Vorbereitungen für die Aufnahme mit Camtasia

Hier finden Sie Informationen und Antworten zum Thema Organisation, Didaktik, Ablauf, etc.

Wie setze ich Screencasts ein?

Bevor Sie mit den Aufnahmen von Screencasts beginnen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Welches Thema eignet sich besonders?
  • Für welche Themen besteht erhöhter Bedarf nach solchen Schulungsmaterialien (z. B. für Wiederholungen vor Prüfungen, komplexe Inhalte, Einschulung in eine bestimmte Software, etc.)?
  • Haben die Studierenden überhaupt die Möglichkeit (z. B. technisch oder zeitlich), solche Screencasts zu konsumieren?
  • Wie handhabe ich das Feedback der Studierenden, wenn Fragen zu Screencasts auftauchen (z. B. erstelle ich parallel dazu im eCampus einen Kurs mit einem Forum, FAQs)?
  • Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit der Inhalte aus? Sind sie länger gültig oder müssen z. B. jedes Semester neue Aufnahmen erstellt werden?
  • Gibt es vielleicht an anderen Bildungsinstitutionen oder auf diversen Plattformen im Internet schon Schulungsmaterialien in Form von Screencasts? Können wir darauf zugreifen oder weitere Materialien in Zusammenarbeit erstellen?
  • Sollen Screencasts ein Teil der Lehrveranstaltung sein (z. B. in einem Blended Learning-Modell) oder werden diese Materialien nur zur Unterstützung, bzw. Wiederholung eingesetzt?

 

Welche Inhalte eignen sich besonders für Screencasts?

Weit verbreitet sind Schulungen zur Bedienung von Software (z. B. Einschulung in die Benutzung von Microsoft Office), Portale (z. B. Wie melde ich mich in die Lernplattform e-Campus an) oder dergleichen.

Einige Beispiele sind:

Im Bildungssektor werden auch öfters Vorträge und Vorlesungen aufgezeichnet (wenn für die Präsentation z. B. PDF, PowerPoint, etc.) verwendet wird. Der große Vorteil ist, dass alle Bildschirmaktivitäten aufgezeichnet werden. Sollten Sie z. B. von Ihrer Präsentationsfolie auf eine Webseite wechseln, so wird dies genau so aufgezeichnet.

 

Welche Inhalte eignen sich weniger für Screencasts, bzw. wo sind die (technischen) Grenzen der Software?

Inhalte mit Videos, Filme und stark bewegten Bildern bzw. Animationen eignen sich weniger für Screencasts.

Die Software Techsmith Camtasia hat u.a. auch (technische) Grenzen und Einschränkungen:

  • Export als SWF: hat das Exportergebnis mehr als 16000 Frames, so muss die Framerate beim Exportieren heruntergesetzt werden. Dies tritt u.a. bei sehr langen Aufnahmen auf (z. B. über 30 min). Eine Aufnahme von 30 min hat bei einer Framerate von 10 Frames pro Sekunde eine Gesamtframeanzahl von 18000 Frames. Man muss daher die Framerate auf 8 stellen (= 14400 Frames), damit man unter die 16000 Frames kommt. Alternativ dazu können Sie Ihre Aufzeichnungen aufteilen, sodass es nicht mehr ein Teil zu 60 min ist, sondern drei Teile zu je 20 min.
  • Alternativ zum Export als SWF gibt es seit der Camtasia-Version 6.* den Export als MP4. Dort spielt die Länge der Videos keine Rolle. Die Bildschärfe von MP4 ist zwar nicht so gut wie die von SWF, jedoch ausreichend. Grundsätzlich kann man sagen, dass Aufnahmen bis zu ca 15 min als SWF und Aufnahmen über ca 15 min als MP4 exportiert werden sollen.
  • Wenn Sie eine Funkmaus, Funktastatur oder einen Funk-Laserpointer (großteils Bluetooth-Geräte) verwenden, kann es sein, dass diese Teile nur eingeschränkt funktionieren. Bitte probieren Sie die Geräte vorab aus, sodass bei der Vorlesung, bzw. Aufnahme keine unangenehmen Überraschungen auftreten. Eine Empfehlung ist, dass Sie Camtasia immer erst dann starten, wenn Sie ihre Bluetooth-Geräte aktiviert haben.
  • Für das Stoppen der Aufnahme wird standardmäßig von Camtasia die Taste F10 genutzt. Sollten Sie diese Taste während der Aufnahme auch für eine andere Software benutzt werden, so müssen Sie in Camtasia die Belegung der Taste F10 mit Hilfe der Hotkeys ändern.
  • Camtasia benötigt für die Aufnahme einiges an Rechenleistung, daher kann es sein, dass Camtasia mit älteren Rechnern nicht oder nur eingeschränkt (z. B. Rechner wird während der Aufnahme sehr langsam) funktioniert.

