Symbolbild für Bildungsverläufe

Bildungsverläufe

Der Besuch eines Kindergartens ist in Österreich Teil der Normalbiographie geworden: Vor dem obligatorischen Eintritt in die Grundschule besuchen über 93% der drei- bis fünfjährigen Kinder einen Kindergarten oder eine vergleichbare Einrichtung. Beiden Bildungsinstitutionen – Kindergarten und Grundschule – kommt damit eine zentrale Bedeutung für die Begleitung und Förderung kindlicher Bildungsprozesse und Bildungsverläufe zu.

Die 2. Innsbrucker Fachtagung zur Elementarpädagogik widmet sich unter dem Titel Perspektiven auf Bildungsverläufe in Kindergarten und Grundschule diesem wichtigen Themengebiet, zu dem in Österreich – anders als im internationalen Kontext – noch wenig fundierte wissenschaftliche Studienbefunde vorliegen. Dies gilt, wenn Bildungsverläufe, Bildungsdisparitäten und Übergänge zwischen den Bildungsinstitutionen Kindergarten und Grundschule im Zusammenhang mitsozialen und migrationsbedingten (Herkunfts-)Merkmalen fokussiert werden. Zudem wird institutionellen Merkmalen wie der pädagogischen Qualität, (historisch gewachsenen) heterogenen pädagogischen Handlungskonzeptionen und Bildungsverständnissen, strukturellen Rahmen- und Ausstattungsbedingungen sowie Formen der Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten eine große Bedeutung für kindliche Bildungsverläufe zugeschrieben. Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang auch Kinder als Akteure in (und zwischen) den Institutionen Kindergarten und Grundschule: Hier interessiert, welche Perspektiven Kinder selbst einbringen, wie sie den Übergang erleben und interpretieren, wie sie sich beteiligen und beteiligt werden, welche Rollen sie einnehmen und welche Rollen ihnen zugeschrieben werden.

Auf der Fachtagung werden diese Fragen und Herausforderungen zum Anlass genommen, um Perspektiven auf Bildungsverläufe in Kindergarten und Grundschule theoretisch, empirisch, historisch und pädagogisch-praktisch aus verschiedenen Forschungszugängen heraus zu reflektieren.

Insbesondere sollen folgende Themenschwerpunkte in nationaler und internationaler Perspektive in ihrer Bedeutung für Bildungsverläufe in Kindergarten und Grundschule diskutiert werden:

  1. familiale und kindliche (Herkunfts-)Merkmale
  2. Kinder als Akteure
  3. pädagogische Qualität in Kindergarten und Grundschule
  4. förderliche und hinderliche Rahmen- und Ausstattungsbedingungen in Kindergarten und Grundschule
  5. Rollenverständnis und Rollenerwartungen der verschiedenen Akteure
  6. Kooperationsbeziehungen von Kindergarten – Schule und Übergangsbewältigung
  7. Bildungsaufträge, Bildungsverständnisse und pädagogische Handlungskonzeptionen in Kindergarten und Grundschule
  8. Praktiken und Gelingensbedingungen zur Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule


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