klar

klar! Gut regieren ohne Wahl

Esther Blanco erklärt die wichtigsten Forschungsergebnisse aus ihrem Forschungsprojet, die kürzlich in der sehr renommierten Zeitschrift "Science Advances" publiziert wurden.

Mit der Studie: „Procedural fairness and nepotism among local traditional and democratic leaders in rural Namibia“ zeigten die Sozialwissenschaftler Esther Blanco vom Institut für Finanzwissenschaften an der Universität Innsbruck und Björn Vollan von der Universität Marburg, dass in Namibia traditionelle Oberhäupter genauso gut wie gewählte Amtspersonen regieren. Finanziell gefördert wird die Untersuchung von der Universität Innsbruck, von dem österreichischen Wissenschaftsfonds FWF und der Fritz-Thyssen-Stiftung.

Ein Resultat der Forschung ist, dass die traditionellen Obleute weniger zu Vetternwirtschaft neigen und faire, demokratische Entscheidungsverfahren besser umsetzen wie Wahlbeamte. Dies liegt an dem vorrangigen Ziel der „Konfliktlösung und Förderung des sozialen Zusammenhalts“, welche die traditionellen Oberhäupte als ihre Hauptaufgabe sehen. Die minimalen Unterschiede sind auch auf die ähnlichen soziale Präferenzen und Persönlichkeitsmerkmale der beiden Führungsgruppen zurückzuführen. Demokratische Wahlen, Rechenschaftspflicht gegenüber den Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner und Korruption stehen die beide Gruppen überraschenderweise gleich gesinnt gegenüber. Nicht nur die Bevölkerung in Namibia, sondern die in ganz Afrika, bevorzugt traditionelle Autoritäten. Demokratische Standards werden im südlichen Afrika von gewählten Führungspersonen auf lokaler Ebene nicht ausreichend umgesetzt, wie beispielsweise die Gewährleistung des Wahlgeheimnisses. Aufgrund von legitimen und rechenschaftspflichtigen Handlungen von Seiten der traditionellen Oberhäuten werden die demokratische Standards sogar übertroffen. Das führt zu großer Zufriedenheit und Beliebtheit der traditionelle Vertretern bei den Dorfmitgliedern.

 

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