Vertrauensgüter

FWF Projekt der Kalenderwoche 31

Als FWF-Projekt der Woche wurde ein Forschungsprojekt von drei eeecon-Mitgliedern ausgewählt. Rudolf Kerschbamer, Daniel Neururer und Matthias Sutter untersuchten, wie die Kommunikation einer möglichen Ursache eines Computerausfalls die Kosten der Computerreparatur beeinflusst. Ihre Studie wurde vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützt und zeigte, dass, wenn ein Kunde seine Meinung ...

... über die Ursache des Scheiterns äußert, wahrscheinlich vom Computerexperten mit höheren Reparaturkosten bestraft wird. "Alles Wissenswerte" ist nicht willkommen.

Vertrauensgüter sind Güter und Dienstleistungen, bei denen die Konsumentinnen und Konsumenten weniger Wissen über das Produkt besitzen als die Expertinnen und Experten. Beispiele dafür sind Autoreparaturen, Taxifahrten im Ausland oder medizinische Leistungen.

Ergebnisse der Studie

Die Forscher der Universität Innsbruck haben in ihrer Studie "Vertrauensgüter und der Informationswert der neuen Medien: Ein natürliches Feldexperiment" herausgefunden, dass es eine positive Korrelation zwischen Reparaturkosten und Informationsstand der Kundinnen und Kunden gibt. In diesem Versuch wurde das RAM-Modul in einem Computer gelockert. Für das Experiment gab es drei Versuchsgruppen. Die erste Gruppe gibt den Computer ohne etwas zu sagen ab, die zweite Gruppe erwähnt beim Übergeben, dass sie das Problem online "gegoogelt" haben und vermuten, dass das RAM-Module locker ist, und die letzte Gruppe hat ebenfalls Google zu Hilfe genommen, jedoch einen falschen Mangel festgestellt. Wer vorab "googelt" und eine falsche Diagnose kommuniziert, zahlt im Durchschnitt 90 Euro. Überraschenderweise führt eine richtige Einschätzung des Schadens nicht zu geringeren Service-Kosten. Personen, die nichts sagen, und Menschen, die eine korrekte Fehlerprognose abgeben, zahlen im Durchschnitt 40 Euro. Daher wäre der Rat aufgrund der Studie: Den Computer stillschweigend an die Expertinnen und Experten zu übergeben.

 

 
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