Thomas Feuerstein / Klaus Strickner, Bildskizze - Spurenapparat (1991)

Das Lesen und Verfolgen einer Spur ist in der menschlichen Kultur und Natur verwurzelt. So markiert das Bildobjekt der Innsbrucker Künstler Thomas Feuerstein und Klaus Strickner Bildskizze, Spurenapparat 1991, den Übergang zwischen der menschlichen „Natur“ des Spurenlesens und der Technologisierung unseres heutigen Kommunikationssystems. Ein Apparat im technischen Sinne, ist ein aus mehreren Bauelementen zusammengesetztes Gerät, das eine bestimmte Funktion erfüllen soll, wie beispielsweise ein Computer oder ein Handy. Für die BetrachterInnen des zweiteiligen Objekts scheint es, als würde dieses aus einer Ebene bestehen, jedoch setzt es sich aus zwei Schichten (sandgestrahltes Glas und Siebdruck auf Papier) zusammen, die jeweils eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Zwischen den beiden Oberflächen besteht ein Abstand von circa einem Centimeter. Auf der unteren Ebene werden Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen aneinander aufgereiht.

Es handelt sich um ein Kunstwerk.

Thomas Feuerstein / Klaus Strickner, Bildskizze - Spurenapparat I,
Siebdruck auf Papier hinter sandgestrahltem Glas, 66 × 51 cm, 1991, Innsbruck, Artothek des Bundes

Es handelt sich um ein Kunstwerk von Thomas Feuerstein und Klaus Strickner.

Thomas Feuerstein / Klaus Strickner, Bildskizze Spurenapparat II,
Siebdruck auf Papier hinter sandgestrahltem Glas, 66 × 51 cm, 1991, Innsbruck, Artothek des Bundes

Die Schriftzeichen sind in einer horizontalen Linie auf dem Bildträger angeordnet. Die sandgestrahlte Musterung der oberen Ebene erstreckt sich vertikal in algorithmischen Pixel über die Bildfläche. Die horizontale Serifenschrift überschneidet sich mit dem stufenartigen Muster. Die daraus resultierenden Schattenwürfe stören die Transparenz des Glases und damit den Lesefluss. Hierbei ist entscheidend, dass diese Musterung in unendlichen Variationsmöglichkeiten fortführbar ist.  

Die Künstler reflektieren im analogen Medium die Ablösung von Traditionen durch die Digitalisierung, wie etwa mit den Pixel-artigen Schattenwürfen durch das sandgestrahlte Glas auf die darunter liegende Druckgrafik. Auch die Einbindung des mit der E-MailKommunikation verbundenen „@“-Zeichens zwischen Buchstaben, die mit Serifen1 gestaltet sind, deutet darauf hin: Serifen lassen sich bis in die griechische Antike zurückverfolgen und betonen die historische Tiefe des Mediums Schrift. 

 

Anna Frolik, Bachelor-Studentin der Kunstgeschichte | Oktober 2026

 


Referenzen

1 Als „Serifen“ bezeichnet man in der Typografie die querliegenden Endstriche von Buchstaben diverser Schriftarten.  Wolfgang Beinert, Serife, in: Typolexikon (2025), URL: https://www.typolexikon.de/serife/ (22.09.2026).

Bibliographie

Claudia Wedekind, Thomas Feuerstein und Klaus Strickner, in: Christoph Bertsch (Hg.), Kunst | Sammlung | Universität. Kunst in Tirol nach 1945, 246f., bes. 246.


weitere Kunstwerke

Es handelt sich um ein Kunstwerk.

Max Weiler

Satirische Monotypie auf den Maler Max Spielmann, der beim Grafikwettbewerb 1952 durchfiel, Monotypie, 59 × 42 cm, 1997, Innsbruck, Kunstsammlung des Instituts für Kunstgeschichte

Abbildung zur kunsthistorischen Bildanalyse

Rein­hard Artberg

Großer Geist, Eitempera auf Leinwand, 140 × 120 cm, 1986, Innsbruck, Artothek des Bundes

Abbildung zur kunsthistorischen Bildanalyse

Andrea Holzinger

Ohne Titel, Öl auf Leinwand, 130 × 130 cm, 2008, Innsbruck, Artothek des Bundes


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