Tanja Vogler, PhD

Zur Person

Foto_Vogler10/2017 bis 06/2021 | Kollegiatin des Doktoratskollegs „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation: Räume – Relationen – Repräsentationen“ der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck an der Universität Innsbruck 

seit 04/2017 | Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung

seit 08/2015 | Doktorandin an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Leopold Franzens Universität Innsbruck; Lehr- und Forschungsbereich Kritische Geschlechterforschung am Institut für Erziehungswissenschaft; Betreuerin: Univ.-Prof. Dr. Michaela Ralser

12/2015 bis 11/2016 | Doktoratsstipendium NEU aus der Nachwuchsförderung der Universität Innsbruck

2014 | Preis für Frauen/geschlechtsspezifische/feministische Forschung an der Universität Innsbruck

10/2015 bis 11/2015 | Lehre Seminar Einführung in die Kritische Psychologie

08/2011 bis 06/2014 | Master Studium Psychologie

08/2008 bis 08/2011 | Bachelor Studium Psychologie

Promotionsprojekt

Das politische Subjekt des queeren Aktivismus: Diskurs- und Akteurskonstellationen queerer Politiken im deutschsprachigen Raum: eine empirische Untersuchung

Vor dem Hintergrund einer queeren Kritik an (eindeutigen) Identitätspolitiken, ist der Frage nachgegangen eorden, wie aktuelle queere Politiken ein politisches Subjekt herstellen. Hierzu wurde das Text- und Bildmaterial von fünf queeren Projekten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – Jugendnetzwerk Lambda BB, LesMigraS, TransInterQueer e.V., Türkis Rosa Lila Villa, Milchjugend – diskursanalytisch aufgearbeitet. Zudem wurden Interviews mit Aktivist*innen aus den jeweiligen Projekten geführt und mit der Bedingungs-Bedeutungs-Begründungsanalyse aus der Kritischen Psychologie ausgewertet. Die Analysen haben gezeigt, dass es den queeren Einrichtungen gelingt, ein offeneres, weniger eindeutiges politisches Subjekt zu konstituieren, das sich jedoch nach wie vor entlang identitätspolitischer Ambivalenzen bewegt: Beispielsweise brauchen die Projekte eine eigene vereindeutigende Geschichte, in der sie sich verorten können und arbeiten gleichzeitig gegen Pride-Erinnerungskulturen, in denen ein eindeutig weißes, homosexuelles politisches Subjekt konstituiert wird. Statt eindeutiger Identitäts-Kategorien werden Mehrfachidentitäten, Affekte und Prekaritäten eingesetzt, die selbst aber auch nicht ganz frei von Ein- und Ausschlüssen sind. Gleiches gilt für Versuche, auf den Solidaritätsbegriff zu rekurrieren. Das queere Wir konstituiert sich aber auch als Unterstützungsort, der im Sprechen über das Coming-out die Möglichkeit eröffnet, „ja“ zu einer individuellen, eindeutigen Identität zu sagen, obwohl gleichzeitig eine eigene kollektive (eindeutige) Identität abgelehnt wird. Die Auswertung der Interviews hat zudem gezeigt, dass es einerseits ein moralisches Subjekt braucht, das in eine soziale Bewegung eintritt, während andererseits, eine offene Bewegung keine endgültigen Antworten auf die Frage nach dem „richtigen Leben“ geben kann.

Forschungsinteressen

  • Queer Theory
  • Diskursforschung
  • Kritische Psychologie
  • Postkoloniale Theorien
  • Soziale Bewegungen

Publikationen

Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften:

Vogler, T. (2021). Das Coming-out zwischen (Selbst-) Ermächtigung und „Geständnispraxis “– Eine diskursanalytische Betrachtung aktivistischer Coming-out-Diskurse am Beispiel von zwei queeren Jugendzeitschriften. Jahrbuch erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung17(1).

Malich, L., & Vogler, Tanja. (2021). Queering Kritische Psychologie: Intersections between Queer Feminist Approaches and German Critical Psychology. International Review of the Theoretical Psychologies, 1(1), 228-244. https://doi.org/http://dx.doi.org/

Sperk, V., Altenberger, S., Lux, K., & Vogler, T. (Eds.). (2020). Geschlecht und Geschlechterverhältnisse bewegen: Queer/Feminismen zwischen Widerstand, Subversion und Solidarität. Transcript Verlag.

