Frauke Schacht, MA

Zur Person

foto-frauke-schacht-klein 03/2018 | Lehrveranstaltungsleiterin des Bachelor-Abschlussseminares „Migration und Bildung“

seit 11/2017 | Stipendiatin der Friedrich-Ebert Stiftung

seit 03/2017 | Kollegiatin des Doktoratskollegs „Dynamiken von Ungleichheit und Differenz im Zeitalter der Globalisierung“ am Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“, Universität Innsbruck

seit 03/2017 | Stipendiatin der Doktoratsstipendium der aus der Nachwuchsförderung, Universität Innsbruck

03/201607/2016 | Mitarbeiterin im Lehrforschungsprojekt „GenerationMigration“ unter der Leitung von Marc Hill

seit 2016 | PhD-Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Universität Innsbruck; Betreuer: Erol Yildiz

20112016 | Studium der Erziehungswissenschaften (BA und MA), Universität Innsbruck

Promotionsprojekt

Perspektive (Über-)LebenskünstlerInnen. Eine (de-)konstruktive Analyse des Flüchtlingsbegriffes

Den Ausgangspunkt der geplanten qualitativen Studie bildet der gegenwärtige öffentliche, mediale und politische Diskurs über globale Flucht- und Migrationsphänomene in Europa. Innerhalb dieses narrativen Machtraumes der Fremdpositionierung wird der Flüchtling als soziales sowie politisch-rechtliches Gebilde erst hervorgebracht und dabei als Täter oder Opfer stigmatisiert. Die Perspektiven und Erzählungen geflüchteter Menschen selbst werden im Zuge dieser Meta-Erzählungen weitgehend unsichtbar gemacht. Dieser konventionellen Betrachtungshaltung entgegen, plädiert das geplante Forschungsprojekt für eine alternative – kontrapunktische (Edward Said 1994) – Perspektive, die die komplexen Erfahrungsräume und (Über-)Lebensstrategien geflüchteter Menschen zum Ausgangspunkt nimmt. Ziel ist es, das dichotome Konstrukt der Flüchtlingsfigur (Täter/Opfer) aufzubrechen und eine akteursbezogene Perspektive einzuführen, die spezifischen Lebenswirklichkeiten, Handlungsstrategien und Verortungspraxen geflüchteter Menschen ins Zentrum rückt. Folglich basiert das Dissertationsvorhaben auf einem doppelten strategischen Vorgehen, das einerseits gesellschaftliche Konstruktionsprozesse der Flüchtlingskategorie dekonstruiert, indem das dahinter stehende Rezeptwissen und etablierte Machtverhältnisse offengelegt werden, und zum anderen in einer kontrapunktischen Leseart, die marginalisierte Stimmen und Erfahrungen geflüchteter Menschen selbst sichtbar macht und privilegiert. Dadurch ist es möglich, das Feld der Migration und Flucht radikal neu zu denken und als eine gesellschaftsbewegende und gesellschaftsbildende Kraft zu verstehen.

Forschungsinteressen

  • Flucht
  • Europäisches Grenzregime
  • Diskursanalyse

Publikationen

  • Anita Rotter, Frauke Schacht (im Druck): Generation Migration. Bewegte Biografien in der postmigrantischen Gesellschaft, in: Marc Hill, Erol Yildiz (Hg.): Postmigrantische Visionen, Bielefeld: Transcript Verlag
  • Frauke Schacht (2018): Zwischen Schwarz und Weiß gibt es viele Farben! Eine kontrapunktische Perspektive auf die Flüchtlingskategorie, in: Annegret Reese-Schnitker, Daniel Bertram, Marcel Franzmann (Hg.): Migration, Flucht und Vertreibung. Theologische Analyse und religionsunterrichtliche Praxis, Kohlhammer: Stuttgart
  • Frauke Schacht (2016): Prinzip Hoffnung? Überlebensstrategien von Menschen im Asylverfahren, in: Annemarie Profanter (Hg.): Interkultureller Dialog, Band 7. Kulturen im Dialog IV. Viertes JungakademikerInnen-Forum in Südtirol, Frankfurt am Main: Peter Lang, 101113

Vorträge

  • Sprache (M)macht Rassismus | Sprache und Macht, Friedrich-Ebert-Stiftung Leipzig, 04.2018
  • Divide et impera. Zur Problematik der Unterscheidung von Flucht und Migration | Flucht – Migration – Asyl, Karl-Franzens-Universität Graz, 15./16.03.2018
  • Jenseits von Tätern, Opfern und Helden. Eine kontrapunktische Perspektive auf die Flüchtlingskategorie | Willkommenskultur in der Migrationsgesellschaft, Ludwig-Maximilian-Universität München, 02./03.02.2018
  • Between perpetrator, victim and hero. A contrapuntal perspective on the categorization of refugees | Contested Borderscapes - Transnational Geographies vis-à-vis Fortress Europe, Mytilene, 28.09.–01.10.2017
  • Generation Migration. Aufwachsen im alpin-urbanen Raum | Internationale Migrationskonferenz: Migration und Generation, Universität Innsbruck, 23.–25.06.2016
  • Was Inklusion (nicht) ist! Eine erziehungswissenschaftliche Perspektive auf ein „Modewort“ | Symposium: Challenge Accepted – Herausforderungen im Berufsalltag von Instrumentallehrkräften, Kunstuniversität Graz, 22./23.04.2016 

Mitgliedschaften

  • Netzwerk Flüchtlingsforschung (Deutschland)
  • Tiroler Integrationsforum (Innsbruck)
  • Obfrau des Vereins Arge Schubhaft
  • Projekt FLUCHTpunkt (Innsbruck)

Kontakt

Doktoratskolleg „Dynamiken von Ungleichheit und Differenz im Zeitalter der Globalisierung“
Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“

Mail: frauke.schacht[at]student.uibk.ac.at