Materialen erstellen

 

Die Abteilung Digitale Medien und Lerntechnologien (DMLT) des Zentralen Informatikdiensts (ZID) unterstützt sie gerne in der Produktion von Lehrmaterialien. 

Zusätzlich zu didaktischer und technischer Beratung bzw. Hilfestellung übernehmen wir auch die Produktion von Lehrmaterialien. Dazu zählen beispielsweise: Audio/Videoproduktion, Infografiken und Illustrationen, OpenOlat - Anwendungen bzw. Einbettungen u.v.a.

Sie möchten den Materialproduktion-Service der DMLT-Abteilung nutzen, dann füllen Sie einfach das Antragsformular aus.

Zum Antragsformular geht es hier.

 

Tipps zur Materialienerstellung:

Bei der Erstellung bzw. Produktion von Lehrmaterialien für die digitale Lehre sind einige Punkte zu beachten.

Dies sind neben didaktischen Aspekten auch die inklusive Gestaltung der Materialien und die Korrekte Vergabe von Lizenzen.

Geschlechtergerechte Lernmaterialien erstellen:

 

In der digitalen Lehre gilt der Anspruch Texte inklusiv zu gestalten. Das betrifft neben der allgemeinen Gestaltung (Schriftart, Layout, Struktur) auch geschlechtergerechte Formulierungen („Gendern“). Es gibt verschiedenste Möglichkeiten einen Text genderkonform zu gestalten, an der Universität Innsbruck gibt es aber keine spezifischen Vorgaben zum Thema „Gendern“. Im Folgenden werden einige gängige Methoden zur geschlechtergerechten Gestaltung von Texten vorgestellt:

 

  • Vollständige Beidnennung (Paarform): Männer und Frauen; Lehrer und Lehrerinnen; Studenten und Studentinnen
  • Verkürzte Paarform: Lehrer/Lehrerinnen; Lehrer/-innen; Lehrer/innen; LehrerInnen
  • Mehrgeschlechtliche Schreibweisen: Gendersternchen (Lehrer*innen); Gender-Doppelpunkt (Lehrer:innen); Unterstrich (Lehrer_innen); Klammern (Lehrer(innen) Hinweis: Das Gendern durch Klammern ist in der Schweiz nicht zulässig)
  • Geschlechtsneutrale Benennung: generische Personenbezeichnung (Lehrpersonen); substantivierte Partizipien oder Adjektive (Lehrende); Sachbezeichnung (Lehrkräfte)
  • Geschlechtsneutrale Umformulierungen: Umformulierung mithilfe des Adjektivs (lehrend tätig sein); durch die Bildung von Relativsätzen (alle, die unterrichten); durch Umschreibungen mit dem Passiv; durch eine direkte Anrede
  • Stellvertretende Schreibweise: Im Text werden ausschließlich die männliche oder die weibliche Form als Statthalter verwendet (Zu Beginn des Texts: „In diesem Text wird ausschließlich die männliche/weibliche Form verwendet. Damit sind alle Formen bzw. Geschlechter gleichermaßen mitgemeint“.)

 

Neben den Aspekten der geschlechtergerechten Formulierung sollte auch auf die Lesbarkeit des Textes geachtet werden. Unterschiedliche Arten zu gendern können Texte unnötig verkomplizieren. Bleiben Sie daher, innerhalb eines Textes, bei der von Ihnen gewählten Schreibweise und wechseln nicht unnötig. Sollte es an gegebenen Stellen der Lesbarkeit des Textes dienen, können Sie sich einer anderen Gendervariation bedienen. Wichtig ist es, dass im Text alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen werden.

 

Weiterführende Informationen:

Den Leitfaden des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) für gendergerechte Sprache finden Sie hier.

Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat einen umfassenden Leitfaden zur gendergerechten Sprache erstellt. Diesen können Sie jederzeit konsultieren.

Einige Beispieltexte zur Veranschaulichung:

 

Ohne gendergerechte Formulierungen:

Professor Maximiliane Musterfrau leitet die Lehrveranstaltung „Gendern für Studenten, Mitarbeiter und Lehrer“. Im Rahmen dieses Online-Kurses üben die Seminarteilnehmer das geschlechtergerechte Formulieren von verschiedenen Textsorten. Studenten die einen Schein benötigen, sollen das vor dem ersten Termin mit dem Seminarleiter besprechen.

