- Wien – Pécs
- Pécs – Mohács – Subotica
- Beograd – Smederevo – Pozarevac – Veliko Gradiste
- Veliko Gradište – Golubac – Dobreța Turnu Severin – Băile Herculane – Orșova –Ieșelniță
- Ieșelniță – Anina/Steierdorf – Carașova – Reșița
- Sarmizegetusa – Densuș – Hunedoara – Alba Iulia
- Alba Iulia – Cisnădie – Sibiu
- Sibiu – Cisnădioara – Rășinari – Sibiel
- Avrig – Cârța – Sighișoara
Montag, 28. September 2026
Sighișoara – Copșa Mare – Mediaș












In Mediaș interessierte ...

... nicht nur der gotische Flügelaltar, ...

... sondern vor allem die Geheimfächer ...

... in den Zunftläden.

Mit einem gemeinsamen Abendessen in Alma Vii, ein Dorf bei Mediaș, beschließen wir, bevor wir am späten Abend in den Nachtzug nach Wien steigen, die Exkursion.

Wir wünschen allen einen guten Semesterstart: Noroc și Sanatate! Glück und Gesundheit!.
Sonntag, 27. September 2026
Avrig – Cârța – Sighișoara

Avrig/Freck: Samuel von Brukenthal prägte als Gouverneur unter Maria-Theresia die Geschicke des Fürstentums Siebenbürgen. Obwohl er, als Siebenbürger Sachse, nicht zum katholischen Glauben wechselte, brachte er es als einer der wenigen am Wiener Hof der Landesfürstin zu beträchtlichem Ansehen.

Aber nicht nur die Politik war ihm ein Anliegen, sondern auch die Reform und Verbesserung der Landwirtschaft. So entstand hier nicht nur eine an Schönbrunn angelegte Sommerresidenz, sonde4 auch ein landwirtschaftliches Mustergut.

Heute bildet sein Erbe, zu der auch das Stadtpalais in Hermannstadt gehört, die Grundlage einer kulturellen Stiftung, die nach 1990 aus Staatsbesitz wieder der evangelischen Landeskirche übertragen wurde.

Obwohl die Zisterzienserabtei Cârța/Kerz nur gute 200 Jahre bestand und danach, im 15, Jahrhundert, aufgegeben wurde, beeindrucken deren Überreste bis heute.

Das ehemalige Hauptschiff beherbergt, wie schon in Michelsberg, die Gefallenen des Krieges.

Die Erinnerung an diese Toten der deutschsprachigen Minderheit zog sich nach 1918 in eine Teilöffentlichkeit, abseits der staatlichen Erinnerungspolitik, zurück.

Sighișoara/Schäßburg erreichen wir ...

... nach dem Abendessen bei einer Bauernfamilie in Florești.
Samstag, 26. September 2026
Sibiu – Cisnădioara – Rășinari – Sibiel





Am Internationalen Markt für Ökotourismus wird eine Hora – ein traditioneller Rundtanz – getanzt. Einige von uns beteiligten sich daran.

Aber auch Kinder finden ihren Platz, beim Eisessen.

In Cisnădioara/Michelsberg präsentiert sich die mittelalterliche Kirchenburg nach eine umfangreichen Dachrenovierung in neuem Glanz.

Auch wenn die evangelische Gemeinde mittlerweile sehr klein ist, konnte dieses Projekt durch die Mithilfe von NGOs und Schulen realisiert werden.

Im Innenraum finden sich umgebettete Gefallene der Deutschen Minderheit aus dem Ersten Weltkrieg.






Mit einem Abendessen in Sibiel, ein Dorf in den Karpaten, schließen wir den Tag, ...

... nicht ohne der Hausherrin für die Gastfreundschaft zu danken.
Freitag, 25. September 2026
Alba Iulia – Cisnădie – Sibiu

Alba Iulia/Karlsburg als architektonischer Palimpsest. An diesem Ort lässt sich die Geschichte von den Römern über die Habsburger und das moderne Rumänien bis hin zur Europäischen Union ablesen. Jede Epoche hinterließ nicht nur ihre Bauten, sondern setzte auch bewusst Landmarks, um die jeweils eigene Geschichte hervorzuheben.

