Wahlfachstudiengänge und Wahlfachmodule

Kultur- und sozialwissenschaftliche Methodenkompetenz

(Koordinator: Ao. Univ.-Prof. Dr. Theo Hug)

Inhalt und Zielsetzung

Fragen der Methodenanwendung und der Methodenbegründung sind sowohl in der wissenschaftlichen Praxis als auch im Kontext von Qualifikationsprofilen und beruflichen Perspektiven bedeutsam. Mit der Einrichung dieses Wahlfachmoduls erhalten Studierende die Möglichkeit zur vertiefenden Auseinandersetzung mit der Theorie und Praxis wissenschaftlicher Verfahren und zur Aneignung forschungsmethodischer Kompetenzen. Diese Kompetenzen bestehen ua. in der

  • Fähigkeit zum reflektierten Umgang mit Quellen, Datenlagen und Materialien, Fähigkeit zur kritischen Analyse und Deutung von Argumentationen, Bildern, Zeichen, Strukturen,
  • Symbolen, Daten, Texten, Diskursen, usw.,
  • Fähigkeit zur kritischen Beurteilung empirischer und theoretischer Untersuchungsergebnisse,
  • Fähigkeit zur kreativen und gegenstandsangemessenen Anwendung von Erhebungs- und Auswertungsverfahren,
  • Kenntnis methodologischer Grundprobleme, Argumentationsweisen und Begründungsformen,
  • Fähigkeit zur eigenständigen Durchführung von Studien und Forschungsprojekten sowie
  • in forschungspraktischen Fertigkeiten (Formalia, Recherchevarianten, Datenbanken, usw.)

Angesichts der Vielfalt der Verfahren und Ansätze wird von einem offenen Begriff kultur- und sozialwissenschaftlicher Methodenkompetenz ausgegangen, der je nach den gewählten Schwerpunkten unterschiedliche Akzentuierungen erfahren kann, und der sowohl im Hinblick auf wissenschaftliche als auch im Hinblick auf alltagsweltliche und berufsbezogene Praxisfelder relevant ist.

Gliederung

Das Wahlfachmodul gliedert sich in zwei Kompetenzbereiche: forschungsmethodischer und methodologischer Kompetenzbereich. Dabei kann zwischen zwei Varianten gewählt werden:

  • Variante A: als kleines Modul im Umfang von 6 Sst.
  • Variante B: als mittleres Modul im Umfang von 12 Sst.

Die beiden Kompetenzbereiche unterscheiden sich wie folgt:

  1. forschungsmethodischer Kompetenzbereich
    (4 Sst. bei Variante A bzw. 8 Sst. bei Variante B)

    Unter dieser Rubrik sind alle forschungspraktischen und forschungsmethodischen Veranstaltungen anrechenbar, die jeweils zu Beginn des Studienjahres von den kooperierenden Instituten bekanntgegeben werden. Dabei kommt das ganze Methodenspektrum in Betracht, angefangen von hermeneutischen, interpretativen, statistischen, logischen, phänomenologischen, linguistischen, vergleichenden und historischen Methoden, über Befragungs- und Beobachtungsverfahren, Experimente und Tests, bis hin zu den verschiedenen Methoden der Argumentations-, Bild-, Film-, Lebenswelt-, Inhalts-, Text- und Diskursanalyse.

  2. methodologischer Kompetenzbereich
    (2 Sst. bei Variante A bzw. 4 Sst. bei Variante B)

    In diesen Bereich fallen alle anrechenbaren Veranstaltungen, die der Methodenreflexion sowie der Problematisierung der Methodenanwendung und -begründung gewidmet sind. Diese können sich beispielsweise beziehen auf die Entwicklung von Untersuchungsdesigns und Forschungsstrategien, die kritische Auseinandersetzung mit Wahrheits- und Geltungsansprüchen, Gütekriterien und deren Relevanz, Subjekt Objekt- sowie Theorie-Praxis-Relationen, Auffassungen von Verstehen und Erklären oder auch auf spezielle Kontroversen (z.B. Positivismusstreit, Historismus-Debatte, qual.-quant.Kontroverse, Frauenforschung feministische Forschung, Moderne-Postmoderne, usw.).

Innerhalb der beiden Kompetenzbereiche kann die Auswahl der Veranstaltungen nach Maßgabe individueller Interessen und Schwerpunktsetzungen frei gestaltet werden. Allfällige Anmeldeformalitäten können dem LZK bzw. den jeweiligen Institutsstudienführern entnommen werden.

Für weitere Auskünfte steht der Koordinator, Herr A.Univ.Prof.Dr. Theo Hug, in seinen Sprechstunden (am Institut für Erziehungswisssenschaften) zur Verfügung.

Der forschungspraktische und methodenreflexive Kontext des Wahlfachbereiches steht in einem engen Zusammenhang mit den Problem- und Fragestellungen, die als Leitfragen in der Buchreihe, der CD-ROM und der Tagung 'Wie kommt Wissenschaft zu Wissen?' (WIWIWI) thematisiert wurden und werden. Die Auseinandersetzungen innerhalb des Spektrums „Wie kommt Wissenschaft zu Wissen?“ zielen dabei auf eine inhaltliche, institutionelle und mediale Vernetzung forschungspraktischer, methodenreflexiver und wissenschaftstheoretischer Themen und Diskurse. Die netzbasierten Teile des gleichnamigen Projekts WIWIWI wurden im Rahmen von BASES ("Basismaterialien für das wissenschaftliche Arbeiten und Studieren in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften") realisiert. Die Integration der Informations- und Kommunikationsangebote zu WIWIWI und BASES bieten, auch im Rahmen des Wahlfachbereiches, vielfältige Möglichkeiten für den Erwerb einschlägiger Kompetenzen im Hinblick auf wissenschaftliche Arbeitsweisen, Methodenfragen, Paradigmen, Konzeptionen und Anwendungsformen.

Links:

Wie kommt Wissenschaft zu Wissen?

BASES