Ein Gruppenbild der Exkursionsteilnehmer:innen vor einer Kirche

Die Exkursionsgruppe vor der polnischen Nationalkirche St. Joseph am Kahlenberg in Wien.

Uni Inns­bruck on Tour: Exkur­sion in den euro­pä­i­schen Südosten

Eine Gruppe von Studie­renden und Lehrenden vom Fach­be­reich Öster­rei­chi­sche Geschichte und Mittel­alter erkundet im Rahmen einer zehn­tä­gigen Exkur­sion den südost­eu­ro­pä­i­schen Raum, der seit dem 17. Jahr­hun­dert durch die osma­ni­schen Kriege ins mittel­eu­ro­pä­i­sche Inter­esse gerückt ist. Exkur­si­ons­leiter Kurt Scharr berich­te­te unter groß­ar­tiger Mithilfe von Henri­ette Scholz im Live-Blog täglich von span­nenden Orten und Entde­ckun­gen. 

Montag, 28. September 2026

Sighișoara – Copșa Mare – Mediaș

Der Tag beginnt mit einer Stadtführung in Schäßburg. Wir gehen über den alten Marktplatz durch den Stundturm hinauf zur Schule. Obwohl es in der Stadt kaum mehr Handwerk oder Arbeitsplätze in der Industrie gibt, stattdessen dominiert der Tagestourismus, ist die Tradition der Nachbarschaft (Nachbarschaftsbrett) noch lebendig. Bei Ereignissen (von der Hochzeit bis zum Begräbnis) wird dieses Brett in der Nachbarschaft reihum weitergereicht und damit die Termine koordiniert.
Copșa Mare/Großkopisch besitzt eine wunderbare, aber kaum wahrgenommene, Kirchenburg, die über eine Privatinitiative seit Jahren liebevoll renoviert wird. Statische Probleme stellen die Restauratorin vor große Herausforderungen, von der Finanzierung ganz zu schweigen.

In Mediaș interessierte ...

... nicht nur der gotische Flügelaltar, ...

... sondern vor allem die Geheimfächer ...

... in den Zunftläden.

Mit einem gemeinsamen Abendessen in Alma Vii, ein Dorf bei Mediaș, beschließen wir, bevor wir am späten Abend in den Nachtzug nach Wien steigen, die Exkursion.

Wir wünschen allen einen guten Semesterstart: Noroc și Sanatate! Glück und Gesundheit!.

Sonntag, 27. September 2026

Avrig – Cârța – Sighișoara

Avrig/Freck: Samuel von Brukenthal prägte als Gouverneur unter Maria-Theresia die Geschicke des Fürstentums Siebenbürgen. Obwohl er, als Siebenbürger Sachse, nicht zum katholischen Glauben wechselte, brachte er es als einer der wenigen am Wiener Hof der Landesfürstin zu beträchtlichem Ansehen.

Aber nicht nur die Politik war ihm ein Anliegen, sondern auch die Reform und Verbesserung der Landwirtschaft. So entstand hier nicht nur eine an Schönbrunn angelegte Sommerresidenz, sonde4 auch ein landwirtschaftliches Mustergut.

Heute bildet sein Erbe, zu der auch das Stadtpalais in Hermannstadt gehört, die Grundlage einer kulturellen Stiftung, die nach 1990 aus Staatsbesitz wieder der evangelischen Landeskirche übertragen wurde.

Obwohl die Zisterzienserabtei Cârța/Kerz nur gute 200 Jahre bestand und danach, im 15, Jahrhundert, aufgegeben wurde, beeindrucken deren Überreste bis heute.

Das ehemalige Hauptschiff beherbergt, wie schon in Michelsberg, die Gefallenen des Krieges.

Die Erinnerung an diese Toten der deutschsprachigen Minderheit zog sich nach 1918 in eine Teilöffentlichkeit, abseits der staatlichen Erinnerungspolitik, zurück.

Sighișoara/Schäßburg erreichen wir ...

... nach dem Abendessen bei einer Bauernfamilie in Florești.

Samstag, 26. September 2026

Sibiu – Cisnădioara – Rășinari – Sibiel

Raul Rognean, ein Mitarbeiter des Deutschen Forums, führte uns am Vormittag durch Hermannstadt und thematisierte dabei – abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten – die Topografie der Macht im städtischen Raum. In der Stadtentwicklung zeigt sich über die Zeit eine deutliche Verschiebung der Machtstrukturen von der ursprünglich mittelalterlichen Unterstadt hin zur theresianischen Neustadt mit dem Brukenthal-Palast und der katholischen Kirche. Die Gauben gehören zu den Wahrzeichen der Stadt, aber auch innovative Strukturen wie die „Lügenbrücke“, die von der Firma Krupp gebaut wurde, zeugen von der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Stadt, die bis heute anhält.