Die Anfang der 1920er Jahre errichtete Krönungskirche der rumänischen Könige steht nicht nur von ungefähr der Grablege der Hunyadi in der katholisch-ungarischen Kirche baulich gegenüber, ...

... sie begründet bewusst den historischen Anspruch Rumäniens auf Siebenbürgen.

Einer der Triumphbögen für Kaiser Karl VI. Er ließ im Zuge seiner Feldzüge gegen das Osmanische Reich und die Festigung seiner Herrschaft in diesem Raum ab etwa 1715 diese für damalige Verhältnisse moderne Festung errichten.

Die nahegelegene Militärgrenze der Habsburgermonarchie war in gewisser Weise auch Sehnsuchtsraum der rumänischsprachigen Bevölkerung im 18. Jahrhundert, konnte man sich doch durch den Eintritt ins Militär dem Zugriff der ungarischen Grundherren entziehen. Das führte 1784 zu einem Aufstand unter den Anführern Horia, Cloșca und Crișan. Dieser wurde unter Joseph II. niedergeschlagen. Das neue Rumänien der Zwischenkriegszeit instrumentalisierte diese Ereignisse für die eigene Geschichtspolitik und errichtete hier 1937 ein Denkmal, das auch die kommunistische Periode überdauerte.

Für die rumänische Erinnerungskultur und das nationale Bewusstsein spielt die griechisch-katholische Kirche in der Union von Blaj/Blasendorf eine bedeutende Rolle. Mit der Wiedervereinigung vom Teil der orthodoxen Kirche mit Rom wuchs unter rumänischsprachigen Bevölkerung die Hoffnung auf Anerkennung und sozialen Aufstieg.

Der Kontakt mit Rom führte zur Herausbildung eigener Eliten und der Entdeckung der römischen Vergangenheit dieses Raumes. Allenthalben trifft man in siebenbürgischen Orten daher auch die Kapitolinische Wölfin.

Cisnădie/Heltau gehört zu den ältesten Siedlungsorten der Siebenbürger Sachsen, einer deutschsprachigen Gruppe, die seit dem Mittelalter in Siebenbürgen ansässig ist. Seit dem 16. Jahrhundert sind sie evangelisch, Augsburger Bekenntnis.

Die Wehrkirche wurde in den letzten Jahren unter Pfarrer László Zorán Kézdi aufwändig renoviert. Er führte uns auch durch die Anlage und erklärte uns die freigelegten Fresken, die vielfach auf die Zeit vor der Reformation zurückweisen.

Unter anderem wurden in der Kuppel Darstellungen der Apokalyptischen Reiter gefunden, die offenbar auf die dramatischen Ereignisse des sog. Mongolensturms 1241 verweisen.

Die Orgel der Firma Wegenstein und Söhne Bukarest wurde 1942 in Auftrag gegeben. Sie zählt zu den letzten Arbeiten dieser Orgelbauer, deren Werkstatt im Verlauf des Krieges zerstört wurde. Wir durften auch darauf spielen.

Mit einem Blick aus dem Kirchenfenster wenden wir uns Sibiu/Hermannstadt zu.
Donnerstag, 24. September 2026
Sarmizegetusa – Densuș – Hunedoara – Alba Iulia

Sarmizegetusa (Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa), war bis in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts römische Kolonie und Hauptstadt der römischen Provinz Dakien.

Der Ort gehört seit 2024 zum UNESCO- Weltkulturerbe. Der Bezug auf das antike Rom spielt für die rumänische Identität bis heute eine nicht unwesentliche Rolle.

Die Kirche zum Heiligen Nikolaus in Densuș stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist mit Fresken (14. Jahrhundert) ausgestaltet.

Für den Bau der Steinkirche verwendete man Spolien aus den römischen Ruinen. Wir hatten Glück; die Messnerin hatte unseren Bus gesehen und unterbrach die Zwetschkenernte, um uns aufzusperren.






Am Abend erreichten wir Alba Iulia/Karlsburg.
Mittwoch, 23. September 2026
Ieșelniță – Anina/Steierdorf – Carașova – Reșița

Aufbruch von Ieșelniță. Auf dem Weg in den nördlichen Teil des rumänischen Banat.

Die ehemalige Bergbaustadt Oravița besaß seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein eigenes Theater.

