CO2 Austausch des Lunzer Sees

Seen und Fließgewässer spielen eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf und gelten als erhebliche CO2-Quelle.
Lunz
Bild: Lunzer See (Credit: K. Scholz)

Seen und Fließgewässer spielen eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf und gelten als erhebliche CO2-Quelle. Bisher gibt es jedoch nur wenige kontinuierliche Messungen des CO2 Austausches zwischen Seeoberfläche und Atmosphäre. In einer Studie, die kürzlich in der Zeitschrift JGR Biogeosciences veröffentlich wurde, hat ein Team aus Ökolog*innen der Universität Innsbruck und des WasserCluster Lunz den CO2 Austausch eines Bergsees quantifiziert und mögliche Einflussfaktoren analysiert. Dabei wurde auch das lokale Windsystem und dessen Auswirkung auf den CO2 Austausch untersucht.

Im Mittel zeigte der See eine geringe Emission von CO2, wobei die gemessenen CO2-Flüsse sehr klein und variabel waren. Die höchsten CO2 Emission wurden im Herbst während der Durchmischung des Sees gemessen.

Die Windmessungen zeigten ein typisches See-Land-Wind-System, welches auch den CO2 Austausch an der Wasseroberfläche beeinflusste.  Während der Nacht wurde üblicherweise ein Abfließen der Luft vom Land Richtung See beobachtet. Damit wurde CO2-reiche Luft über den See transportiert und die dort gemessene CO2 Konzentration der Luft stieg stark an. Tagsüber dominierte dagegen der Westwind und die atmosphärische CO2 Konzentration war allgemein deutlich geringer. Da der CO2 Austausch an der Seeoberfläche maßgeblich vom Konzentrationsunterschied an der Grenzfläche bestimmt wird, zeigte dies auch Auswirkungen auf den CO2 Austausch zwischen dem See und der Atmosphäre: vor allem während der Sommermonate wurden tagsüber vergleichsweise höhere CO2 Emissionen gemessen und geringere CO2 Emissionen bzw. Aufnahme während der Nacht.

Insgesamt zeigte die Studie, dass nicht nur Prozesse innerhalb des Sees, sondern auch atmosphärische Prozesse den CO2 Austausch beeinflussen und dies bei den Messungen und insbesondere der Wahl der Messmethode berücksichtigt werden muss.

https://doi.org/10.1029/2021JG006286

Nach oben scrollen