Am Internationalen Markt für Ökotourismus wird eine Hora – ein traditioneller Rundtanz – getanzt. Einige von uns beteiligten sich daran.

Aber auch Kinder finden ihren Platz, beim Eisessen.

In Cisnădioara/Michelsberg präsentiert sich die mittelalterliche Kirchenburg nach eine umfangreichen Dachrenovierung in neuem Glanz.

Auch wenn die evangelische Gemeinde mittlerweile sehr klein ist, konnte dieses Projekt durch die Mithilfe von NGOs und Schulen realisiert werden.

Im Innenraum finden sich umgebettete Gefallene der Deutschen Minderheit aus dem Ersten Weltkrieg.

Das benachbarte Rășinari/Städterdorf ist Geburtsort von zwei bedeutenden Persönlichkeiten für Rumänien: Andrei Schaguna und Emil Cioran. Während Schaguna für die orthodoxe Kirche und die Identität der Siebenbürger Rumänen eingetreten ist, zählt Cioran – dessen Vater orthodoxer Pfarrer in der Ortschaft war – mit seiner „Lehre vom Zerfall“ zu den Vordenkern des Dekonstruktivismus im 20. Jahrhundert. In unmittelbarer Nähe zur Kirche befindet sich ein Gedenkort für die Gefallenen des Ortes seit dem 19. Jahrhundert, aber auch von Opfern der Revolution 1989. Ein kleines Holzkreuz bei der Kirche verweist offenbar auf gefallene Soldaten des Ersten Weltkrieges, ein Teil des Textes ist vermutlich nachträglich entfernt worden.
Zahlreiche Menschen an einer Tafel sitzend

Mit einem Abendessen in Sibiel, ein Dorf in den Karpaten, schließen wir den Tag, ...

... nicht ohne der Hausherrin für die Gastfreundschaft zu danken.

Freitag, 25. September 2026

Alba Iulia – Cisnădie – Sibiu

Alba Iulia/Karlsburg als architektonischer Palimpsest. An diesem Ort lässt sich die Geschichte von den Römern über die Habsburger und das moderne Rumänien bis hin zur Europäischen Union ablesen. Jede Epoche hinterließ nicht nur ihre Bauten, sondern setzte auch bewusst Landmarks, um die jeweils eigene Geschichte hervorzuheben.

Kirche

Die Anfang der 1920er Jahre errichtete Krönungskirche der rumänischen Könige steht nicht nur von ungefähr der Grablege der Hunyadi in der katholisch-ungarischen Kirche baulich gegenüber, ...

Kirchturm

... sie begründet bewusst den historischen Anspruch Rumäniens auf Siebenbürgen.

Einer der Triumphbögen für Kaiser Karl VI. Er ließ im Zuge seiner Feldzüge gegen das Osmanische Reich und die Festigung seiner Herrschaft in diesem Raum ab etwa 1715 diese für damalige Verhältnisse moderne Festung errichten.

Die nahegelegene Militärgrenze der Habsburgermonarchie war in gewisser Weise auch Sehnsuchtsraum der rumänischsprachigen Bevölkerung im 18. Jahrhundert, konnte man sich doch durch den Eintritt ins Militär dem Zugriff der ungarischen Grundherren entziehen. Das führte 1784 zu einem Aufstand unter den Anführern Horia, Cloșca und Crișan. Dieser wurde unter Joseph II. niedergeschlagen. Das neue Rumänien der Zwischenkriegszeit instrumentalisierte diese Ereignisse für die eigene Geschichtspolitik und errichtete hier 1937 ein Denkmal, das auch die kommunistische Periode überdauerte.

Für die rumänische Erinnerungskultur und das nationale Bewusstsein spielt die griechisch-katholische Kirche in der Union von Blaj/Blasendorf eine bedeutende Rolle. Mit der Wiedervereinigung vom Teil der orthodoxen Kirche mit Rom wuchs unter rumänischsprachigen Bevölkerung die Hoffnung auf Anerkennung und sozialen Aufstieg. 

Der Kontakt mit Rom führte zur Herausbildung eigener Eliten und der Entdeckung der römischen Vergangenheit dieses Raumes. Allenthalben trifft man in siebenbürgischen Orten daher auch die Kapitolinische Wölfin.

