BEGIN:VCALENDAR PRODID:-//Microsoft Corporation//Outlook 16.0 MIMEDIR//EN VERSION:2.0 METHOD:PUBLISH X-MS-OLK-FORCEINSPECTOROPEN:TRUE BEGIN:VTIMEZONE TZID:W. Europe Standard Time BEGIN:STANDARD DTSTART:16011028T030000 RRULE:FREQ=YEARLY;BYDAY=-1SU;BYMONTH=10 TZOFFSETFROM:+0200 TZOFFSETTO:+0100 END:STANDARD BEGIN:DAYLIGHT DTSTART:16010325T020000 RRULE:FREQ=YEARLY;BYDAY=-1SU;BYMONTH=3 TZOFFSETFROM:+0100 TZOFFSETTO:+0200 END:DAYLIGHT END:VTIMEZONE BEGIN:VEVENT CLASS:PUBLIC CREATED:20230210T081856Z DESCRIPTION:Weshalb Leseförderung für alle ein Umdenken braucht\nNamei Sa nder\nUm Leseförderung neu denken\, innovativ umsetzen und dabei alle ein schließen zu können\, bedarf es eines Perspektivenwechsels. Kritisch bet rachtet (re)produzieren Bibliotheken mit „bewährten“ Konzepten Bildun gsungleichheiten und erreichen lediglich bereits gut geförderte Kinder. A lle anderen Altersgruppen und Familien mit geringerem kulturellem und sozi alem Kapital geraten leicht aus dem Blickfeld. Damit Leseförderung für a lle gelingen kann\, muss sie lebendig und kraftvoll sein\, braucht es Mut\ , Durchsetzungswille und Umsetzungsstärke.\n„Sprache ist das Medium\, i n dem Menschen ihre Welt\, ihre Kultur und sich selbst erschaffen.“1 Spr ache\, Lesen und damit einhergehende Lesekompetenz ist zentral für eine f unktionierende moderne demokratische Gesellschaft und bildet die Grundlage dafür\, dass sich Menschen in ihrer Umwelt orientieren können\, dass si e an relevanten Prozessen teilhaben\, sich als mündige Bürger:innen wahr nehmen und sich sowohl persönlich als auch beruflich entfalten können. F ragen von kultureller Teilhabe\, Bildungs- und Chancengerechtigkeit sind d amit verknüpft. Auch in Ländern mit gut entwickelten Bildungssystemen wi e Österreich ist es jedoch für viele nicht selbstverständlich\, lesen z u können: Dies belegen zahlreiche empirische Untersuchungen\, etwa die PI SA-Erhebungen der letzten Jahre. So läuft der Anteil derer\, die wegen ih rer schlechten Lesefähigkeiten kaum eine Chance auf einen höheren Bildun gsabschluss und auf Teilhabe am gesamtgesellschaftlichen Leben haben\, auf über 20% hinaus.2 Mit dem Anstieg dieser Zahlen in den letzten Jahren wi rd das Ausmaß und die bildungspolitische Brisanz einmal mehr deutlich\, d a es sich nicht um ein aussterbendes\, sondern kontinuierlich nachwachsend es Problem handelt.3 Hoffnung auf gleiche Bildungschancen erscheinen im Hi ntergrund der sozialen Selektivität nahezu als Utopie. Auswirkungen zeige n sich nicht nur in der analogen Lesekompetenz\, ähnliche Befunde machen sich in der digitalen Bildung sichtbar: Kinder aus bildungsnahen Familien erwerben deutlich höhere Kompetenzen als aus sozioökonomisch schwächer gestellten Familien.4\n1 Assmann\, Aleida: Einführung in die Kulturwissen schaft. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2008.\n2 Vgl. OECD: PISA 21st-Century Readers. Developing Literacy Skills in a Digital World. Paris: OECD Publi shing 2021.\n3 Vgl. Ehmig\, Simone C.\; Heymann\, Lukas: Die Zukunft des L esens. In: Grond-Rigler\, Christine\; Straub\, Wolfgang (Hrsg.): Literatur und Digitalisierung. Berlin/ Boston: De Gruyter 2013\, S. 251\; Vgl. Klie me\, Eckhard\; u.a.: PISA 2009. Bilanz nach einem Jahrzehnt. Münster u.a. : Waxmann 2010.