 

Aufbereitung der Inhalte (Design)

Sofern Sie z. B. Foliensätze oder PDFs aufbereiten, gibt es einige Empfehlungen für die Umsetzung (Design) der Inhalte:

  • Verwenden Sie serifenlose Schrift (z. B. Arial, Helvetica), da diese am Bildschirm sehr gut lesbar ist.
  • Bei der Schriftgröße gibt es keine klaren Richtlinien. Sie soll jedoch so gewählt sein, dass ein einfaches und schnelles Lesen möglich ist, bzw. die Schriftgröße nicht zu klein ist. Wenn Sie die Aufnahmen für mobile Endgeräte (z. B. iPhone oder iPod Nano) erstellen, müssen Sie unbedingt größere Schriftarten verwenden, da die Inhalte sonst auf den kleinen Bildschirmen (Auflösungen sind z. B. 320x240 oder 480x320) nur mehr schwer lesbar sind.
  • Verwenden Sie bitte wenig, bzw. am Besten keine Effekte (Microsoft PowerPoint bietet z. B. eine Reihe von Effekten an, wie z. B. Texte oder Graphiken, die sich hereindrehen, blinken, sich auflösen, etc.).
  • Die Hintergründe sollen am Besten neutral gestaltet sein (keine grellen Farben, keine Hintergrundbilder, keine karierten oder gestreiften Hintergründe, etc.). Ein schlichtes Foliendesign lenkt u. a. auch weniger vom eigentlichen Inhalt ab - was ja auch der Sinn und Zweck sein sollte.
  • Bilder und Graphiken sind kein Problem - sofern sie in einer guten Auflösung und Größe vorhanden sind.
  • Barrierearme Inhalte: Achten Sie auch darauf, dass es Menschen gibt, die z. B. seh- oder hörbeeinträchtigt sind und bereiten Sie die Inhalte dementsprechend auf.
  • kurzes Beispiel einer guten und einer schlechten Microsoft PowerPoint-Folie

 

Länge der Aufnahmen (Einheiten) und Unterteilung in Kapitel

Je länger eine Aufnahme (Einheit) dauert, desto schneller verlieren die BenutzerInnen die Aufmerksamkeit. Daher sollten die Aufnahmen soweit wie möglich kurz gehalten werden. Die Empfehlung lautet 3 - 8 min pro Aufnahme. Je passiver die Teilnahme der BenutzerInnen am Screencast ist, desto kürzer sollten die Einheiten werden. Eine aktive Teilnahme ist dann gegeben, wenn die BenutzerInnen parallel zu den Aufnahmen Aufgaben zu erfüllen haben (z. B. eine Recherche im Internet, kleine Rechenaufgabe, etc.).

 

Sollten Aufnahmen trotzdem länger dauern, so empfehlen wir, die Aufnahmen in kleine Kapitel zu unterteilen (z. B. Kapitel 1 dauert 6 min, Kapitel 2 dauert 3 min, etc). Dazu ist es natürlich notwendig, die einzelnen Kapitel so zu gestalten, sodass

  • der Zusammenhang der einzelnen Kapitel nicht verloren geht
  • einzelne Kapitel aber auch alleine konsumiert werden können.

Zweiteres ist meistens schwer zumzusetzen, da einzelne Kapitel auf vorherige oder nächste Kapitel aufbauen.

Um die Aufteilung der Kapitel auch dementsprechend gut in der Aufnahme durchführen zu können, müssen auch die Lerninhalte dementsprechend gut aufbereitet sein. Teilen Sie daher ihre Foliensätze in einzelne Kapitel ein, bzw. strukturieren Sie Ihren Vortrag.

