Nachruf
Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h.c. Rainer Graefe

 

Das Archiv für Bau.Kunst.Geschichte der Universität Innsbruck trauert um seinen Gründer

Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h.c. Rainer Graefe
Professor für Architekturgeschichte und Denkmalpflege (1991-2009)
Dekan der Fakultät für Architektur (2008)
Leiter des Archivs für Bau.Kunst.Geschichte (2004-2009)

Erika und Rainer Graefe, Archiv für Bau.Kunst.Geschichte

Rainer Graefe, geb. am 22. Februar 1941 in Berlin, prägte über zwei Jahrzehnte das Institut für Baukunst, Baugeschichte und Denkmalpflege an der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck. Er übte zudem Lehrtätigkeiten in Berlin, Wien und Zürich aus. Bleibender Verdienst erwarb sich Rainer Graefe durch die Gründung des Archivs für Bau.Kunst.Geschichte der Universität Innsbruck.

Es ist Rainer Graefe zu verdanken, dass die Geschichte des Konstruierens ein selbstverständlicher Teil der Baugeschichte wurde. Für seine Forschungen u.a. zu Vladimir G. Šuchov und Antoni Gaudí wurde er international ausgezeichnet, u.a. 2003 mit der Šuchov-Goldmedaille der ESEA (Union of Scientific and Engineering Associations) und AES (A.A. Prochorov – Academy of Engineering Sciences) in Moskau, 2007 mit der Ehrenurkunde des Landes Tirol für Verdienste um die Denkmalpflege, 2008 mit dem Ehrendoktorat der Staatlichen Universität für Architektur und Bauwesen, Nižnij Novgorod und 2010 mit dem Wissenschaftspreis für außergewöhnliche Forschungsleistung der Universität Innsbruck. Seit 2009 war er korrespondierendes Mitglied der Reial Académia Catalana de Belles Arts in Barcelona.

Das Team des Archivs für Bau.Kunst.Geschichte wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Rainer Graefe ist am 20. August 2026 verstorben. Nur wenige Monate zuvor konnte das Archiv für Bau.Kunst.Geschichte seinen 85. Geburtstag mit einem beschwingten Festakt feiern. Mehr als 90 Gäste aus dem In- und Ausland waren angereist, um den Jubilar hochleben zu lassen (vgl. Homepage Rückblick Festveranstaltung zu Ehren von Rainer Graefe).

Rainer Graefe stand dem Archiv seit der Gründung 2004 und bis zu seiner Emeritierung als Leiter vor. Jahrelang hatte er zusammen mit Kolleg*innen an der Universität, mit Politiker*innen auf Stadt-, Land- und Bundesebene sowie Vertreter*innen der Architekt*innenschaft um die Einrichtung einer derartigen Institution gekämpft. Als er im Herbst 2009 emeritiert wurde, hinterließ er ein etabliertes Haus, das in den folgenden Jahren zu einem unabhängigen Forschungsinstitut der Universität avancierte.

Auch nach diesem Abschied blieb Rainer Graefe dem Archiv freundschaftlich verbunden und stand mit Rat und Tat zur Seite. Schmerzlich vermissen wird man den Humor von Rainer Graefe, der mit witzigen und geistreichen Bemerkungen jede Veranstaltung und Feier zu einem unvergesslichen Moment werden ließ. Zusammen mit seiner Frau Erika, die zugleich seine engste Mitarbeiterin war, überblickten und umsorgten sie fürsorglich das ganze Geschehen am Institut. Die Mitarbeiter*innen verlieren mit Rainer Graefe einen herausragenden Forscher und Lehrer, charismatischen Vorgesetzten und guten Freund mit Herz und Verstand.

Sein Freund und Kollege Jan Pieper, ehem. Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der RWTH Aachen, resümierte die wissenschaftlichen Leistung Rainer Graefes anlässlich der Verleihung des Wissenschaftspreises für außergewöhnliche Forschungsleistung der Universität Innsbruck. Seine Laudatio hat er nach dem Ableben Graefes noch einmal adaptiert und sie für die Homepage des Archivs zur Verfügung gestellt. 

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