Holt uns jetzt der Teufel?
Theologie, Politik und die neuen Machtzentren der Technologie
Religiöse Endzeitvorstellungen gewinnen neue politische Brisanz. Was verbindet Theologie, Politik und die neuen Machtzentren der Tech-Branche? Und welche Rolle spielen dabei Akteure wie Peter Thiel und Entwicklungen innerhalb der katholischen Kirche?
Der Katechon ist ein zentraler Begriff der Endzeitvorstellungen aus dem Neuen Testament: eine Macht, die das Böse zurückhält und das Ende der Welt hinauszögert. Was beruhigend klingt, birgt eine politische Ambivalenz: Wer sich als diese „aufhaltende Kraft“ versteht, kann daraus einen Anspruch auf Herrschaft ableiten. Das neue Buch von Volker Weiss zeigt, warum der Katechon und damit letztlich die Beschäftigung mit Apokalypse und Jüngstem Gericht heute zu einem wichtigen Bezugspunkt rechten und autoritären Denkens geworden ist – von religiösen Milieus bis hin zu einflussreichen Akteur:innen aus der Technologiebranche wie Peter Thiel.
Das Podium setzt sich damit auseinander, wie religiöse Ideen wieder in politische Debatten eingreifen, welche Rolle neue Machtzentren spielen und warum innerhalb der katholischen Kirche entsprechende Tendenzen ebenfalls sichtbar werden. Was bedeuten diese Entwicklungen für unseren Alltag – und warum sollten sie uns interessieren?
Autor Volker Weiss im Gespräch mit Michaela Quast-Neulinger, Assistenzprofessorin für Systematische Theologie an der Universität Innsbruck und Wolfgang Palaver, emeritierter Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Innsbruck. Moderiert von Dirk Rupnow, Zeithistoriker und Vizerektor für Personal an der Universität Innsbruck.

Volker Weiß
Volker Weiß ist promovierter Historiker. 2021 war er Gastprofessor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck. Seine Expertise zur extremen Rechten ist seit Jahren international und seitens zahlreicher Medien gefragt, er schreibt heute vor allem für die „Süddeutsche Zeitung“. Das präsentierte Buch wurde auf mehrere Sachbuch-Bestenlisten aufgenommen und Spiegel-Bestseller.

Wolfgang Palaver
Wolfgang Palaver ist ein österreichischer Theologe und Sozialethiker. Von 2002 bis 2023 war er Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Innsbruck, von 2013 bis 2017 zudem Dekan der Theologischen Fakultät. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen insbesondere die mimetische Theorie René Girards, das Verhältnis von Religion, Politik und Gewalt sowie Friedens- und Sozialethik.

Michaela Quast-Neulinger
Michaela Quast-Neulinger ist Assistenzprofessorin am Institut für Systematische Theologie der Universität Innsbruck. Sie absolvierte ein Diplomstudium Katholische Fachtheologie, mit Ergänzung Philosophie und Politikwissenschaft, an den Universitäten Wien und Salzburg sowie in Jerusalem (Dormition Abbey), anschließend folgte das Masterstudium Islamic Studies an der University of Birmingham. Es folgte ein Doktoratsstudium der Theologie an der Universität Innsbruck.

Moderation
Dirk Rupnow ist Zeithistoriker und Vizerektor für Personal an der Universität Innsbruck. Seit 2009 forscht und lehrt er am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck. Gastprofessuren u.a. 2017 an der Stanford University und 2022 an der Hebrew University Jerusalem. 2009 Fraenkel Prize for Contemporary History.



Eine Kooperationsveranstaltung des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck und WuV gemeinsam mit dem Haus der Begegnung
Umweltfreundliche Anreise
Wir bitten um eine umweltfreundliche Anreise. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Fahrradabstellplätze stehen ausreichend zur Verfügung.
Kaiser-Leopold-Saal
Theologische Fakultät der Universität Innsbruck
Teilnahme
Eintritt frei
Veranstalter
Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck und WuV – Wissenschaft und Verantwortlichkeit gemeinsam mit dem Haus der Begegnung