Abstract zur Dissertation

Die Repräsentation Österreichs in der Encyclopédie

 

Martina Mayer, Institut für Translationswissenschaft

 

Meine Dissertation steht in losem Zusammenhang mit einem breit angelegten, von em. o. Univ.-Prof. Dr. Sigurd Paul Scheichl (Universität Innsbruck) und Univ.-Prof. Dr. Karl Zieger (Université Charles de Gaulle, Lille 3) initiierten wissenschaftlichen Projekt, das die französisch-österreichischen Kulturbeziehungen ab dem Beginn der Regierungszeit von Maria Theresia zunächst bis 1918, in einem zweiten Schritt bis zur Gegenwart in einem Lexikon mit vorwiegend prosopographischen Artikeln erfassen wird.

Im Rahmen solch eines Vorhabens ist unter anderem zu reflektieren, welche Vorstellungen von und welche Einstellungen zu dem jeweils anderen Land und seinen Menschen existieren und wie diese sich im Lauf der Zeit unter dem Einfluss wechselhafter politischer und geistesgeschichtlicher Verhältnisse verändern. Dementsprechend wird sich meine Arbeit der Frage widmen, inwiefern Österreich in der Encyclopédie (mit vollem Titel Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers, par une société de gens de lettres. Mis en ordre & publié par M. DIDEROT, de l’Académie Royale des Sciences & des Belles-Lettres de Prusse ; et quant à la PARTIE MATHÉMATIQUE, par M. D’ALEMBERT, de l’Académie Royale des Sciences de Paris, de celle de Prusse, & de la Société Royale de Londres), dem monumentalen Nachschlagewerk der französischen Aufklärung von Denis Diderot (1713-1784) und Jean Le Rond d’Alembert (1717-1783), repräsentiert ist.

Die Untersuchung widmet sich somit dem Bild, das die intellektuelle Avantgarde der französischen Aufklärung mit dem Konzept Autriche assoziiert und ob der Zensur oft genug vorsichtshalber in unscheinbaren und ideologisch unverdächtigen Artikeln versteckt hat. Dies geschieht vor dem Hintergrund der französischen Wörterbuchlandschaft des 18. Jahrhunderts samt ihren gesellschaftlichen Einflussfaktoren und unter Berücksichtigung der Praktiken, die beim enzyklopädischen Schreiben damals Usus waren.
  

Hauptbetreuer: em. o. Univ.-Prof. Dr. Sigurd Paul Scheichl, Institut für Germanistik

Zweitbetreuerin: ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Gunda Barth-Scalmani, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie 

Nach oben scrollen