Montag, 04.05.2026
17:15 - 18:45 Uhr
Campus Innrain, Geiwi, Hörsaal 5, EG , Innrain 52e, 6020 Innsbruck
Anmeldung ist nicht erforderlich
Eintritt / Kosten: Keine
Wie sprechen wir über Beziehungen des Menschen? Zueinander, zur Natur, zu Ressourcen? Welche Wörter haben wir für die großen Krisen unserer Zeit? Und welche Geschichten erzählen wir uns über die Zukunft?
Die globalen Herausforderungen auf ökologischer, sozialer, kultureller und ökonomischer Ebene sind gut belegt. Gerade zur Klimakrise liegen umfangreiche (natur-)wissenschaftliche Erkenntnisse und Lösungsansätze vor. Und doch bleibt es schwierig, die Dringlichkeit von Veränderungen so zu vermitteln, dass sie auch tatsächlich zu Handlungen führt – im Alltag ebenso wie auf politischer Ebene.
Ein möglicher Zugang zu diesem Spannungsfeld liegt in unserer Sprache. Denn Sprache bildet nicht nur Wirklichkeit ab, sie prägt auch unsere Wahrnehmung der Welt. In Sprache wirken vertraute Narrative: eingeübte Deutungsmuster, die Orientierung geben, aber auch Veränderungen bremsen können. Diese Muster zeigen sich in einzelnen Wörtern, Slogans oder alltäglichen Aussagen und stecken den Rahmen dessen ab, was wir denken und was wir für möglich halten.
Diese Perspektive ist auch für Schule und Unterricht zentral. Wenn faktisches Wissen allein nicht ausreicht, um Veränderungsprozesse anzustoßen, stellt sich die Frage, wie wir über die Metasprache Denkprozesse anstoßen können und uns öffnen können gegenüber notwendigen Veränderungsprozessen.
Wir können Lernenden jeden Alters diese Auseinandersetzung mit Konstruktionen zutrauen und Schule als einen Ort begreifen, an dem neue Wirklichkeiten denkbar gemacht werden. Metasprache kann dabei ein zentrales Werkzeug sein, wenn wir uns gemeinsam überlegen, welche Geschichten über Zukunft wir erzählen wollen.
Mag. Dr. Inés Pichler ist Dozierende an der Pädagogischen Hochschule Tirol und am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck. Sie beschäftigt sich mit Kommunikation vor dem Hintergrund nachhaltiger Bildung und einer systemisch-konstruktivistischen Haltung.
Institut für Fachdidaktik