Vogler, T. (2020). Pride-Paraden. Queere Erinnerungspolitiken. In Geschlecht und Geschlechterverhältnisse bewegen :Queer/Feminismen zwischen Widerstand, Subversion und Solidarität(pp. 73-96). Transcript-Verlag.

Mitterhofer, H., Fritsche, M., Vogler, T., Madlung, F. Brandmayr, M. (2019). „UND WER SCHÜTZT UNS BÜRGER?????????“ – Über das Verhältnis von Ideologie, Affekt und Politik am Beispiel des Facebook-Wahlkampfes der FPÖ. Zeitschrift Diskurs.

Malich, L., Vogler, T.[1] „Kritische Psychologie mit kleinem q“ (2018): Anschlüsse zwischen subjektwissenschaftlicher Theorie und queer-feministischen Ansätzen. Journal für Psychologie, 26(2), 160-183.

Brandmayr, M., Mitterhofer, H., Vogler, T., Fritsche, M., Madlung, F. (2018) Das Politische in sozialen Medien am Beispiel Facebook: Herausforderungen für eine politische Bildung. SWS-Rundschau, 58(3), 328-348.

Publikationen in transferorientierten Zeitschriften

Vogler, Tanja (2018): „Mein Partner und ich legen keinen Wert auf die Bekanntschaft mit Muslimischen Einwanderern, für die unsere Liebe eine Todsünde ist“- Die Instrumentalisierung von Geschlechter- und Sexualpolitiken durch rechte Parteien. In: AEP-Informationen. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 45/1, S. 33-35.

Rezensionen:

Vogler, Tanja (2019): Barker, Meg-John & Scheele, Julia: Queer – Eine illustrierte Geschichte. Münster: Unrast, 2018. In: AEP-Informationen. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 45/4, S..43

Vogler, Tanja (2018): Ahmed, Sara: Feministisch leben! Manifest für Spaßverderberinnen. Münster: Unrast, 2017. In: AEP-Informationen. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 45/1, S. 55-56.

Vogler, Tanja (2017): Hausbacher, Eva et al: Migration und Geschlechterverhältnisse. Kann die Migrantin sprechen? Berlin: Springer, 2012. In: AEP-Informationen. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 44/4, S. 50.

Vogler, Tanja (2017): Becker-Schmidt, Regina: Pendelbewegungen – Annäherungen an eine feministische Gesellschafts- und Subjekttheorie. Aufsätze aus den Jahren 1991 bis 2015. Leverkusen: Barbara Budrich, 2016. In: AEP-Informationen. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 44/2, S. 42 - 43.

[1] Alphabetische Reihenfolge, geteilte Erstautorinnenschaft.

Vorträge

  • Pride Paraden- ein umkämpfter Ort queerer Politiken, Innsbruck, Jahrestagung ÖGGF 2019, CfP angenommen, 2019
  • Zur Frage des Politischen in sozialen Medien- Eine diskursanalytische Untersuchung mit Implikationen für die Politische Bildung?, Paris, 3.Diskursnetzkongress zusammen mit ALED, 2019, CfP angenommen
  • „Queere“ Politiken diesseits oder jenseits von identiären Fixierungen und Exklusionen?, Wien, Jahrestagung ÖGGF 2018
  • „Queere“ Politiken diesseits oder jenseits von identiären Fixierungen und Exklusionen?, Köln, Tagung: Feministische und Queere Perspektiven für die Psychologie, 2017
  • Die (Re-)Produktion von Geschlechternormen in der „transsexuellen Praxis", Innsbruck, Salon Adelheid - ArchFem; 2016
  •  „Queere“ Politiken diesseits oder jenseits von Identitätspolitiken?, Innsbruck, Workshop, Feministische Frühlings Universität 2016
  •  Vortrag: Ferienuni Kritische Psychologie 2014, Titel: (Re)Produktion von Geschlechternormen in der Transsexuellen Praxis
  • Workshop: Feministische Frühlingsuni 2016, Titel: „Queere“ Politiken diesseits oder jenseits von Identitätspolitiken?
  • Vortrag: Salon Adelheid, Titel: (Re)Produktion von Geschlechternormen in der Transsexuellen Praxis

 Mitgliedschaften

  • Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck
  • Verein kritische Psychologie Innsbruck

Kontakt

Mail: Tanja.Vogler[at]uibk.ac.at

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