Antritts­vor­le­sung: Stif­tungs­pro­fes­sur für Wirt­schaftspäd­ago­gik mit dem Schwer­punkt Berufs­bil­dungs­for­schung fei­er­lich vor­ge­stellt

Am 18.05.2022 fand die Antrittsvorlesung von Univ.-Prof. Dr. Bernd Gössling im Beisein von Universitätsleitung, Vertreterinnen und Vertretern der Stifterin, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer sowie zahlreichen weiteren Gästen statt.

In seinem Grußwort betonte der Rektor der Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Tilmann Märk, dass durch die Stiftungsprofessur die Berufsbildungsforschung dauerhaft gestärkt und universitär etabliert wird. Herr BM Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher hob in seinem Grußwort die Bedeutung wissenschaftlicher Arbeit für die Weiterentwicklung der Berufsbildungsstrukturen in Österreich hervor. Die Dekanin der Fakultät für Betriebswirtschaft, Univ.-Prof. Dr. Annette Ostendorf, wies auf die bisher erbrachten Leistungen hin und erläuterte die breitgefächerte Einbindung der Stiftungsprofessur in den Forschungsschwerpunkt EPoS, in das Institut für Organisation und Lernen sowie in den Forschungscluster InnVET.

In seiner Antrittsvorlesung ging Univ.-Prof. Dr. Bernd Gössling auf den Betrieb als einen möglichen Ort der Bildung ein. Als Ausgangspunkt diente ihm die Frage, ob betriebliches Lernen neben ökonomischen Zwecken, wie der Fachkräftesicherung, auch pädagogischen Zwecken dienen könnte. Die Befundlage innerhalb der Berufsbildungsforschung zusammenfassend kam er zu dem Schluss, dass die Arbeitswelt einerseits durch strukturelle Fremdbestimmung und Anpassungsdruck gekennzeichnet ist, was betriebliches Lernen verengt, andererseits jedoch aus ökonomischen Gründen die Bedeutung von Selbstorganisation und Kooperation in der Arbeitswelt steigt, was das Potenzial menschlichen Lernens im Betrieb erweitere. Auf Basis eigener Forschungsergebnisse konnte er zeigen, dass diese Widersprüchlichkeit der Arbeitswelt auch durch technische Innovationen und neue Arbeitskonzepte nicht aufgehoben wird. Er sieht trotz und wegen dieser widersprüchlichen Struktur Möglichkeiten für eine Bildung im Sinne von Persönlichkeitsentwicklung. Berufsbildung betrachtet er unter diesen Prämissen als etwas Gestaltbares. Das von ihm vorgestellte Forschungsprogramm ordnete Univ.-Prof. Dr. Bernd Gössling in den Wissenschaft-Praxis-Dialog ein.

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