begrüßung betonte der Rektor vor allem die Bedeutung der Stärkung der wissenschaftlichen Kompetenz im universitären Bereich.

Professor Märk nannte die Einstellung Helfens als eine gelungene Berufung und Bereicherung für die Universität Innsbruck. Das richtige Personal sei sowohl für Unternehmen als auch für die Universität erfolgsbestimmend. Vor allem das Thema digitale Transformation sei allgegenwärtig und zukunftsweisend. Er betonte den Anspruch der Universität Innsbruck, bei der Erforschung und weiteren Entwicklung der Digitalisierung eine Vorreiterrolle einnehmen zu wollen.

Der Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft, Univ.-Prof. Dr. Matthias Bank, CFA folgte den Worten des Rektors und unterstrich, dass die Fakultät sich sehr dynamisch entwickle. Er hieß Helfen an der Fakultät für Betriebswirtschaft willkommen und beglückwünschte ihn zu diesem neuen Schritt in seiner Karriere. Nachfolgend richtete Studiendekan Martin Messner einige Worte an Helfen und stellte kurz dessen bisherige Laufbahn vor, wobei er den zentralen Fokus der Forschung Helfens im Bereich Employer Relations aus interdisziplinärer Sicht hervorhob.

Helfen selbst betonte seinen Dank für diese seltene Gelegenheit und stellte das Thema seiner Forschung „Nachhaltige Arbeit in der Plattformökonomie? Herausforderungen und Chancen“ vor. Digitale Plattformen wie google (alphabet), facebook und alibaba seien in aller Munde, wenn es um die Beschreibung besonderer Unternehmenserfolge der Gegenwart und die Wirtschaftsweise der Zukunft gehe. Weit weniger Beachtung finde jedoch laut Helfen der Umstand, dass die „Plattform“ als generalisiertes Geschäftsmodell weit über die bloß digital organisierten Plattformen hinausgreife. Zugleich mehren sich angesichts von Klimawandel, Migrationsbewegungen und Verwerfungen im Welthandel und der globalen Vermögensungleichheit aber auch kritische Fragen nach der Nachhaltigkeit dieser Plattformökonomie.

Das mit einer solchen Plattformökonomie wohl erhebliche Konsequenzen für die Arbeitswelt der Gegenwart und noch mehr wohl der Zukunft einhergehen werden, könne an den fortgesetzten Debatten um sog. atypische Erwerbsformen wie Leiharbeit, Crowdwork, Werkvertragsarbeit, Freelancing und Soloselbständigkeit, aber auch um veränderte Arbeitszeiten, Entlohnungsungleichheit und die Einhaltung elementarer Arbeitsstandards in globalen Wertschöpfungsnetzwerken abgelesen werden.

Momentan sehe er noch mehr Herausforderungen. Insbesondere müsse das Thema Arbeit und Nachhaltigkeit auch auf diskursiver Ebene betrachtet werden, der Begriff der Plattformökonomie und die damit einhergehenden Verschiebung der Art und Weise des Wirtschaftens müsse weiter gefasst werden und der Forschungsbedarf in diesem Bereich sei weiter aufzuklären. Hierbei solle dieser vor allem auf die Gestaltung der Arbeitswelt ausgerichtet sein.

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