Cisnădie/Heltau gehört zu den ältesten Siedlungsorten der Siebenbürger Sachsen, einer deutschsprachigen Gruppe, die seit dem Mittelalter in Siebenbürgen ansässig ist. Seit dem 16. Jahrhundert sind sie evangelisch, Augsburger Bekenntnis.

Die Wehrkirche wurde in den letzten Jahren unter Pfarrer László Zorán Kézdi aufwändig renoviert. Er führte uns auch durch die Anlage und erklärte uns die freigelegten Fresken, die vielfach auf die Zeit vor der Reformation zurückweisen.

Unter anderem wurden in der Kuppel Darstellungen der Apokalyptischen Reiter gefunden, die offenbar auf die dramatischen Ereignisse des sog. Mongolensturms 1241 verweisen.

Die Orgel der Firma Wegenstein und Söhne Bukarest wurde 1942 in Auftrag gegeben. Sie zählt zu den letzten Arbeiten dieser Orgelbauer, deren Werkstatt im Verlauf des Krieges zerstört wurde. Wir durften auch darauf spielen.

Mit einem Blick aus dem Kirchenfenster wenden wir uns Sibiu/Hermannstadt zu.

Donnerstag, 24. September 2026

Sarmizegetusa – Densuș – Hunedoara – Alba Iulia

Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetus

Sarmizegetusa (Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa), war bis in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts römische Kolonie und Hauptstadt der römischen Provinz Dakien.

Sarmizegetusa

Der Ort gehört seit 2024 zum UNESCO- Weltkulturerbe. Der Bezug auf das antike Rom spielt für die rumänische Identität bis heute eine nicht unwesentliche Rolle.

Kirche

Die Kirche zum Heiligen Nikolaus in Densuș stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist mit Fresken (14. Jahrhundert) ausgestaltet.

Steinkirche

Für den Bau der Steinkirche verwendete man Spolien aus den römischen Ruinen. Wir hatten Glück; die Messnerin hatte unseren Bus gesehen und unterbrach die Zwetschkenernte, um uns aufzusperren.

Hunedoara/Eisenmarkt, eine – wie der Name verrät – seit Jahrhunderten wichtige Bergbaustadt. Der Aufbau der seit den 1990er Jahren im Niedergang befindlichen Schwerindustrie fiel allerdings in die Zeit des sozialistischen Rumäniens. Heute hingegen spielt der Tourismus rund um die Hunyadi-Burg eine große Rolle. Allerdings entspricht die in den letzten Jahren stark renovierte Burg eher den Vorstellungen des 19. Jahrhundert als der Realität des Mittelalters. Die durchaus interessanten Industrieruinen werden hingegen kaum wahrgenommen. Es sei denn die wenigen als Restaurant genutzten Gebäude. In einem dieser konnten wir Papanași – eine Brandteigspezialität mit Sauerrahm – genießen.

Am Abend erreichten wir Alba Iulia/Karlsburg.

Mittwoch, 23. September 2026

Ieșelniță – Anina/Steierdorf – Carașova – Reșița

Aufbruch von Ieșelniță. Auf dem Weg in den nördlichen Teil des rumänischen Banat.

Die ehemalige Bergbaustadt Oravița besaß seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein eigenes Theater. 

Während die Renovierungsarbeiten seit Jahren andauern, ist der Kaffeeautomat im Zuschauerraum (links unten) schon betriebsbereit.

Im Apothekermuseum von Oravița. 

Obwohl die Stadt seit Jahrzehnten von Abwanderung betroffen ist und mittlerweile viele Gebäude verfallen, bemühen sich einzelne Personen ungebrochen um den Erhalt des kulturellen Erbes.

Die Gemeinde Anina bzw. Steierdorf mit einer römisch-katholischen Kirche:

Der Ort – ursprünglich von Spezialisten unter anderem aus der Steiermark begründet – war seit dem 18. Jahrhundert vom Bergbau geprägt ...

... Bis weit ins 20. Jahrhundert charakterisierte diesen Teil des Banat eine große Vielfalt von kleineren ethnischen Gruppen.

Carașova – eine „kroatische” Siedlung mitten im Karst.

Reșița: Das industrielle Zentrum des Banats war seit dem Anstich der ersten Hochöfen im 18. Jahrhundert ausschlaggebend für die Erschließung des südosteuropäischen Raumes (Brückenbau, Eisenbahn, Lokomotiven etc.). Auch hier ist die Deindustrialisierung und die spätestens in den 1980er Jahren eingetretene Krise deutlich anzumerken. Der aktuelle Bürgermeister bemüht sich sichtlich um die Erneuerung der Infrastruktur, um der Stadt eine neue Dynamik zu verschaffen; doch mancher Hinterhof bleibt davon unberührt. Ist der Zug abgefahren?

