Rund 30 Personen sitzen in einem Halbkreis, vorne sitzen 5 Panel-Teilnehmer:innen

Panel- und Fishbowl-Diskussion „Karriereentwicklung: Die Kompetenzen im Euregio-Arbeitsmarkt der Zukunft“ im Rahmen der Euregio Days des European Forum Alpbach 2026.

Zukunfts­kom­pe­tenzen für einen grenz­über­schrei­tenden Arbeits­markt

Wie verän­dert sich der Arbeits­markt in der Euregio Tirol-Südtirol-Tren­tino ange­sichts von Künst­li­cher Intel­li­genz? Und wie können Hoch­schulen Studie­rende darauf vorbe­rei­ten? Diese Fragen standen am 28. August im Mittel­punkt der Panel- und Fish­bowl-Diskus­sion „Karriereentwicklung: Die Kompe­tenzen im Euregio-Arbeits­markt der Zukunft“ im Rahmen der Euregio Days des Euro­pean Forum Alp­bach 2026.

Unter dem Motto „How Europe Wins“ wurden im Rahmen des European Forum Alpbach Europas drängendste Fragen, Herausforderungen und Chancen diskutiert. Die von Hannah Försterling (Club Alpbach Tirol) moderierte Panel- und Fishbowl-Diskussion richtete den Blick dabei auf eine konkrete regionale Herausforderung: die Entwicklung von Kompetenzen für einen zunehmend digitalen und dynamischen Arbeitsmarkt.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Erkenntnis, dass sich die Anforderungen an Arbeitnehmer:innen grundlegend verändern. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung werden nicht nur einzelne Tätigkeiten automatisieren, sondern Arbeitsabläufe und Berufsbilder insgesamt modifizieren. Gleichzeitig gewinnen jene Fähigkeiten an Bedeutung, bei denen menschliche Kompetenzen auch in einer zunehmend von KI geprägten Arbeitswelt eine zentrale Rolle spielen: kritisches und interdisziplinäres Denken, Kommunikation, Zusammenarbeit, interpersonelle Kompetenzen, Problemlösung und die Fähigkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

 

Gruppenfoto von 11 Personen in Business-Kleidung

Von rechts nach links: Prorektor Marco Baratieri (unibz), Rektor Flavio Deflorian u. Mara Sartori (UniTrento), Vizerektorin Patrizia Stoitzner (MUI), Vizerektorin Janette Walde (Universität Innsbruck), Chief Information Officer Peter J. Mirski (MCI), Hannah Försterling (CAT), Dejan Lukovic u. Marta Romeo (Universität Innsbruck), Siegfried Walch (MCI), Thomas Baumgartner (Universität Innsbruck).

„Wenn es automatisiert werden kann, wird KI es tun. Der menschliche Vorsprung: Zusammenhänge erkennen, bessere Fragen stellen, motivierte Teams.“ Mit diesem Statement brachte Peter Mirski, Chief Information Officer des Management Center Innsbruck (MCI), einen zentralen Gedanken der Diskussion auf den Punkt: Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz wird zunehmend Teil des beruflichen Alltags. Entscheidend wird daher nicht nur das technische Wissen sein, sondern die Fähigkeit, unter unsicheren Bedingungen Entscheidungen zu treffen, KI sinnvoll einzusetzen, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und Technologie mit menschlicher Expertise zu verbinden.  

Janette Walde, Vizerektorin für Lehre und Studierende der Universität Innsbruck, unterstrich außerdem, dass diese Entwicklung für die Hochschulen bedeutet, Bildung stärker als kontinuierlichen Prozess zu verstehen. Neben klassischen Studienangeboten gewinnen aus ihrer Sicht flexible und interdisziplinäre Bildungswege, modulare Lernangebote, Micro-Credentials und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens an Bedeutung. Wichtig sei dabei, Studierenden jene Kompetenzen mitzugeben, die es ihnen ermöglichen, auch während ihres Berufslebens auf neue Anforderungen zu reagieren und sich immer wieder weiterzuentwickeln.

Patrizia Stoizner, Vizerektorin für Forschung und Internationales an der Medizinischen Universität Innsbruck, unterstrich die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit: „European University Alliances sind eine wichtige Bildungsplattform, um jene Zukunftskompetenzen zu entwickeln, die der europäische Arbeitsmarkt braucht. Sie tragen dazu bei, die nächste Generation von Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen und Gesundheitsfachkräften auszubilden, indem sie Bildung, Forschung, Innovation und internationale Zusammenarbeit in Europa miteinander verbinden.“

Rektor Flavio Deflorian von der Università di Trento plädierte in diesem Zusammenhang für einen Perspektivwechsel im Verständnis der Rolle der Universität. Hochschulen müssten sich vom Fokus auf die reine Vermittlung von Fachwissen lösen und stärker jene methodischen Grundlagen schaffen, die Studierende befähigen, sich auch in neuen Situationen zurechtzufinden. Dazu zählt für Rektor Deflorian insbesondere ein reflektierter und bewusster Umgang mit Informationen. Hochschulbildung müsse damit stärker auf Orientierung und Urteilsfähigkeit als auf reines Faktenwissen ausgerichtet sein.

Auch die grenzüberschreitende Perspektive spielt dabei eine zentrale Rolle. Marco Baratieri, Prorektor für Lehre der Freien Universität Bozen, betonte die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit, kritischem Denken und Zusammenarbeit. Für die Euregio kommt eine weitere strategische Kompetenz hinzu: Mehrsprachigkeit. „In einer grenzüberschreitenden Region wie der Euregio ist Dreisprachigkeit zudem eine strategische berufliche Kompetenz: Sie erleichtert die Mobilität, fördert den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen und erweitert ganz konkret die Studien- und Berufsmöglichkeiten.“

In der anschließenden Fishbowl-Diskussion wurde der Dialog für das Publikum geöffnet. Die Diskussion bestätigte: Zukunftsfähigkeit entsteht im Zusammenspiel von Fachwissen, digitalen Kompetenzen, interpersonellen Fähigkeiten und der Bereitschaft zum kontinuierlichen Lernen. Gerade in der Euregio bietet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Hochschulen und European University Alliances die Möglichkeit, diese Kompetenzen gemeinsam und europäisch zu entwickeln.

Die Veranstaltung wurde von der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino und ihren European University Alliances organisiert und setzte einen konkreten Akzent im Rahmen der Euregio Days des European Forum Alpbach.

(Marta Romeo, Internationale Angelegenheiten)

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