 

Für das bessere Auffinden der Aufnahmen empfehlen wir, die Inhalte in wenigen Sätzen zu beschreiben und zusätzlich wichtige Stichworte als Schlüsselwörter zu verwenden. Wenn die Inhalte dann in einer Webseite publiziert werden, können sie mit Hilfe der Suchfunktion leichter gefunden werden. Es erleichtert damit den BenutzerInnen, bestimmte Themengebiete rauszufiltern. Camtasia bietet u. a. auch die Möglichkeit, Metadaten zu verwenden.

 

Audioaufnahme mittels Headset

Für viele Personen ist es ungewohnt, Screencasts aufzunehmen (besonders dann, wenn man ohne Publikum sprechen muss). Es erfordert auch ein wenig Übung. Versuchen Sie daher am Anfang ein paar Probeaufnahmen mit kurzen und einfachen Kapiteln zu machen.

Die Sprechgeschwindigkeit sollte bewußt langsam gewählt werden (man ist in der Regel trotzdem immer etwas zu schnell). Sie können ruhig ein paar Pausen während der Aufnahme machen (man kann im Nachhinein zu lange Pausen rausschneiden). Zudem haben Pausen auch den Vorteil, dass BenutzerInnen Zeit für Notizen, Recherchen, Berechnungen, etc. haben.

Bei Versprechern verhalten Sie sich folgendermaßen:

  • Niemand ist perfekt und kann auf Anhieb die Aufnahmen ohne Fehler durchführen. Kleine Versprecher sind völlig normal und kommen auch in Vorlesungen, etc. vor. Sie müssen die Aufnahme deswegen nicht wiederholen oder abbrechen.
  • Bei gröberen Versprechern empfehlen wir, einfach eine kurze Pause zu machen und mit dem Teil der Aufnahme nochmals zu beginnen. Am Ende kann man die nicht gewünschte Sequenz einfach rausschneiden.

Wichtig ist, dass Sie nach einer kurzen Testaufnahme Ihr Audio anhören (am Besten mit guten Kopfhörern). Es kann durchaus sein, dass das Headset eine schlechte Aufnahmequalität liefert (Headset austauschen) oder die Aufnahme zu leise oder zu laut ist (Anpassen des Audiopegels). Störfaktoren können u. a. auch Geräusche von PC, Beamer, Lüftung, etc. sein (Grundrauschen).

Eine weitere Empfehlung: schalten Sie ihr Mobiltelephon aus, da es merklich hörbare Störungen bei den Aufnahmen hinterlässt (z. B. bei eingehenden Anrufen oder SMS - auch im Lautlos-Modus).

 

Zusätzliche Videoaufnahme mit der Kamera

Auch hier ist es Gewöhnungssache - einige Personen kommen gut damit klar, andere sind dabei sehr nervös und die Aufnahmen müssen öfters wiederholt werden. Wenn man sich für eine zusätzliche Aufnahme mit der Kamera entscheidet, können wir folgende Tipps dazu geben.

Einige Notebooks haben eine integrierte Webcam gleich oberhalb des Bildschirms. Diese eignen sich für die Videoaufnahme sehr gut, da die Blickrichtung nur gering von der Kamera abweicht und die Aufnahmequalität dieser integrierten Webcams mittlerweile sehr gut ist . Gerade bei Nahaufnahmen (Einstellungsgröße Nah oder Halbnah) ist es besonders wichtig, das die SprecherIn in die Kamera - und daher auch ins Publikum - blickt und nicht irgendwo in die Ecke.

Camtasia bietet die Möglichkeit, gleichzeitig den Screen und das Bild der Webcam aufzuzeichnen. Bitte probieren Sie es aber vorher aus, da es u. a. auch stark die Rechenleistung beeinträchtigt.

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Videoaufnahme über eine externe Kamera (z. B. MiniDV, HDD-Kamera) laufen zu lassen und danach mit der Screen-Aufnahme von Camtasia zu synchroniseren. Hier können Sie entweder die Kamera direkt über den Bildschirm platzieren, sodass der Blick ebenfalls in Richtung Kamera geht (Halbnah oder Nah), bzw. nimmt man die Vortragenden in der Einstellungsgröße Totale oder Halbtotale auf. Dabei ist es nicht so tragisch, wenn die Person nicht immer in die Kamera blickt.