Nayra Hammann, BA MSc

Zur Person

Foto Nayra Hammann

Seit 07/2021 | Kollegiatin des Doktoratskolleg „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation: Räume – Relationen – Repräsentationen“ der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck an der Universität Innsbruck. 

Seit 02/2021 | Universitätsassistentin im Lehr- und Forschungsbereich Wirtschaft- und Sozialgeschichte am Institut für Geschichstwissenschaften und Europäische Ethnologie an der Universität Innsbruck. 

09/2018 – 01/2021 | Masterstudium „History and Philosophy of Science“ an der Utrecht University, Titel der Masterarbeit: The Spectacle of Scientific Masculinity – Military, Science and Masculinity in Great Britain and Germany 1820-1880

10/2011 – 06/2018 | Bachelorstudium „Kultur und Technik“ mit Schwerpunkt auf Wissenchafts- und Technikgeschichte an der Technischen Universität Berlin.

Promotionsprojekt

„Maskulinitätskulturen in den Naturwissenschaften in Großbritannien und im Deutsch-sprachigen Raum 1820-1880“

In meiner Forschungsarbeit untersuche ich wie „Naturforscher“ und „men of science“ auf zeitgenössische Geschlechter-Diskurse zurückgriffen und, in Folge ihre Tätigkeit sozial aufwerteten. Dabei beginne ich mit meiner Diskursanalyse in den 1820er Jahren: Zu dieser Zeit hatten insbesondere Männer aus der englischen und deutschen gebildeten Schicht damit zu kämpfen, dass geistige Arbeit mit Passivität und Rückzug aus dem öffentlichen Leben assoziiert waren; Eigenschaften, die zunehmend mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht wurden. Die daraus resultierenden Debatten um die Zukunft der Wissenschaften waren eng verknüpft mit der Aufgabe eines Entwurfs einer ‘wissenschaftlichen Maskulinität’. Während die Akteure diese konzipierten, evozierten sie in der Öffentlichkeit Vorstellungen von hegemonialer Maskulinität. Eine Vorstellung von resilienter, hegemonialer Maskulinität war jene, die Maskulinität mit Krieg verbindet. Naturwissenschaftler benutzten eine Sprache, die Zuhörer:innen mit Heldentum und Militärkultur assoziierten. Sie beriefen sich auf militärische Werte wie Mut, Stärke, Disziplin und Ausdauer und verbreiteten die Vorstellung, dass das wissenschaftliche Unternehmen genauso wichtig für den Staat sei wie die Armee und Marine. Zusammengefasst erörtere ich wie Naturwissenschaftler sich zu zeitgenössischen Vorstellungen von hegemonialer Maskulinität positionierten und dabei einen festen, - mit hegemonialer Maskulinität assoziierten – Platz in der kulturellen Imaginationswelt ihres Landes suchten. Die Folge dieser Bestrebungen war, dass die Autorität, mit der Naturwissenschaftler Anfang des 20. Jahrhunderts im öffentlichen Leben auftraten, eine stark maskulin konnotierte war.

 

Abstract (English Version)

In my research project I investigate how “Naturforscher” and “men of science” referred to contemporary gender-discourses and consequently heightened their social status. Starting point for my discourse analysis are the 1820s: During that time men from the educated German and British classes struggled with the fact that intellectual work was associated with passivity and reclusiveness from public life; characteristics that became increasingly associated with femininity. The resulting debates about the future of the natural sciences were linked with the challenge of conceptualizing a ‘scientific masculinity’. While drafting that concept, historical actors evoked ideas about hegemonic masculinity in public. One idea of resilient, hegemonic masculinity was militaristic masculinity. Nineteenth-century men of science used a vocabulary that listeners associated with heroism and the culture of military. In detail, they appealed to military virtues such as courage, strength, vigour, discipline and endurance and they advocated that the scientific enterprise was equally important for the State as the Army and Navy was. In sum, I analyze how scientists referred to ideas about hegemonic masculinity while trying to gain a socially relevant position for themselves in the cultural imagination of their respective nations. At the end of the Nineteenth century, the scientists’ endeavors to link their profession with ideas about hegemonic masculinity, had the effect that they gained public authority and that their scientific authority became intrinsically connected with masculinity and maleness.

Forschungsinteressen

  • Wissenschaftsgeschichte
  • Historische Geschlechterforschung
  • Masculinity Studies
  • Wissenschaftsphilosophie

Mitgliedschaften

  • Doktorand*innen-Netzwerk der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck

Lehre

  • SoSe 2021 (Online): UE Quellen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und ihre Darstellung. Wissenschafts- und Technikgeschichte
  • WiSe 2021/22 (Online): UE Quellen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und ihre Darstellung. Wissenschafts- und Technikgeschichte
  • WiSe 2021/22 (Mitwirkung): SE Wirtschafts- und Sozialgeschichte: Naturwissenschaft und Männlichkeit im 19. Jahrhundert

Kontakt

Mail: Nayra.Hammann[at]uibk.ac.at

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