FSP-Tag: Cluster of Excellence „EurAsian Transformations“
08. Oktober 2026, 09:00-12:00 Uhr
Fakultätssitzungssaal (SOWI, 3. Stock/Ost), Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck
Das Ziel des Exzellenzclusters EurAsian Transformations ist es, wissenschaftliche Infrastrukturen und Forschungsrichtungen zu etablieren, die sich mit dem Studium der eurasischen Geschichte befassen. Der Cluster erlangt neue Erkenntnisse mithilfe eines interdisziplinären sowie internationalen Ansatzes. Der zentrale Forschungsgegenstand Eurasien selbst ist dabei definiert als eine historisch und diskursiv konstituierte Kategorie zur Einordnung politischer, sozialer und kultureller Entwicklungen, die sich auf dem riesigen eurasischen Kontinent in einem Zeitraum von über 3000 Jahren vollzogen haben.
Bewilligt wurde der Cluster EurAsian Transformations aus einer großen Exzellenzinitiative des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF heraus, und zwar als eines von nur zwei geisteswissenschaftlichen Großprojekten. Ein zentrales Anliegen der versierten Forscher*innen an den vier Partnerinstitutionen (ÖAW, UNIVIE, UIBK, CEU) ist es, ihre Expertise an die jüngere Generation weiterzugeben und ihr im Rahmen des Clusters of Excellence einmalige Chancen zu bieten.
Nähere Informationen finden sich auf:
https://www.oeaw.ac.at/eurasian-transformations/home
Der FSP-Tag unter dem Motto Cluster of Excellence „EurAsian Transformations“ bietet die Möglichkeit, sich über den Exzellenzcluster und seine Initiativen zu informieren. Des Weiteren wird erläutert, wie man Mitglied in diesem Forschungszusammenschluss werden kann. Mitglieder des Clusters präsentieren Einsichten in laufende Projekte und die internen Netzwerke, Kommunikationskanäle und Organisationsstrukturen, die sich seit dem offiziellen Start im Oktober 2023 gebildet haben.
Der FSP-Tag richtet sich an alle Mitglieder unseres Forschungsschwerpunkts sowie darüber hinaus interessierte Wissenschaftler*innen aller Karrierestufen.
Um Anmeldung bis 06. Oktober 2026 wird gebeten: fsp-kultur@uibk.ac.at
Programm
09:00-09:15 Uhr: Begrüßung
Univ.-Prof. Dr. Silke Meyer, Leiterin des Forschungsschwerpunkts Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte
9:15-9:45 Uhr: Der Cluster of Excellence „Eurasian Transformations“: Aufgaben, Ziele und Perspektiven (Robert Rollinger, Universität Innsbruck)
Dieser Vortrag stellt den Teilnehmer*innen den Exzellenzcluster ganz grundlegend vor: Wie setzt er sich zusammen, unter welchen Voraussetzungen ist er gestartet, woran wird aktuell geforscht und welche Aufgaben und Ziele haben sich seine Mitglieder gesetzt? Außerdem erfährt man, welche Möglichkeiten eine Mitgliedschaft bietet und was die Voraussetzungen dafür sind.
Robert Rollinger vertritt die Universität Innsbruck im Board of Directors des Exzellenzclusters EurAsian Transformations. Er ist Professor für Kulturbeziehungen und Kulturkontakte zwischen den Kulturen des Alten Orients und des mediterranen Raumes an der Universität Innsbruck, wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und war von 2021 bis 2025 NAWA Chair des internationalen Projekts “From the Achaemenids to the Romans: Contextualizing empire and its longue-durée developments” (University of Wrocław/Breslau).
9:45-10:30 Uhr: A World-Changing Decade: Vienna’s Pahlavi Documents and the Persian Campaign in Egypt during the Rise of Islam (619–629 CE) (Milad Abedi, Universität Innsbruck)
Im siebten Jhdt. n. Chr. bekämpften sich Römer und Sasaniden in einem gewaltigen Krieg. Dabei eroberten die Perser der Spätantike von 619 bis 629 n. Chr. Ägypten, das einen bedeutenden Versorgungs- und Wirtschaftsposten des römischen Imperiums darstellte. Aus dieser Periode der sasanidischen Okkupation wurden Papyri gefunden, die zu einem großen Teil in der Österreichischen Nationalbibliothek gelagert werden. Milad Abedi beschäftigt sich intensiv mit diesen noch unpublizierten Texten und gibt uns Einblick in den aktuellen Stand seiner Forschung.
Milad Abedi ist Postdoktorand am Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik der Universität Innsbruck und affiliiertes Mitglied des Exzellenzclusters EurAsian Transformations. Er promovierte in der Schweiz und forschte zuvor im Rahmen eines SNF-Projekts zu sino-iranischen Kontakten. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Sprachkontakten im alten Iran sowie auf der Erschließung der Pahlavi-Papyri der Österreichischen Nationalbibliothek (Pahlavi Papyri Project, finanziert durch die Porkar Privatstiftung sowie das Jordan Center for Persian Studies and Culture der UC Irvine).
10:30-10:45 Uhr: Kaffeepause
10:45-11:15 Uhr: Das Junior EurAsia Research Network (JEARN) und Nachwuchsförderung im Cluster (Clemens Steinwender, Universität Innsbruck)
Clemens Steinwender ist Core Member des JEARN-Netzwerks, in dem sich die Jungwissenschaftler*innen des Clusters organisieren und wissenschaftliche Veranstaltungen wie Workshops, Writing Groups etc. ausrichten. Ziel dabei ist es, dass sich die jüngeren Mitglieder des Clusters untereinander kennenlernen und wissenschaftliche Partnerschaften entstehen können. Auf eine Veranstaltung wird in der Präsentation im Besonderen eingegangen, nämlich auf einen Workshop, bei dem das Schreiben eines Drittmittelantrags im Vordergrund steht – eine bedeutende Fähigkeit, die im universitären Umfeld leider noch stiefmütterlich behandelt wird, gerade aber für Jungforscher*innen immens wichtig ist.
Clemens Steinwender ist Althistoriker und affiliiertes Mitglied des Exzellenzclusters EurAsian Transformations sowie Dissertant am Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik an der Universität Innsbruck. Er beschäftigt sich mit den Borderlands des sasanidischen Imperiums der Spätantike und ist seit 2022 Junior Scholar im Board des Melammu Project.
11:15-12:00 Uhr: Roundtable und Diskussion
Moderation: Clemens Steinwender, BA MA