Dienstag, 22. September 2026

Veliko Gradište – Golubac – Dobreța Turnu Severin – Băile Herculane – Orșova –Ieșelniță

Steinbruch an einem Fluss

Reste eines Steinbruchs bei Golubac, der für den Bau der Uferstraße Verwendung fand. Bei Golubac beginnt sich die Donau zu verengen. Ab hier setzte bis zum Bau des Kraftwerkes der für die Schifffahrt schwierige Streckenabschnitt ein.

Festung

Zugleich steht die Festung Golubac an einem neuralgischen Punkt für die politische Raumbildung. Er markiert den Herrschaftsübergang zwischen dem Königreich Ungarn und dem Osmanischen Reich.

Blick auf einen Fluss

Blick auf das Eiserne Tor von der serbischen Seite.

Roter Traktor auf einer Straße

Straßenszene bei Golubac.

Weißer Reisebus vor einer Grenzstation

Grenzübertritt beim Donaukraftwerk (Dobreța Turnu Severin). Entlang der Donau existieren in diesem Streckenabschnitt keine Brücken.

Grenzposten

Das 1972 nach einem Abkommen zwischen Rumänien und Jugoslawien fertiggestellte Kraftwerk wird hier als Brücke genutzt. Mit dem Rückstau der Donau ging allerdings auch ein wichtiges Kulturgut, die Insel Ada Kaleh, verloren.

Băile Herculane (Herkulesbad) blickt seit der Römerzeit auf eine kontinuierliche Nutzung als Heilbad zurück.

Die Blütezeit setzte allerdings erst mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ein. So besuchte auch das Österreichische Kaiserpaar das mondäne Kurbad mehrfach.

Während in der sozialistischen Zeit der Ort noch der Erholung der Arbeiterschaft diente, verfallen die historischen Gebäude seit der Wende zunehmend.

Kirche

Die katholische Kirche in Orșova ist nicht nur architektonisch eine Besonderheit, sondern sie ist die einzige Kirche, die im sozialistischen Rumänien – als Folge des Staudammbaus – neu errichtet wurde. 

Innenraum einer Kirche

Sie sollte auch jene Kirche ersetzen, in der 1849 die Heilige Stephanskrone Zuflucht gefunden hatte.

Rotes Boot mit Menschen besetzt auf einem Fluss

Den Abschluss des Tages bildete eine durchaus abenteuerliche Bootsfahrt auf der Donau, ...

Ein rotes Boot an einem Flussufer vor einer hohen Felswand

... von wo aus wir den Eingang einer Karsthöhle und ...

Rotes Boot besetzt mit Menschen auf einem Fluß

... die Trajanstafel am serbischen Ufer aus der Nähe besichtigen konnten. Drum bun! 

Montag, 21. September 2026

Beograd – Smederevo – Pozarevac – Veliko Gradiste

Stadtbild von Belgrad

Auf dem Korso von Beograd: Nicht nur vor Amtsgebäuden trifft man auf die serbische Nationalfahne, ...

Eine Gruppe von Menschen von hinten, über ihnen serbische Flaggen.

... sondern allenthalben sind diese auch quer über die Straße gespannt. Ebenso zieren offensichtliche Wahlplakate zahlreiche Hausfassaden, nicht wenige verweisen dabei auf zweifelhafte Sponsoren russischer Energiekonzerne mit Eigeninteressen. Serbien steht vor der Wahl…

Blick in die Auslage einer Buchhandlung

Dem einzigen jugoslawischen Nobelpreisträger und weltbekannten Schriftsteller Ivo Andric (Die Brücke über die Drina) ist im Zentrum der serbischen Hauptstadt eine eigene Buchhandlung gewidmet. Andric fungiert dabei nicht nur als spezifischer Erinnerungsort, sondern gerät zunehmend in den Sog politischer Vereinnahmung durch nationale Interessen.
Straßenbild

Straßenzüge im Zentrum von Beograd. Neben dem Bild von Gavrilo Princip, dem damals radikalisierten, jugendlichen Attentäter von Sarajevo 1914, die Aufschrift: „Die Gräber werden uns und Europa vereinen… Tod der NATO".

Zerstörtes Gebäude in der Stadt Belgrad

Die Bombardierung der serbischen Hauptstadt durch die NATO im Rahmen des Kosovokrieges 1999 ist auch baulich gegenwärtig, so wird das damals zerstörte Verteidigungsministerium als Ruine bewusst konserviert.

Einige Menschen auf einem Hügel über einem Fluß.

