Gruppenfoto der Preisträger:innen

Die Preisträger:innen aus den Bereichen Biologie, Chemie, Physik, Geografie und Mathematik.  

Hans Riegel-Fach­preise: Erfolg­reiche Koope­ra­tion von Schulen und Univer­sität

Mitte September wurden an der Univer­sität Inns­bruck die Dr. Hans Riegel-Fach­preise an Matu­rant:innen aus Tirol und Vorarl­berg für heraus­ra­gende Abschlie­ßende Arbeiten (ABA) in den natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern verlie­hen. Einige der Arbeiten entstanden an der Schnitt­stelle zwischen Schule und Univer­si­tät.

Biologie, Chemie, Geografie, Mathematik und Physik: Tiroler und Vorarlberger Maturant:innen, die ihre Abschließende Arbeit in einem dieser Fächer verfasst haben, können sich für den Dr. Hans Riegel-Fachpreis – finanziert durch die Kaiserschild-Stiftung – bewerben. Die eingereichten Arbeiten werden von Juror:innen aus den jeweiligen Fachdisziplinen in einem mehrstufigen Auswahlverfahren begutachtet. Die Auswahl im Fach Biologie erfolgt darüber hinaus im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Universität Innsbruck, in der Lehramtsstudierende gemeinsam mit der Fachjury die drei besten Arbeiten ermitteln. Die Studierenden erlernen so praxisnah den Umgang mit Abschließenden Arbeiten. 

Verleihung an der Uni Innsbruck

Bei der feierlichen Verleihung übergaben Vertreter:innen der Universität Innsbruck, der Bildungsdirektionen für Tirol und Vorarlberg sowie die Projektkoordination der Dr. Hans Riegel-Fachpreise die Auszeichnungen an die Maturant:innen sowie Vertreter:innen der Siegergymnasien. Janette Walde, Vizerektorin für Lehre und Studierende, eröffnete die Preisverleihung und betonte die Bedeutung der Preise: „Als Vizerektorin der Universität Innsbruck ist mir die Öffnung der Universität hin zu Schüler:innen bzw. in die Gesellschaft ein besonderes Anliegen. Es gilt insbesondere, jungen Menschen auch akademische Karrieren zu ermöglichen und unser Wissen mit ihnen zu teilen. Es ist unsere Aufgabe als Universität, kritisch denkende Menschen auszubilden, die sich den Anforderungen der Zukunft stellen. Studieren heißt Diskurs, Dialog, sich auseinandersetzen und Querverbindungen entdecken. Darum wollen wir proaktiv junge Talente finden und fördern.“

Nutzung von Forschungsinfrastruktur

Die von der Vizerektorin angesprochene Öffnung der Universität und die Möglichkeiten, die diese Schüler:innen bieten kann, haben mehrere der Preisträger:innen sehr erfolgreich genutzt: Finn Köll, Maturant am BRG Innsbruck, benötigte für die weiterführende Analytik in seiner Abschließenden Arbeit im Bereich Chemie Geräte und Infrastruktur, die er an der Fakultät für Chemie vorfand. Die beiden Professoren Thomas Müller und Christoph Kreutz führten für den Schüler Messungen am Massenspektrometer und am Kernspinresonanz-Spektrometer durch. So wurden weitere Daten zur Strukturaufklärung gewonnen, deren Auswertung eigenständig durch den Schüler erfolgte. In der Laudatio für den zweiten Preis, mit dem er im Fach Chemie prämiert wurde, hoben die Gutachter:innen besonders die selbstständige Verknüpfung und Interpretation der unterschiedlichen analytischen Daten hervor.

