Trans­for­ma­tion oder Trans­la­ti­on?

Wie können wir mit deko­lo­ni­alen Perspek­tiven den Krisen begeg­nen? | Inns­bru­cker Gender Lectures 2026/27

Street Art: Virgen de las barricadas

In den Gender Lectures im Studienjahr 2026/2027 möchten wir uns einem zentralen Problemfeld widmen, das uns als Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen in der Auseinandersetzung mit dekolonialen Perspektiven im deutschsprachigen Raum begegnet: Die Verzerrung von indigenen, antikolonialen und feministischen Praktiken und Denkbewegungen durch den Prozess der Rezeption und Anwendung in und auf den deutschsprachigen Raum. Dieser Prozess bewegt sich zwischen verschiedenen Formen der Vorstellung und Umsetzung dekolonialer Praktiken, die wir als Transformation und/oder Translation diskutieren möchten.

Wir möchten uns mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Wie lassen sich Positionen der Transformation und Translation beschreiben? Welche Ansatzpunkte liefern sie, um die aktuellen Krisen der Demokratien zu analysieren und neue Wege zu beschreiten? Welche Praktiken und Denkbewegungen gehen im Zuge der Transformation und/oder Translation verloren oder werden verzerrt? Welche möglichen Probleme stellen sich aber auch bei der Rezeption im deutschsprachigen Raum?

Mit einem Verständnis von Vieldeutigkeit über die Begriffe der Transformation und Translation orientieren wir uns an María Lugones‘ Verständnis von Transformation als radikale, praktische und gelebte Veränderung des Sozialen basierend auf der Kritik an kolonialen, rassistischen und heterosexistischen Geschlechterordnungen. Und bei dem Begriff der Translation lehnen wir uns an Gutiérrez Rodríguez‘ Verständnis an: Übersetzung im Sinne der Aktualisierung und Translation, in dessen Zentrum das Nicht-Übersetzbare, die Irritation und die Bewegung zwischen den Polen stehen.

Die Innsbrucker Gender Lectures sind im Sommersemester 2027 eingebettet in die Vorlesung „Geschlecht und Kolonialität“ des MA-Studiums „Gender, Kultur und Sozialer Wandel“, die die Thematik vertieft. Informationen folgen.

 

Programm

Demo aus Santiago de Chile 2020

Round­ta­ble: Kolo­ni­ale Verflech­tungen und deko­lo­ni­ale Stra­te­gien und Prak­tiken

93. Inns­bru­cker Gender Lecture mit Pa­les­ti­nians and Jews for Peace, Amancay Jenny, Dr.in Muriel González Athe­nas, Dr.in Denise Bergold-Cald­well
10. November 2026, 18:00
Hör­saal 5 ¾, GEIWI

Portrait Inma Naïma Zanoguera

Ped­ago­gies Of Embo­di­ment – Move­ment, The Post­hu­man, and Putting the Human Back into the Body

94. Inns­bru­cker Gender Lectu­re mit Inma Naïma Zano­guera
12. Januar 2027, 18:00
Hör­saal 6, GEIWI

Portrait María Cárdenas

Ein biss­chen tiefer gehen – Pluri­ver­sale Perspek­tiven auf Krise, Krieg und Auto­ri­ta­rismus

95. Inns­bru­cker Gender Lecture mit Dr. María Cárde­nas
9. März 2027


Konzept und Organisation
Dr.in Muriel González Athenas, Dr.in Daria Jadreškić, Amancay Jenny, Melinka Karrer, Inès Moumen, Prof. Dr. Lucas Pohl, Clara Voigt

Kontakt
Julia Tschuggnall  julia.tschuggnall@uibk.ac.at +43 512 507-39862

Veranstaltet von
CGI - Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck, Universität Innsbruck

In Kooperation mit
Freies Radio Innsbruck – FREIRAD


Kassette

Archiv der Inns­bru­cker Gen­der Lec­tu­res

Die Innsbrucker Gender Lectures gibt es bereits seit 2009 und davon wurden die meisten aufgezeichnet. Im Archiv können sie nachgehört werden.

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