Jutta Torggler, MA

Zur Person

seit 10/2018 | Kollegiatin des Doktoratskollegs „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation: Räume – Relationen – Repräsentationen“ der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck an der Universität Innsbruck

seit 10/2018 | Doktorandin an der Fakultät für Soziale und Politische Wissenschaften der Leopold Franzens Universität Innsbruck; Betreuer: Priv. Doz. Mag. Dr. Bernhard Weicht

2015 - 2018 | Masterstudium Soziologie: Soziale und politische Theorie an der Universität Innsbruck, Abschlussarbeit: „Familie, Arbeit, Kinderbetreuung. Familiäre Praktiken im sozialen Kontext“

04/2015 - 12/2017 | Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin, Tutorin und allgemeine studentische Hilfskraft am Institut für Soziologie der Universität Innsbruck

 2013 - 2015 | Bachelorstudium Soziologie an der Universität Innsbruck, Abschlussarbeit: „Class Passing. Eine theoretische Grundlegung“

2010–2013 | Bachelorstudium Lehramt an Volksschulen an der Pädagogischen Hochschule Tirol, Abschlussarbeit: „Gender Learning. Geschlechtertheoretische Diskurse im Feld der Schule“ 

 

 


Promotionsprojekt

Relationale Praktiken der Familienkonstitution (Arbeitstitel)

Ein Kernthema der aktuellen Debatte rund um Care ist die Neuorganisation von Kinderbetreuung, nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch im Privaten. Ein Großteil der Kinderbetreuung wird nämlich nach wie vor in der Familie, und hier insbesondere von Frauen, erbracht. Die Bedingungen dafür haben sich aber gewandelt, denn Individualisierungsprozesse führten zu einer Loslösung der Familie aus engen, gesellschaftlichen Normvorgaben: Einstellungen zum Geschlechterverhältnis sind vergleichsweise egalitär, Frauen sind in der Regel ebenfalls erwerbstätig, Familienformen sind vielfältig und Arbeitsverhältnisse atypisch und prekär geworden. Der traditionellen „male breadwinner“ Familie wurde daher ihre Grundlage, eine strikte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, entzogen. Vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich Familie heute konstituiert. Die zentrale Annahme dazu lautet, dass der Konstitution von Familie aktive Herstellungs- und Gestaltungsprozesse zugrunde liegen. Diese können auch als Doing Family bezeichnet werden, kreisen inhaltlich um die Ermöglichung von Care und gewährleisten damit auch die Abdeckung der Kinderbetreuung.

Doing Family und die Organisation von Care-Arbeit im Privaten ist dabei jedoch nicht als individuelle Angelegenheit zu verstehen, sondern wird durch strukturelle Möglichkeiten und Notwendigkeiten mitgestaltet. Dazu gehört der Einfluss sozialstaatlicher Regulierungen (Betreuungsangebote und Karenzmodelle), die Einbindung in einen geschlechtsspezifisch strukturierten Arbeitsmarkt und der lokale, kulturelle Kontext. Um zu erklären, warum Familienleben und Care auf eine bestimmte Art und Weise organisiert und gestaltet werden, ist es daher notwendig, nicht nur nach der Konstitution von Familie heute zu fragen, sondern zu berücksichtigen, inwiefern und wie der institutionelle Kontext in die Konstitution von Familie hineinwirkt. Dies soll im Rahmen dieses Dissertationsprojektes geschehen, indem in Anlehnung an einen relationalen Ansatz Prozesse des Doing Family und ihr Verhältnis zum institutionellen Kontext am Übergang vom Paar zur Familie sichtbar gemacht werden.

 Forschungsinteressen

  • Geschlechterforschung, feministische Theorie
  • Intersektionale Ansätze und Analysen
  • Theorien sozialer Klassen, soziale Ungleichheit im Bildungskontext
  • Qualitative Sozialforschung

Publikationen

 Vorträge

Mitgliedschaften

Kontakt

Mail: jutta.torggler [at] student.uibk.ac.at

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