Während die Renovierungsarbeiten seit Jahren andauern, ist der Kaffeeautomat im Zuschauerraum (links unten) schon betriebsbereit.

Im Apothekermuseum von Oravița.

Obwohl die Stadt seit Jahrzehnten von Abwanderung betroffen ist und mittlerweile viele Gebäude verfallen, bemühen sich einzelne Personen ungebrochen um den Erhalt des kulturellen Erbes.

Die Gemeinde Anina bzw. Steierdorf mit einer römisch-katholischen Kirche:

Der Ort – ursprünglich von Spezialisten unter anderem aus der Steiermark begründet – war seit dem 18. Jahrhundert vom Bergbau geprägt ...

... Bis weit ins 20. Jahrhundert charakterisierte diesen Teil des Banat eine große Vielfalt von kleineren ethnischen Gruppen.

Carașova – eine „kroatische” Siedlung mitten im Karst.





Dienstag, 22. September 2026
Veliko Gradište – Golubac – Dobreța Turnu Severin – Băile Herculane – Orșova –Ieșelniță

Reste eines Steinbruchs bei Golubac, der für den Bau der Uferstraße Verwendung fand. Bei Golubac beginnt sich die Donau zu verengen. Ab hier setzte bis zum Bau des Kraftwerkes der für die Schifffahrt schwierige Streckenabschnitt ein.

Zugleich steht die Festung Golubac an einem neuralgischen Punkt für die politische Raumbildung. Er markiert den Herrschaftsübergang zwischen dem Königreich Ungarn und dem Osmanischen Reich.

Blick auf das Eiserne Tor von der serbischen Seite.

Straßenszene bei Golubac.

Grenzübertritt beim Donaukraftwerk (Dobreța Turnu Severin). Entlang der Donau existieren in diesem Streckenabschnitt keine Brücken.

Das 1972 nach einem Abkommen zwischen Rumänien und Jugoslawien fertiggestellte Kraftwerk wird hier als Brücke genutzt. Mit dem Rückstau der Donau ging allerdings auch ein wichtiges Kulturgut, die Insel Ada Kaleh, verloren.

Băile Herculane (Herkulesbad) blickt seit der Römerzeit auf eine kontinuierliche Nutzung als Heilbad zurück.

Die Blütezeit setzte allerdings erst mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ein. So besuchte auch das Österreichische Kaiserpaar das mondäne Kurbad mehrfach.

Während in der sozialistischen Zeit der Ort noch der Erholung der Arbeiterschaft diente, verfallen die historischen Gebäude seit der Wende zunehmend.

Die katholische Kirche in Orșova ist nicht nur architektonisch eine Besonderheit, sondern sie ist die einzige Kirche, die im sozialistischen Rumänien – als Folge des Staudammbaus – neu errichtet wurde.

Sie sollte auch jene Kirche ersetzen, in der 1849 die Heilige Stephanskrone Zuflucht gefunden hatte.

Den Abschluss des Tages bildete eine durchaus abenteuerliche Bootsfahrt auf der Donau, ...

... von wo aus wir den Eingang einer Karsthöhle und ...

... die Trajanstafel am serbischen Ufer aus der Nähe besichtigen konnten. Drum bun!
Montag, 21. September 2026
Beograd – Smederevo – Pozarevac – Veliko Gradiste

Auf dem Korso von Beograd: Nicht nur vor Amtsgebäuden trifft man auf die serbische Nationalfahne, ...

... sondern allenthalben sind diese auch quer über die Straße gespannt. Ebenso zieren offensichtliche Wahlplakate zahlreiche Hausfassaden, nicht wenige verweisen dabei auf zweifelhafte Sponsoren russischer Energiekonzerne mit Eigeninteressen. Serbien steht vor der Wahl…


Straßenzüge im Zentrum von Beograd. Neben dem Bild von Gavrilo Princip, dem damals radikalisierten, jugendlichen Attentäter von Sarajevo 1914, die Aufschrift: „Die Gräber werden uns und Europa vereinen… Tod der NATO".

Die Bombardierung der serbischen Hauptstadt durch die NATO im Rahmen des Kosovokrieges 1999 ist auch baulich gegenwärtig, so wird das damals zerstörte Verteidigungsministerium als Ruine bewusst konserviert.

