Municipium Aguntum – Von der Zwerglstadt zum alpinen Handelszentrum
Mag. Dr. Martin Auer, Institut für Archäologien, Universität Innsbruck
Die römischen Überreste im Gemeindegebiet von Dölsach und Nußdorf-Debant in Osttirol wurden bereits im 16. Jahrhundert erstmals beschrieben. Zufallsfunde in den folgenden Jahrhunderten gaben immer wieder Anlass zu Spekulationen über die Herkunft der sichtbaren Mauerreste: Von der Vorstellung, hier habe einst ein „Zwergelkönig“ gelebt, bis zur Identifizierung mit der aus antiken Schriftquellen bekannten Stadt Aguntum war es ein weiter Weg. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich die Deutung der Anlage als römische Stadt durch. Nach ersten planmäßigen Ausgrabungen in den 1910er Jahren und einer Fortsetzung der Arbeiten in den 1930er Jahren finden seit 1950 regelmäßig archäologische Grabungskampagnen statt. Bis 1990 erfolgten diese im Auftrag des Österreichischen Archäologischen Instituts, seit 1991 unter der Leitung des Instituts für Archäologien der Universität Innsbruck. Heute sind zahlreiche innerstädtische Gebäude bekannt, wobei die mediterran geprägte Architektur im alpinen Umfeld überrascht. Im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. gelangte Aguntum zu beachtlichem Wohlstand – nicht zuletzt durch den Handel mit Bergkristallen, der jüngst auch archäologisch nachgewiesen werden konnte. Aktuelle Forschungen widmen sich diesem bedeutenden Wirtschaftszweig ebenso wie den Gebäuden im Stadtzentrum. Dort konnte zuletzt auch das Forum von Aguntum lokalisiert werden. Der Vortrag stellt die neuesten Erkenntnisse und offenen Fragen zur römischen Stadt Aguntum zur Diskussion.
Campus Innrain
Ágnes-Heller-Haus
Kleiner Hörsaal U1J090 (U1)
Innrain 52a
6020 Innsbruck
Teilnahme
Eintritt frei
Veranstalter
Institut für Archäologien
Archäologische Gesellschaft Innsbruck
Kontaktpersonen
Florian Müller
Florian.M.Mueller@uibk.ac.at
+43 512 50740808
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