 

Paarform:

Professorin Maximiliane Musterfrau leitet die Lehrveranstaltung „Gendern für Studenten und Studentinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Lehrer und Lehrerinnen“. Im Rahmen dieses Online-Kurses üben die Seminarteilnehmer und Seminarteilnehmerinnen das geschlechtergerechte Formulieren von verschiedenen Textsorten. Studenten und Studentinnen die einen Schein benötigen, sollen das vor dem ersten Termin mit der Seminarleiterin besprechen.

 

Verkürzte Paarform:

Professorin Maximiliane Musterfrau leitet die Lehrveranstaltung „Gendern für Studenten/-innen, Mitarbeiter/-innen und Lehrer/-innen“. Im Rahmen dieses Online-Kurses üben die Seminarteilnehmer/-innen das geschlechtergerechte Formulieren von verschiedenen Textsorten. Studenten/-innen die einen Schein benötigen, sollen das vor dem ersten Termin mit der Seminarleiterin besprechen.

 

Geschlechtsneutrale Benennung:

Professorin Maximiliane Musterfrau leitet die Lehrveranstaltung „Gendern für Studierende, Mitarbeitende und Lehrende“. Im Rahmen dieses Online-Kurses üben die Seminarteilnehmenden das geschlechtergerechte Formulieren von verschiedenen Textsorten. Studierende die einen Schein benötigen, sollen das vor dem ersten Termin mit der Seminarleitung besprechen.

 

Stellvertretende Schreibweise:

Professorin Maximiliane Musterfrau leitet die Lehrveranstaltung „Gendern für Studentinnen, Mitarbeiterinnen und Lehrerinnen“. Im Rahmen dieses Online-Kurses üben die Seminarteilnehmerinnen das geschlechtergerechte Formulieren von verschiedenen Textsorten. Studentinnen die einen Schein benötigen, sollen das vor dem ersten Termin mit der Seminarleiterin besprechen.

Digitale Barrierefreiheit

 

Neben der geschlechtergerechten Gestaltung von digitalen Lehrmaterialien, sollten Lehrmittel auch Rücksicht auf Bedürfnisse und Einschränkungen von Menschen mit Behinderungen nehmen. Zurzeit arbeitet das Büro der Behindertenbeauftragten der Universität Innsbruck mit Hochdruck an einem Leitfaden zur Erstellung von behindertengerechten Lehrmitteln. Dieser soll Ende des Jahres 2020 zur Verfügung stehen. Darüber hinaus, sobald es die aktuelle Situation zulässt, bietet das Büro der Behindertenbeauftragten auch Workshops über die Personalentwicklung an.

Bei Anliegen, Fragen oder Problemen können Sie sich jederzeit an das Büro der Behindertenbeauftragten wenden. Dieses erreichen Sie unter der Mail-Adresse: behindertenbeauftragte@uibk.ac.at.

Einige Tipps vorab:

  • Strukturieren Sie ihre Lehrmaterialen so, dass diese möglichst einfach per Tastatur zu navigieren sind (Studierende mit motorischen Einschränkungen)
  • Beschriften Sie Bilder immer mit einer kurzen Inhaltsbeschreibung (Studierende mit Seheinschränkungen)
  • Sollten Sie Ihre Materialen durch einen Farbcode ordnen oder Aufgaben stellen zu deren Lösung Farben eine Schlüsselrolle spielen, ermöglichen Sie Alternativen (Studierende mit eingeschränktem Farbsehvermögen)
  • Nutzen Sie Untertitel in Ihren Videos oder vertonten PowerPoint-Präsentationen und ergänzen Podcasts durch ein Transkript (Studierende mit eingeschränktem Hörvermögen)

Das Büro der Behindertenbeauftragten hat ein ausführliches "How to do it?" verfasst. Das wichtigste zur Gestaltung von barrierefreien und inklusiven Lehrveranstaltungen und Lernmaterial? Kurz, knapp und schnell für jeden umsetzbar! LINK!