Referate und Geländeansprachen, wie hier auf dem Kalemegdan, der historischen Festungsanlage Beograds, ...

Zahlreiche Menschen auf einem Hügel über einem Fluß

... am Zusammenfluss von Save und Donau, liefern den Auftakt für vertiefende Diskussionen und das Verständnis für größere Kontexte und Zusammenhänge.

Kapelle

Über den Dächern der serbisch orthodoxen Kapelle auf dem Kalemegdan: Der Komplex der Rosenkirche auf der Festungsanlage wurde zweimal während der beiden Weltkriege zerstört und wiederaufgebaut. Im unteren Teil der Festungsanlage in Donaunähe befindet sich der trotz allem erhaltene Triumphbogen für Kaiser Karl VI. Er eroberte Belgrad und war zwischen 1718 und 1738 auch König von Serbien. Mittlerweile macht sich auf dem Gelände, in Bestlagen, die Immobilienbranche bemerkbar, wie man im Hintergrund erkennen kann.

Smederevo

Smederevo, wenige Kilometer Donau abwärts von Beograd: An der Mündung der Jezava gelegene Festung, war im 14. und im 18. Jahrhundert mehrfach politisches Zentrum Serbiens. 1941, nach dem Angriff und der Okkupation durch die Deutsche Wehrmacht diente die Anlage und der unweit davon liegende Bahnhof als Waffenlager für die Besatzer. Am 5. Juni 1941 zerstörte eine gewaltige Explosion große Teile der historischen Anlage und kostete Tausende Menschen das Leben.

Sonntag, 20. September 2026

Pécs – Mohács – Subotica

Kirche

Kathedrale in Pécs (dt. Fünfkirchen, Baranja): Hier befindet sich einer der ältesten Universitätsstandorte Europas, gegründet 1367.

Kirchenraum

Innenansicht der Kathedrale (St. Peter und Paul) in Pécs: ein Neubau des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit romanischem Ursprung aus dem 11. Jahrhundert.

Stadtplatz

Im Zentrum von Pécs, Széchenyi-Platz: Hier lassen sich unschwer die Reste der osmanischen Herrschaft und ihrer kulturellen Einflüsse erkennen: die Gazi-Khassim-Pascha Moschee, heute Kirche der Gesegneten Jungfrau Maria.

Synagoge

Synagoge von Pécs am Kossuth-Platz: Die Stadt war nicht nur Zentrum der Donauschwaben, sondern auch einer bedeutenden jüdischen Gemeinde der Region im Süden Ungarns.

Gedenkort Mohács

Gedenkort Mohács: Die Schlacht bei Mohács jährt sich heuer zum 500. Mal und stellt einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte dar. Vor allem aber ist sie ein wichtiger Bezugspunkt für die nationale Identität Ungarns.

Grenzposten

An der EU-Außengrenze zu Serbien: Die Donau haben wir bereits überquert.

Rathaus

Rathaus in Subotica: vielsprachiger Hauptort der serbischen Vojvodina und Zentrum der Bunivci, einer an sich serbischen Bevölkerungsgruppe, die allerdings katholischen Glaubens ist.

Sitzungssaal

Im Rathaus, ein Jugendstilbau, der 1912 fertiggestellt wurde: Im Sitzungssaal befinden sich an zentraler Stelle die Porträts von Kaiser Franz Joseph und Maria Theresia, gehalten in den ungarischen Nationalfarben und flankiert von Darstellungen wichtiger Persönlichkeiten aus der Geschichte Ungarns. Auch hier zeigt sich die kulturelle und ethnische Vielfalt dieser Region, die trotz der markanten Rückschläge und ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts bis heute eine wichtige Rolle in der Identität dieses Raumes einnimmt. Vorerst aber wartet noch alles auf den Ausgang der Wahlen in Serbien im kommenden Oktober.

Samstag, 19. September 2026

Wien – Pécs

Wir widmen uns bei der Exkursion der zentralen Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit, einem steten Lavieren zwischen Geschichtsschreibung und Geschichtspolitik. Dabei reisen wir durch Ungarn, Serbien und Rumänien; erkunden die historischen Landschaften der Baranja, der Batschka, der Vojvodina, des Banats und Siebenbürgens. Den Auftakt setzt die Exkursion in Wien mit einem Besuch der Gedenkstätte am Kahlenberg (1683). Von dort richten wir unseren Blick in den Südosten.

Blick vom Kahlenberg

Den Blick vom Kahlenberg über Wien und die Donau in den Südosten gerichtet.

Anreise mit dem Zug

Anreise mit dem Zug von Wien über Budapest Kelenföld nach Pecs.

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