Winter Summit 2021

1. EPoS Winter Summit des FSPs EPoS am 17.12.2021

Der erste EPoS Summit unseres Forschungsschwerpunkts EPoS Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit rund 100 Teilnehmer:innen aus den verschiedenste Forschungszentren und -bereichen stand unter dem Motto ‚Offenheit‘.

Andrea Hemetsberger (Sprecherin) betonte in ihrer Eröffnung, dass Offenheit ein  mindset ist, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an den Erkenntnissen und Ideen von Forschung teilhaben zu lassen. Open data ist ein Weg dazu. EPoS macht hervorragende Leistungen und Publikationen auf unserer Website in der Rubrik „Im Rampenlicht“ transparent und bietet unseren „Jungforscher:innen“ eine Plattform, um sich und ihre Forschung vorzustellen. 

Andrea Hemetsberger

Meropi Tzanetakis (Senior Scientist berichtet über die neue Forschungsgruppe „Recht, Sicherheit und Gesellschaft“, mit dem Fokus auf Sicherheitsforschung, Kriminologie und Rechtssoziologie. Zu ihren Zielen zählen eine wissenschaftliche Grundlage für evidenzbasierte Praxis in Politik und Gesellschaft zu schaffen, die Einführung von Maßnahmen und Gesetzen, die Effekte von sozialen und legalen Interventionen zu verstehen als auch die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, der sozialen Sicherheit und der gesellschaftlichen Teilhabe der verschiedenen Interessengruppen. Andreas Steinmayr (Universitätsprofessor für Empirische Wirtschaftsforschung), stellt das neue Forschungszentrum, „Innsbruck Quantitative Social Sciences – IQSS“ vor, das sich der Weiterentwicklung der quantitativen Forschung, der dazu notwendigen Forschungs-infrastruktur und der Förderung des Nachwuchses durch Trainings und Workshops widmen will. Zudem fördern sie substanzielle interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit. Theo Hug (Universitätsprofessor für Medien, Gesellschaft und Kommunikation) berichtet über den Forschungsbereich „Innsbruck Media Studies“, unter anderem zum Medientag 2021. Das Events stand im Zeichen der Datensicherheit und wichtiger Fragen der Regulierung. Zur Veranstaltung und der dazugehörigen Ringvorlesung gibt es den neuen Sammelband „DataPolitics“. „Digitization and Visualization of Archives and Collections“ (DigiVis) ist ein aktuelles Projekt von IQSS.

 

Thomas Sterner

Zum Thema open data war AUSSDA - The Austrian Social Science Data Archive - vertreten durch Dimitri Prandner zu Gast. Ziel der AUSSDA ist es, sozialwissenschaftlichen Daten für Wissenschaft und für Gesellschaft zugänglich und nutzbar zu machen. AUSSDA bietet neben Projektbegleitung und Datenmangement auch Archivierung und Speicherung, Lizenzierung für Open Access oder Scientific User und Zitierbarkeit über DOI an. Thomas Sterner, Professor für Umweltökonomie an der Universität von Göteborg, gab

hochinteressante Einblicke in das Thema „Pricing Climate Emissions“. Die zentrale Frage: ‚Welcher Preis ist der  beste für das Klima?‘. Thomas Sterner argumentiert auf basis ökonomischer Forschung für „carbon pricing“ als beste Lösung und erklärt die Strategie „taxing with refunding“, die als CO2 Steuer in Schweden effektvoll umgesetzt wurde. Ein Schlüsselfaktor für die Akzeptanz von Steuern ist Ausgewogenheit der tatsächlichen Fairness vs. der empfundenen Fairness. Der gesamte Vortrag kann hier heruntergeladen werden.

 

Mathias Streicher (Assistenzprofessor für Retailing) präsentiert seine A+ Publikation „Getting a Handle on Sales: Shopping Carts Affect Purchasing by Activating Arm Muscles.“  Streicher erforscht wie sich Armbeugung und -streckung durch den Griff von Einkaufswägen auf das Einkaufsverhalten von Konsumenten auswirkt. In seinem Experiment zeigt er dass eine Aktivierung des Bizeps den Konsum erhöht. Streicher weist am Ende seiner Präsentation darauf hin, dass der Handel aktuell das Potential von parallelen Griffen nicht berücksichtigt und zeigt wichtige Implikationen für Konsument:innen

auf. Den krönenden Abschluss bildet John Levi Martin, Florence Borchert Bartling Professor für Soziologie an der Universität Chicago. Mit seinem Vortrag zum Thema: „Why should we stop asking people about the reasons what they do or what they think they do?”. Martin‘s Argument fußt auf der Tendenz der abstrakter werdenden und damit unangreifbaren Begründung für unser Tun, wenn wir nach dem ‚warum‘ gefragt werden.

John Levis Martin

Das hat methodische als auch konkrete Auswirkungen. So wird beispielsweise in der Rechtsprechung nicht vorrangig nach einer gerechten Entscheidung gesucht, sondern nach einer abstrakt begründbaren, die die Entscheidungsfindung selbst rechtfertigt und damit unantastbar macht mit irritierenden Folgen für eine demokratische Diskussionskultur. Sein Vortrag kann hier heruntergeladen werden. in der Soziologie, in eine Denkweise verstrickt haben, die völlig natürlich erscheint, aber sehr schädlich ist. Er kritisiert, dass gerechte Begründungen mit abstrakten Begründungen gleichgesetzt wurden und dadurch die Demokratie angegriffen wird. Der gesamte Vortrag kann hier heruntergeladen werden.


Der nächste Summit findet am 08.04.2022 vormittags statt und verspricht mit den zwei Hauptrednern Ingrid Volkmer von der Universität von Melbourne und Dominik Hangartner von der ETH Zürich spannende Einsichten in die Gebiete der transnationalen Kommunikation einerseits und Migrationspolitik andererseits.

 

Über eine erfolgreiche Veranstaltung freuen sich

Andrea Hemetsberger, Esther Blanco, Marcelo Jenny, Eva Zipperle-Mirwald und Josephine Pöll

 


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