Referate und Geländeansprachen, wie hier auf dem Kalemegdan, der historischen Festungsanlage Beograds, ...

... am Zusammenfluss von Save und Donau, liefern den Auftakt für vertiefende Diskussionen und das Verständnis für größere Kontexte und Zusammenhänge.

Über den Dächern der serbisch orthodoxen Kapelle auf dem Kalemegdan: Der Komplex der Rosenkirche auf der Festungsanlage wurde zweimal während der beiden Weltkriege zerstört und wiederaufgebaut. Im unteren Teil der Festungsanlage in Donaunähe befindet sich der trotz allem erhaltene Triumphbogen für Kaiser Karl VI. Er eroberte Belgrad und war zwischen 1718 und 1738 auch König von Serbien. Mittlerweile macht sich auf dem Gelände, in Bestlagen, die Immobilienbranche bemerkbar, wie man im Hintergrund erkennen kann.

Smederevo, wenige Kilometer Donau abwärts von Beograd: An der Mündung der Jezava gelegene Festung, war im 14. und im 18. Jahrhundert mehrfach politisches Zentrum Serbiens. 1941, nach dem Angriff und der Okkupation durch die Deutsche Wehrmacht diente die Anlage und der unweit davon liegende Bahnhof als Waffenlager für die Besatzer. Am 5. Juni 1941 zerstörte eine gewaltige Explosion große Teile der historischen Anlage und kostete Tausende Menschen das Leben.
Sonntag, 20. September 2026
Pécs – Mohács – Subotica

Kathedrale in Pécs (dt. Fünfkirchen, Baranja): Hier befindet sich einer der ältesten Universitätsstandorte Europas, gegründet 1367.

Innenansicht der Kathedrale (St. Peter und Paul) in Pécs: ein Neubau des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit romanischem Ursprung aus dem 11. Jahrhundert.

Im Zentrum von Pécs, Széchenyi-Platz: Hier lassen sich unschwer die Reste der osmanischen Herrschaft und ihrer kulturellen Einflüsse erkennen: die Gazi-Khassim-Pascha Moschee, heute Kirche der Gesegneten Jungfrau Maria.

Synagoge von Pécs am Kossuth-Platz: Die Stadt war nicht nur Zentrum der Donauschwaben, sondern auch einer bedeutenden jüdischen Gemeinde der Region im Süden Ungarns.

Gedenkort Mohács: Die Schlacht bei Mohács jährt sich heuer zum 500. Mal und stellt einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte dar. Vor allem aber ist sie ein wichtiger Bezugspunkt für die nationale Identität Ungarns.

An der EU-Außengrenze zu Serbien: Die Donau haben wir bereits überquert.

Rathaus in Subotica: vielsprachiger Hauptort der serbischen Vojvodina und Zentrum der Bunivci, einer an sich serbischen Bevölkerungsgruppe, die allerdings katholischen Glaubens ist.

Im Rathaus, ein Jugendstilbau, der 1912 fertiggestellt wurde: Im Sitzungssaal befinden sich an zentraler Stelle die Porträts von Kaiser Franz Joseph und Maria Theresia, gehalten in den ungarischen Nationalfarben und flankiert von Darstellungen wichtiger Persönlichkeiten aus der Geschichte Ungarns. Auch hier zeigt sich die kulturelle und ethnische Vielfalt dieser Region, die trotz der markanten Rückschläge und ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts bis heute eine wichtige Rolle in der Identität dieses Raumes einnimmt. Vorerst aber wartet noch alles auf den Ausgang der Wahlen in Serbien im kommenden Oktober.
Samstag, 19. September 2026
Wien – Pécs
Wir widmen uns bei der Exkursion der zentralen Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit, einem steten Lavieren zwischen Geschichtsschreibung und Geschichtspolitik. Dabei reisen wir durch Ungarn, Serbien und Rumänien; erkunden die historischen Landschaften der Baranja, der Batschka, der Vojvodina, des Banats und Siebenbürgens. Den Auftakt setzt die Exkursion in Wien mit einem Besuch der Gedenkstätte am Kahlenberg (1683). Von dort richten wir unseren Blick in den Südosten.

Den Blick vom Kahlenberg über Wien und die Donau in den Südosten gerichtet.

Anreise mit dem Zug von Wien über Budapest Kelenföld nach Pecs.
