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Veranstaltungen · Universität Innsbruck · Medizinische Universität Innsbruck

Dienstag, 24.03.2020

Vortrag und Diskussion

ABGESAGT: 62. Innsbrucker Gender Lecture: Queering Development in homonationalist Times? Ambivalenzen LGBTIQ*-inklusiver Entwicklungspolitiken

19:00 - 21:00 Uhr
Hörsaal 2, SOWI-Campus, Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck


Anmeldung ist nicht erforderlich

Eintritt / Kosten: Keine

Vortragende/r

Christine Klapeer

Christine M. Klapeer ist Politikwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten auf queere, feministische und postkoloniale politische Theorien und transnationale Geschlechter- und LGBTIQ*-Politiken. Sie ist derzeit Gastprofessorin am "Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung" der Universität Innsbruck und Sprecherin der Sektion "Politik und Geschlecht" der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW).

Weitere Informationen

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Engagements von staatlichen und privaten Entwicklungsorganisationen für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und queeren Personen (LGBTIQ*s) im Globalen Süden, wird in dem Vortrag die ambivalente Beziehung zwischen LGBTIQ*-Rechten und Entwicklungspolitik kritisch diskutiert: Was bedeutet es, wenn LGBTIQ*s als neue "Zielgruppen" in entwicklungspolitische Maßnahmen inkludiert bzw. entsprechende Entwicklungsinterventionen (z.B. Entwicklungshilfekürzungen im Fall homo*/trans*phober Politiken) gesetzt werden? Wie und in welcher Weise werden LGBTIQ*-Rechte mit etablierten Entwicklungsvorstellungen und -konzepten verbunden?
Auf der Basis post- und dekolonialer Entwicklungstheorien sowie zentraler Erkenntnisse aus dem Bereich der transnationalen Queer Studies nimmt dieser Vortrag die Einschreibung von LGBTIQ*-Rechten in entwicklungspolitische Rationalitäten und Programme in den Blick und fragt, inwiefern LGBTIQ*-inklusive Entwicklungsstrategien Gefahr laufen, unter dem Vorzeichen eines neuen queeren Humanitarismus etablierte Dichotomien zwischen einem vermeintlich (sexuell) "entwickelten" EUropa/Westen und einem "unterentwickelten" Rest zu aktualisieren. In diesem Kontext wird auch diskutiert, welche Rolle diesem neuen Homodevelopmentalismus für aktuelle rassistische und homonationalistische Politiken im Globalen Norden, insbesondere der Stilisierung von Migrant*innen und Geflüchteten zu den primäre Träger*innen von Homo*- und Trans*phobie, zukommt.

Bild: Christine Klapeer

Veranstalter

Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck
www.uibk.ac.at/geschlechterforschung

In Kooperation mit
Radio Freirad, www.freirad.at