\n4 Vgl. Sälzer\, Christine: Lesen im 21. Jahrhundert. Les ekompetenzen in einer digitalen Welt. Deutschlandspezifische Ergebnisse de s PISA-Berichts „21st-century readers“. OECD. Düsseldorf: Vodafone\nU m den erkennbaren Defiziten entgegenzuwirken\, muss die Vermittlung guter Sprach- und Lesekompetenzen umfassender gedacht und gestaltet werden: Sie muss früher als die Schule ansetzen und die Entwicklungen aller Kinder un d Jugendlichen begleiten. Dies schließt Angebote begleitend und ergänzen d zu den Bildungsinstitutionen ein. Zudem müssen präventive Maßnahmen a uch kurative Ansätze einschließen\, die lesefernen und -schwachen Erwach senen einen niederschwelligen Zugang zum Lesen und Schreiben ermöglichen. An dieser Stelle machen sich die Chancen der non-formalen Leseförderung in (öffentlichen) Bibliotheken deutlich.5 Wenn Leseförderung gesamtgesel lschaftlich gedacht wird und wir als Bibliotheken diese Aufgabe ernsthaft annehmen wollen\, benötigt es neben mehr Sichtbarkeit auch Kooperationsbe reitschaft und Vernetzung. Wir müssen den Blick auf die Welt derer ausric hten\, die bildungs- und damit lesefern aufwachsen.6\nIm Vortrag sollen ne ben der theoretischen Einbettung Methoden\, Aktivitäten und Veranstaltung sformate vorgestellt werden\, die es ermöglichen\, diese Ziele nachhaltig zu erreichen. Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen\, niederschwellige Zugangsmöglichkeiten und Formate\, die allen Kindern Lesefreude\, -motiv ation und -kompetenz vermitteln und speziell für die Förderung von lesef ernen Kindern geeignet sind\, werden dabei in den Blick genommen. Biblioth eken als Bildungsinstitutionen können mit der Förderung von Lesekompeten z die Basis des lebenslangen Lernens mitbilden. Um die Teilhabe für alle zu sichern\, braucht es eine umfassende Förderung von Bildungsprozessen a ller Menschen: ein gemeinsames Umdenken in der Leseförderung.\nKurzbiogra fie\nNaemi Sander ist als Literaturwissenschafterin und Pädagogin in der Stadtbibliothek Dornbirn für den Bereich Kinder\, Jugend\, Familie zustä ndig. Neben der ökologischen Nachhaltigkeit setzt sie sich in der Program mplanung für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in der Leseförd erung ein.\nStiftung Deutschland 2021\; Racherbäumer\, Kathrin: Keine Bes serung in Sicht. In: Arbeitskreis Jugendliteratur: Abgehängt?! Bildungs- und Teilhabe-Chancen auf dem Prüfstand. JuLit 03/ 2022\, S. 3f.\n5 Vgl. Keller-Loibl\, Kerstin\; Brandt\, Susanne: Leseförderung in Öffentlichen Bibliotheken. Berlin/ München/ Boston: Walter de Gruyter 2015\, S. 3.\n6 Vgl. Brosche\, Heidemarie: Spezielle Leseförderung für lesefern aufwachsende Kinder. In: eselsohr - Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien. Mai 2020\, S. 18-19.\n\n DTEND;TZID="W. Europe Standard Time":20230503T180000 DTSTAMP:20230210T081856Z DTSTART;TZID="W. Europe Standard Time":20230503T173000 LAST-MODIFIED:20230210T081856Z LOCATION:Saal Innsbruck PRIORITY:5 SEQUENCE:0 SUMMARY;LANGUAGE=de:Weshalb Leseförderung für alle ein Umdenken braucht TRANSP:OPAQUE UID:040000008200E00074C5B7101A82E00800000000509654B3303DD901000000000000000 010000000ADF1B51048D43F438D83F08DC1D5267C X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:\n