Materialien mit CC lizenzieren

Nachdem Sie Ihre Lehrmaterialien erstellt haben, sollten Sie sich mit den Möglichkeiten der Lizenzierung auseinandersetzen. Insbesondere wenn Sie ihre Lehrmaterialien einer möglichst breiten Masse an Studierenden zur Verfügung stellen oder diese im Internet veröffentlichen wollen bieten sich Creative Commons Lizenzen an. Im Folgenden finden Sie eine kurze Einführung in die Arten von CC-Lizenzen und deren Verwendung.

Grundlagen

Gerade bei der Verwendung digitaler Inhalte, die im Internet veröffentlicht werden, bietet die explizite Kennzeichnung mit CC-Lizenzen potentiellen Nutzern mehr Sicherheit im Umgang mit medialen Inhalten. Urheber können die von Creative Commons erarbeiteten Lizenzverträge übernehmen und damit klarstellen, was mit ihren kreativen Werken geschehen darf und was nicht.

Die folgenden sechs Lizenzen sind von den Creative Commons entworfen und zur allgemeinen Verwendung zur Verfügung gestellt worden:

Grafik

Bezeichnung

Kurzbeschreibung

Vertragstext

 CC-by

Attribution (Namensnennung)

Licence Deed cc by

Vertragstext cc by

 CC-by-sa

Attribution ShareAlike (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)

Licence Deed cc by sa

Vertragstext cc by sa

 CC-by-nd

Attribution NoDerivatives (Namensnennung-Keine Bearbeitung)

Licence Deed cc by nd

Vertragstext cc by nd

 CC-by-nc

Attribution NonCommercial (Namensnennung-Nicht kommerziell)

Licence Deed cc by nc

Vertragstext cc by nc

 CC-by-nc-sa

Attribution NonCommercial ShareAlike (Namensnennung-Nicht kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)

Licence Deed cc by nc sa

Vertragstext cc by nc sa

 CC-by-nc-nd

Attribution NonCommercial NoDerivatives (Namensnennung-Nicht kommerziell-Keine Bearbeitung)

Licence Deed cc by nc nd

Vertragstext cc by nc nd

Um eigene Werke zu lizenzieren, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Entscheiden Sie sich für eine Lizenz und überprüfen Sie die Kompatibilität mit den einzelnen verwendeten Bestandteilen
  2. Bringen Sie die Lizenzgrafik, die Version und den Link zum Lizenztext am Werk an
  3. Machen Sie Ihr Werk anderen zugänglich.

Für Urheber, die ihre Werke unter einer der CC-Lizenzen veröffentlichen möchten, stellt die Website der Creative Commons einen Generator zur Verfügung, der die entsprechende Grafik mit Links auf den Lizenztext als HTML-Code zur Einbindung auf Websites, Blogs und dergleichen erzeugt.

Tipp: Geben Sie bei eigenen Werken eine Empfehlung für die Zitation an. So erleichtern Sie anderen die korrekte Weiterverwendung.

Referenzierung

Nutzer, die unter CC lizensierte Werke verwenden wollen, müssen die daran geknüpften Bedingungen erfüllen. Außer der für alle sechs Lizenztypen obligatorischen Namensnennung des Urhebers (wobei hier auch Nicknames oder Initialen verwendet werden können, wenn der richtige Name nicht bekannt ist) gehören dazu:

  • der Name/die Bezeichnung des Werkes,
  • die korrekte Bezeichnung der Lizenz, inkl. der Version und Länderkennzeichnung (soweit es sich um eine „ported“ Variante handelt) und ein Link zum Lizenztext,
  • die (verlinkte) Quelle des Originals
  • und ein Hinweis auf die Art der Änderungen, die (soweit erlaubt) vorgenommen wurden.

 CC-Referenzierung

Verwendung von CC-lizensierten Werken, Michael Kopp und Claudia Zimmermann, CC BY 3-0 AT

 

Weitere Beispiele zur Attribuierung CC-lizenzierten Materials finden Sie auf der Seite "Best Practices for Attribution" der Creative Commons Organisation, sowie im Didaktik-Wiki der UIBK.

Kombination von Lizenzen

Folgende Grafik zeigt Ihnen, welche Lizenzen Sie kombinieren können. Wenn eine Inkompatibilität besteht, sollten Sie auf die Verwendung verzichten, oder die Urheber/innen um Erlaubnis fragen.

CC-Kombinationen

Kombination von Lizenzen, Michael Kopp und Claudia Zimmermann, CC BY 3-0 AT

Nach oben scrollen