Quantentechnologien verantwortlich gestalten: Internationale Forschungsgruppe mit Prof. Kettemann legt Agenda für „Responsible Quantum Technologies“ in "Ethics and Society" vor

Quan­ten­tech­no­lo­gien entwi­ckeln sich rasant – und mit ihnen wachsen die gesell­schaft­li­chen, ethi­schen und geopo­li­ti­schen Heraus­for­de­run­gen.

 

Ethics and society

 

Eine kürzlich in der Fach­zeit­schrift Ethics and Soci­ety veröf­fent­lichte inter­na­ti­o­nale Studie zeigt auf, wie Quan­ten­tech­no­lo­gien von Beginn an verant­wor­tungs­voll entwi­ckelt und gestaltet werden können. An der Studie betei­ligt ist auch der Inns­bru­cker Rechts­wis­sen­schaftler Matt­hias C. Kettemann vom Institut für Theorie und Zukunft des Rechts.

Unter dem Titel “Current and Future Directions for Responsible Quantum Technologies: A ResQT Community Perspective” bündelt ein internationales und interdisziplinäres Forschungsteam die bisherigen Arbeiten der Responsible Quantum Technologies (ResQT) Community und entwickelt eine Forschungs- und Governance-Agenda für die kommenden Jahre. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der gerechte Zugang zu Quantentechnologien, mögliche neue globale und gesellschaftliche „Quantum Divides“, Dual-Use-Risiken, Nachhaltigkeit sowie die frühzeitige Beteiligung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen.

„Bei Quantentechnologien sollten wir nicht denselben Fehler wiederholen wie bei früheren Technologiesprüngen und erst dann über Regeln und gesellschaftliche Folgen diskutieren, wenn die wesentlichen technischen und wirtschaftlichen Strukturen bereits feststehen. Verantwortungsvolle Innovation muss Teil der Entwicklung selbst sein“, sagt Mitautor Matthias C. Kettemann von der Universität Innsbruck.

Die Autor plädieren deshalb für einen Ansatz der anticipatory governance: Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen sollen parallel zur technologischen Entwicklung untersucht werden. Erfahrungen aus der Regulierung von Künstlicher Intelligenz und anderen neuen Technologien könnten dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig gesellschaftlich wünschenswerte Anwendungen zu fördern.

Die Studie ist Open Access erschienen:

Adrian Schmidt et al., Current and Future Directions for Responsible Quantum Technologies: A ResQT Community Perspective,  Ethics Soc. (2026) 20:28, https://doi.org/10.1007/s11569-026-00522-2 
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