Weshalb Lesefö\;rderung fü \;r alle ein Umdenken braucht

Namei Sander

Um Lesefö\;rderung neu denken\, innova tiv umsetzen und dabei alle einschließ\;en zu kö\;nnen\, bedarf e s eines Perspektivenwechsels. Kritisch betrachtet (re)produzieren Bibliotheken mit „\;bewä\;hrten“\; Konzept en Bildungsungleichheiten und erreichen lediglich bereits gut gefö\;rd erte Kinder. Alle anderen Altersgruppen und Familien mit geringerem kultur ellem und sozialem Kapital geraten leicht aus dem Blickfeld. Damit Lesef&o uml\;rderung fü\;r alle gelingen kann\, muss sie lebendig und kraftvol l sein\, \;braucht es Mut\, Durchsetzungswille und Umsetzungsstä\; rke.

„\;Sprache ist das Medium\, in dem Menschen ihre Welt \, ihre Kultur und sich selbst erschaffen.“\;1 \;Sprache\, Lesen und damit einhergehende Lesekompetenz ist zentral fü\;r eine funktioni erende moderne demokratische Gesellschaft und bildet die Grundlage daf&uum l\;r\, dass sich Menschen in ihrer Umwelt orientieren kö\;nnen\, dass sie an relevanten Prozessen teilhaben\, sich als mü\;ndige Bü\;rger:innen wahrnehmen und sich sowohl persö\;nl ich als auch beruflich entfalten kö\;nnen. Fragen von kultureller Teil habe\, Bildungs- und Chancengerechtigkeit sind damit verknü\;pft. Auch in Lä\;ndern mit gut entwickelten Bildungssystemen wie Ö\;sterrei ch ist es jedoch fü\;r viele nicht selbstverstä\;ndlich\, lesen zu kö\;nnen: Dies belegen zahlreiche empirische Untersuchungen\, etwa di e PISA-Erhebungen der letzten Jahre. So lä\;uft der Anteil derer\, die wegen ihrer schlechten Lesefä\;higkeiten kaum eine Chance auf einen h ö\;heren Bildungsabschluss und auf Teilhabe am gesamtgesellschaftliche n Leben haben\, auf ü\;ber 20% hinaus.2 \;Mit dem Anstieg dieser Z ahlen in den letzten Jahren wird das Ausmaß\; und die bildungspolitis che Brisanz einmal mehr deutlich\, da es sich nicht um ein aussterbendes\, sondern kontinuierlich nachwachsendes Problem handelt.3 \;Hoffnung au f gleiche Bildungschancen erscheinen im Hintergrund der sozialen Selektivi tä\;t nahezu als Utopie. Auswirkungen zeigen sich nicht nur in der ana logen Lesekompetenz\, ä\;hnliche Befunde machen sich in der digitalen Bildung sichtbar: Kinder aus bildungsnahen Familien erwerben deutlich h&ou ml\;here Kompetenzen als aus sozioö\;konomisch schwä\;cher gestell ten Familien.4

1 Assmann\, Aleida: Einfü\;hrung in die Kult urwissenschaft. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2008.

2 Vgl. OECD: PISA 21st-Century Readers. Developing Literacy Skills in a Digital World. Paris: OECD Publishin g 2021.

3 Vgl. Ehmig\, Simone C.\; He ymann\, Lukas: Die Zukunft des Lesens. In: Grond-Rigler \, Christine\; Straub\, Wolfgang (Hrsg.): Literatur und Digitalisie rung. Berlin/ Boston: De Gruyter 2013\, S. 251\; Vgl. Klieme\, Eckhard\; u.a.: PISA 2009. Bilanz nach einem Jahrzehnt. Mü\;nster u.a.: Waxmann 2010.

