Foto von einem grauen Felsen auf dem die Wörter "Denkmal für Schnee" in Blockschrift montiert sind.

Das von Esther Strauß entworfene „Denkmal für Schnee“ besteht aus einem 80 Zentimeter breiten Schriftzug aus Messing und wurde auf einer namenlosen Bergspitze nahe des Glungezers angebracht.

Studie­rende erstellen Wander­karte für Kunst­pro­jekt

Mit dem „Denkmal für Schnee“ möchte die Künst­lerin Esther Strauß zur emoti­o­nalen Aus­ein­an­der­set­zung mit den Folgen der Klima­krise einla­den. Die dazu­ge­hö­rige Wander­karte, die den Weg zum Kunst­werk weist, wurde von Studie­renden der Geogra­phie unter Anlei­tung von Martin Ladner erstellt.

Die Tiroler Künstlerin Esther Strauß hat im Auftrag der Tiroler Landesmuseen auf einer unbenannten Bergspitze zwischen Glungezer und Gamslahnerspitze einen Schriftzug aus drei Worten realisiert: „Denkmal für Schnee“. Mit zum Kunstwerk gehören auch eine Wanderkarte, die den Aufstieg beschreibt, und eine Audioführung in sechs Stationen, die Forschungsergebnisse zum Klimawandel vermittelt und vom Schnee und seiner Vergänglichkeit erzählt.

Geotechnik trifft Kunst

Die Erstellung der Wanderkarte übernahmen dabei Geographie-Studierende im Rahmen der Lehrveranstaltung „Methoden der Datenerfassung“ unter Leitung von Geoinformatiker Martin Ladner. „Der Praxisbezug ist mir in meinen Kursen sehr wichtig“, betont Ladner, „daher war ich begeistert, als sich einige Studierende bereit erklärten, die Karte als Projektarbeit umzusetzen.“

 

Ausschnitt aus der Wanderkarte

Die Studierenden Johanna Magdalena Gaab, Amelie Heilbrunner, Marie-Jeanne Kutscher, Max Plangger, Elias Schöfbänker und Manuel Finn Seltmann erstellten die Wanderkarte, die zum Denkmal in den Tuxer Alpen führt.

„Besonders spannend an dem Projekt habe ich die Verbindung von Wissenschaft und Kunst gefunden“, so Ladner, „denn auch die Kartographie selbst ist ihrer klassischen Definition nach eine Kombination von Wissenschaft, Kunst und Technik.“

Enge Zusammenarbeit mit der Künstlerin

Um die Vision der Künstlerin auch in die Kartengestaltung einfließen zu lassen, standen zunächst einige Treffen mit Esther Strauß an. „Wir haben uns über Schriftarten und Farbgebung abgestimmt, aber auch die Sicherheit am Berg war uns ein großes Anliegen, sagt Martin Ladner.

Da der Standort des Schriftzugs über einen schwierigen schwarzen Bergweg erreichbar ist, der Trittsicherheit, Erfahrung im alpinen Gelände und gute Kondition erfordert, wurden auf der Wanderkarte auch Sicherheitshinweise inkludiert.

Zudem beinhaltet die Karte Informationen zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr – eine Möglichkeit, die Auseinandersetzung mit der Klimakrise auch in praktisches Handeln zu übersetzen.

 

Sie möchten das Denkmal besuchen?

Alle Informationen zum Kunstwerk, inklusive der Audiobeiträge und der Wanderkarte, finden Sie auf der Website der Tiroler Landesmuseen

Die von den Studierenden gestaltete Wanderkarte können Sie auch über diesen Link direkt downloaden.

Im Vordergrund sieht man einen Fels mit einer Plakette, auf die ein QR-Code aufgedruckt ist. Im Hintergrund ist die Bergstation der Glungezerbahn zu sehen.

Der Weg zum Denkmal startet bei der Bergstation der Glungezerbahn, wo sich auch die erste Audiostation befindet.

Mahnmal und Reflexionseinladung

Das Kunstwerk von Esther Strauß erinnert an etwas, das vielerorts bereits selten geworden ist: Schnee. Mit dem Schriftzug „Denkmal für Schnee“ ist die Frage verbunden, wie wir mit den Verlusten umgehen können, die die Klimakrise mit sich bringt.

„Am höchsten Punkt des Berges mag irgendwann – an einem Tag, der sich erahnen, aber nicht vorhersagen lässt – der letzte Schnee schmelzen, der auf diese Spitze fällt. Was bedeutet uns sein Verschwinden?“, stellt Strauß die zentrale Frage.

Die Audiobeiträge, die entlang des Weges zum Denkmal über QR-Codes abrufbar sind, hat die Künstlerin gemeinsam mit Klimaforschern, einer Paläobotanikerin und einer Trauerbegleiterin verfasst.

 

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