Clemens-August-Andreae-Preis für zwei eeecon Mitglieder

Clemens-August-Andreae-Preis für zwei eeecon Mitglieder

Am 18. Oktober 2019 wurden im Rahmen der Festwoche „350 Jahre Universität Innsbruck“ und anlässlich des dies academicus, zahlreiche Persönlichkeiten geehrt, die mit ihren wissenschaftlichen Leistungen die Universität maßgeblich mitgeprägt haben. Helena Fornwagner und Lorenz Fischer wurde in diesem Rahmen der Clemens-August-Andreae-Preis verliehen.

Der Clemens-August-Andreae-Preis 2019 ging an die zwei herausragendsten wirtschaftswissenschaftlichen Dissertationen an der Universität Innsbruck im Bereich Volkswirtschaft/Economics, die seit 2017 vergeben wurden. Das Institut vom Deutschen Freundeskreis der Universitäten in Innsbruck e.V. hat den Preis anlässlich ihres 50-Jahr-Jubiläums gestiftet.

Zusammenfassung der Dissertationen

FORNWAGNER, Helena

Die Dissertation von Helena Fornwagner "Anreize im Labor und im Feld: Ökonomische Experimente zu sozialem und kompetitiven Verhalten" ist als kumulative Arbeit verfasst und beinhaltet drei Artikel. Die unterschiedlichen Settings und ökonomischen Experimente, die für diese Dissertation verwendet wurden, erweitern die bisherigen Erkenntnisse, wie unterschiedliche Anreizen, in Form von direkten und indirekten, monetären und nicht monetären Leistungen und Kosten, das Verhalten von Individuen beeinflussen, wenn diese individuell oder als Team agieren. Diese Dissertation hat nicht nur eine hohe fachliche Relevanz, sondern ihre Ergebnisse haben, auch für die breite Öffentlichkeit und die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik einen Mehrwert.

 

Die von Lorenz Fischer verfasste Dissertation mit dem Titel 'Labor mobility, migration, and regional outcomes' befasst sich mit den Auswirkungen regionaler Mobilität von Arbeitskräften innerhalb der europäischen Union sowie innerhalb einzelner Länder. Im Speziellen beschäftigt sich die Dissertation mit der Entwicklung regionaler Unterschiede bezüglich der Wirtschaftsleistung und der Arbeitslosigkeit. Mit Hilfe von angewandten räumlich-statistischen Methoden und Modellen wurden diesbezüglich zumindest drei Einsichten in die komplexe Dynamik zwischen Geographie, Mobilität und wirtschaftlichen Charakteristika von Regionen gewonnen. Bezugnehmend auf 270 europäische Regionen kam man in einer mit Michael Pfaffermayr verfassten Studie zu dem Ergebnis, dass die Konvergenzrate, also das ‚Zusammenrücken der Wirtschaftsleistungen‘, dieser Regionen durch die Möglichkeit der Personenfreizügigkeit, innerhalb von Ländern sowie über Landesgrenzen hinweg, um 40% erhöht wird. Im Hinblick auf Arbeitslosenraten zeigt sich jedoch dass dieser Effekt eher vernachlässigbar ist. Basierend auf Daten deutscher Kreise wird aber doch gezeigt, dass Mobilität dennoch einen abfedernden Effekt auf landesweite Arbeitslosenzahlen hat. Zuletzt werden in Lorenz Fischers Dissertation die Kosten der Migration mit Hilfe von Wanderungszahlen zwischen österreichischen Regionen beleuchtet. Einerseits sind die monetären sowie nicht-monetären Kosten eines Umzugs sehr hoch. Würde man diesen Kosten ein Preisschild umhängen, so würde dieses etwa der Höhe des Preises eines Einfamilienhauses entsprechen. Andererseits sind diese Kosten im beobachteten Zeitraum zwischen 2002 und 2014 signifikant gesunken, was mit einer Steigerung der Mobilitätsraten einhergeht. Dennoch scheinen dies Kosten hoch genug um regionale Ungleichheiten bestehen zu lassen.

FISCHER, Lorenz


 
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