Dort lehrte er in erster Linie zu internationaler Medienpolitik, mit besonderem Augenmerk auf Lateinamerika, Afrika und Asien. In den letzten Jahren rückte immer stärker das Thema Medien und Krieg sowie Medien und Migration in den Mittelpunkt seines Interesses.
Eine ganze Generation von Innsbrucker Studierenden prägte Jörg Becker mit seinen legendären Exkursionen, die unter dem losen Überthema „Medien und Gesellschaft in nicht-demokratischen Systemen“ in den Libanon, nach Georgien, Mali, Usbekistan, Myanmar und Nordkorea führten. Ein Treffen mit dem libanesischen Politiker Walid Dschumblat, der Besuch der Wüstenstadt Timbuktu, oder beklemmende Einblicke in das totalitäre System Nordkoreas schufen für alle Teilnehmer:innen hautnahe Erfahrungen und nachhaltige Erinnerungen.
Zu den Studierenden pflegte Jörg Becker ein kollegiales und offenes Verhältnis, dem es ohne Druck gelang, das Interesse an Medien und Politik zu wecken. Zahlreiche Studierende am Institut haben bei ihm ihre Abschlussarbeiten geschrieben, von ihm immer sehr aufmerksam betreut. Hinter der “deutschen Schnauze“ versteckte sich ein liebenswürdiger Mensch mit all seinen Ecken und Kanten, die erst daraus einen Charaktermenschen formen.
Unter dem Titel „Widerworte“ veröffentlichten seine Kollegen Frank Deppe, Wolfgang Meixner und Günther Pallaver 2011 eine Festschrift für Jörg Becker anlässlich seines 65. Geburtstages. Auch nach seiner Pensionierung besuchte er immer wieder Innsbruck, wo er mit Vorliebe seine neuen Bücher vorstellte.
Das Institut für Politikwissenschaft wird Jörg Becker immer in guter Erinnerung behalten.
Günther Pallaver & Lore Hayek