Sommertechnikum-MINT begeisterte

Besonders erfreulich ist es, wenn unterschiedliche Angebote von Seiten der Universität Innsbruck ineinander übergehen: Jagoda Szostak vom Gymnasium Schillerstraße in Feldkirch vertiefte ihr Interesse im MINT-Bereich bereits 2025 beim Projekt „Sommertechnikum-MINT“. Das Sommertechnikum-MINT wird seit 2016 jeweils zweimal jährlich in der zweiten und letzten Ferienwoche der Tiroler Schulferien an der Universität Innsbruck angeboten und soll junge Frauen für den MINT-Studien-, Forschungs- und Arbeitsbereich begeistern und dessen Vielfalt aufzeigen.
Die Universität Innsbruck freut sich nicht nur über den zweiten Platz, den die Schülerin mit ihrer Arbeit gewinnen konnte, sondern insbesondere darüber, dass Frau Szostak mittlerweile bereits Studentin der Physik im ersten Semester an der Universität Innsbruck ist. 

Innsbrucker Studie als Ausgangslage

Eine Publikation, die an der Universität Innsbruck entstanden ist, gab Maximilian Hilber, Maturant am BG/BRG Sillgasse, den Ansporn, sich mit dem Themenfeld Flurnamen zu beschäftigen. Ihm fiel in der Studie auf, dass „die Flurnamen rund um den Obernberger See spärlich oder ungenau erwähnt und kartografisch mit einzelnen Leerstellen erfasst wurden“, so der Maturant. Ihm gelang es in seiner Arbeit, diese Lücken in manchen Teilen zu schließen. Dafür wurde er mit dem ersten Platz im Fach Geografie prämiert.

Die diesjährigen Dr. Hans Riegel-Preisträger:innen

Biologie
1.Matthias WeberAuswirkungen von Vorhofflimmern auf die LebensqualitätBRG in der Au
2.Alma Amalia MalzerInteraktionen zwischen Bakterien und holzzerstörenden Pilzen - Bakterien als biologische Verbündete im HolzschutzBRG in der Au
3.Zelah Joy ZollerDer Einfluss des Menstruationszyklus auf die sportliche LeistungsfähigkeitGymnasium Feldkirch
Chemie
1.Florian FieberFette und deren Analytik anhand ausgewählter BeispieleBRG Innsbruck
2.Finn KöllAnalyse ausgewählter Inhaltsstoffe von Citrus sinensis mit besonderem Augenmerk auf HesperidinBRG Innsbruck
Geographie
1.Maximilian HilberUNESCO Kulturerbe Flurnamen: Bedeutung und Mehrwert am Beispiel Obernberg am BrennerBG/BRG Sillgasse
Mathematik
1.Mathilda StelmeckeModelling Population DataAkademisches Gymnasium Innsbruck
2.Gabriela Leal MichaelisMathematical Modelling of Natural ChangesAkademisches Gymnasium Innsbruck
Physik
1.David MayrRuler Cannon: Investigation of a Mechanical Launching MechanismBRG Innsbruck
2.Jogoda SzostakGravitation: Theorie, Bedeutung, Messung und Anwendungen in der modernen PhysikGymnasium Schillerstraße
3.Adrian HermannAnalyse der Funktionsweise des Mechanismus von Antikythera anhand eines NachbausFranziskanergymnasium Hall

Schulen und Universität im Austausch

Die Dr. Hans Riegel-Fachpreise sind nur ein Beispiel für die zahlreichen Aktivitäten der Universität Innsbruck in Kooperation mit und für Schulen. Neben den Preisen für die Naturwissenschaften wurden auch die Fachpreise für geistes-/kulturwissenschaftliche bzw. musisch-kreative Abschließende Arbeiten vergeben. Die Preisträger:innen zeigten auch in diesem Bereich anhand ihrer Forschungsfragen, Recherche-Fähigkeiten und Anwendung von Forschungsmethoden überzeugende Leistungen. Weiters gibt es in den Wirtschaftswissenschaften vergleichbare Preise für Abschlussarbeiten.

Die prämierten Schüler:innen sind die unmittelbaren Gewinner:innen einer funktionierenden „Brücke Universität – Schule“. Die Universität Innsbruck freut sich über die ausgezeichneten Maturant:innen von Tiroler und Vorarlberger Schulen.

  • Nach oben scrollen