Absolvent_innen

Tanja Vogler 

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Erziehungs- und Bildungswissenschaft

Das politische Subjekt des queeren Aktivismus : Diskurs- und Akteurskonstellationen queerer Politiken im deutschsprachigen Raum: eine empirische Untersuchung

Vor dem Hintergrund einer queeren Kritik an (eindeutigen) Identitätspolitiken, ist der Frage nachgegangen eorden, wie aktuelle queere Politiken ein politisches Subjekt herstellen. Hierzu wurde das Text- und Bildmaterial von fünf queeren Projekten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – Jugendnetzwerk Lambda BB, LesMigraS, TransInterQueer e.V., Türkis Rosa Lila Villa, Milchjugend – diskursanalytisch aufgearbeitet. Zudem wurden Interviews mit Aktivist*innen aus den jeweiligen Projekten geführt und mit der Bedingungs-Bedeutungs-Begründungsanalyse aus der Kritischen Psychologie ausgewertet. Die Analysen haben gezeigt, dass es den queeren Einrichtungen gelingt, ein offeneres, weniger eindeutiges politisches Subjekt zu konstituieren, das sich jedoch nach wie vor entlang identitätspolitischer Ambivalenzen bewegt: Beispielsweise brauchen die Projekte eine eigene vereindeutigende Geschichte, in der sie sich verorten können und arbeiten gleichzeitig gegen Pride-Erinnerungskulturen, in denen ein eindeutig weißes, homosexuelles politisches Subjekt konstituiert wird. Statt eindeutiger Identitäts-Kategorien werden Mehrfachidentitäten, Affekte und Prekaritäten eingesetzt, die selbst aber auch nicht ganz frei von Ein- und Ausschlüssen sind. Gleiches gilt für Versuche, auf den Solidaritätsbegriff zu rekurrieren. Das queere Wir konstituiert sich aber auch als Unterstützungsort, der im Sprechen über das Coming-out die Möglichkeit eröffnet, „ja“ zu einer individuellen, eindeutigen Identität zu sagen, obwohl gleichzeitig eine eigene kollektive (eindeutige) Identität abgelehnt wird. Die Auswertung der Interviews hat zudem gezeigt, dass es einerseits ein moralisches Subjekt braucht, das in eine soziale Bewegung eintritt, während andererseits, eine offene Bewegung keine endgültigen Antworten auf die Frage nach dem „richtigen Leben“ geben kann.

Persönliche Seite

Flavia Guerrini


 

 

 

 

 

 


Das Doktoratskolleg wird vom Förderkreis der Universität Innsbruck 1669 - Wissenschaft Gesellschaft unterstützt.

 

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