Universität Innsbruck

Kreislaufwirtschaft von Holzlacken

Der Rohstoff Holz hat in den letzten Jahren deutlich an Wert gewonnen, das Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot steigt stetig, daher ist der Holzpreis so hoch wie nie zuvor. Zum aktuellen Stand der Technik werden beschichtete Holzwerkstücke i. d. R. direkt der Entsorgung zugeführt, da Methoden zur Trennung von Beschichtung und Substrat große Nachteile mit sich bringen. Dazu zählen etwa der Einsatz von bedenklichen Chemikalien beim Abbeizen (“Entlacken”) oder die Entstehung von problematischen Stäuben beim Schleifen oder bei der Laserablation. Das lackierte Holz wird daher trotz seines hohen Wertes in den meisten Fällen als Sondermüll verbrannt.

Um eine technisch einfache Möglichkeit zur Trennung von Holz und Beschichtung zu ermöglichen, werden die Haftungsmechanismen auf mikroskopischer Ebene betrachtet. Daraus folgt die Entwicklung eines Lacksystems, welches während der Gebrauchsdauer zunächst eine unverminderte Haftfestigkeit aufweist. Am Ende der Nutzungsperiode kann der im Lacksystem verankerte Enthaftungsmechanismus ausgelöst werden, um eine einfache Trennung zu ermöglichen, die im Idealfall ein einfaches Abziehen der Beschichtung ermöglicht. Häufig eingesetzte Auslöser sind dabei Temperatur, UV-Strahlung oder elektromagnetische Felder. 

Damit sind die beiden Komponenten einfach auftrennbar, wodurch eine Wiederverwendung des Holzes, als auch der Beschichtung ermöglicht werden. Ein solches System wirkt zum einen klimaschonend, da das beschichtete Holz sowie der Kunststoff nicht mehr verbrannt werden muss. Zum anderen liefert es einen doppelten finanziellen Vorteil, da das wertvolle Holz weiterverkauft werden kann und gleichzeitig die Entsorgungskosten für den Sondermüll entfallen.

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Thomas Höfer

​Thomas Höfer, Dipl.-Ing.

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