4 Vgl. Sä\;lzer\, Christine: Lesen im 21. Jahrhund ert. Lesekompetenzen in einer digitalen Welt. Deutschlandspezifische Ergeb nisse des PISA-Berichts „\;21st-century readers“\;. OECD. Dü\;sseldorf: Vodafone

Um den erkennbar en Defiziten entgegenzuwirken\, muss die Vermittlung guter Sprach- und Les ekompetenzen umfassender gedacht und gestaltet werden: Sie muss frü\;h er als die Schule ansetzen und die Entwicklungen aller Kinder und Jugendli chen begleiten. Dies schließ\;t Angebote begleitend und ergä\;nze nd zu den Bildungsinstitutionen ein. Zudem mü\;ssen prä\;ventive M aß\;nahmen auch kurative Ansä\;tze einschließ\;en\, die lese fernen und -schwachen Erwachsenen einen niederschwelligen Zugang zum Lesen und Schreiben ermö\;glichen. An dieser Stelle machen sich die Chancen der non-formalen Lesefö\;rderung in (ö\;ffentlichen) Bibliotheken deutlich.5 \;Wenn Lesefö\;rderung gesamtgesellschaftlich gedacht wird und wir als Bibliotheken diese Aufgabe ernsthaft annehmen wollen\, be nö\;tigt es neben mehr Sichtbarkeit auch Kooperationsbereitschaft und Vernetzung. Wir mü\;ssen den Blick auf die Welt derer ausrichten\, die bildungs- und damit lesefern aufwachsen.6< /o:p>

Im Vortrag sollen neben der theoretischen Einbettung Methoden\, Akti vitä\;ten und Veranstaltungsformate vorgestellt werden\, die es erm&ou ml\;glichen\, diese Ziele nachhaltig zu erreichen. Zusammenarbeit mit Bild ungseinrichtungen\, niederschwellige Zugangsmö\;glichkeiten und Format e\, die allen Kindern Lesefreude\, -motivation und -kompetenz vermitteln u nd speziell fü\;r die Fö\;rderung von lesefernen Kindern geeignet sind\, werden dabei in den Blick genommen. Bibliotheken als Bildungsinstit utionen kö\;nnen mit der Fö\;rderung von Lesekompetenz die Basis d es lebenslangen Lernens mitbilden. Um die Teilhabe fü\;r alle zu siche rn\, braucht es eine umfassende Fö\;rderung von Bildungsprozessen alle r Menschen: ein gemeinsames Umdenken in der Lesefö\;rderung.

Kurzbiografie

Naemi Sander ist als Literaturwissenschafterin und P&a uml\;dagogin in der Stadtbibliothek Dornbirn fü\;r den Bereich \;< i>Kinder\, Jugend\, Familie \;zustä\;ndig. Neben der ö\;ko logischen Nachhaltigkeit setzt sie sich in der Programmplanung fü\;r B ildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in der Lesefö\;rderung ein.

Stiftung Deutschland 2021\; Racherbä\;u mer\, Kathrin: Keine Besserung in Sicht. In: Arbeitskreis Jugendlit eratur: Abgehä\;ngt?! Bildungs- und Teilhabe-Chancen auf dem Prü\; fstand. JuLit 03/ 2022\, S. 3f.

5 &nb sp\;Vgl. Keller-Loibl\, Kerstin\; Brandt\, Susanne: Lesefö\;rderung in Ö\;ffentlichen Bibliotheken. Berlin/ Mü\;nchen/ Boston: Walter de Gruyter 2015\, S. 3.

6 \;  \ ;Vgl.  \;Brosche\,  \;Heidemarie:  \;Spezielle  \;Lesef&ou ml\;rderung  \;fü\;r  \;lesefern &nb sp\;aufwachsende  \;Kinder.  \;In:  \;esels ohr  \;- Fachzeitschrift fü\;r Kinder- und Jugendmedien. Ma i 2020\, S. 18-19.

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