Erfahrungsbericht

Brock University, Ontario, Kanada

Winter Term (Januar bis April 2016), von Gloria Hagen

Die Planung

Ich habe mich ein Jahr vor Beginn meines Auslandssemester im Büro für Internationales angefangen zu informieren. Da ich nicht in einem Erasmusprogramm teilnehmen, sondern gerne außerhalb von Europa studieren wollte, wendete ich mich auch an das Zentrum für Kanadastudien in Innsbruck. Die Brock Universität war zu diesem Zeitpunkt neu ins Programm aufgenommen worden und ich war somit die erste Studentin die an der Brock studieren durfte. Zudem musste ich einen Englischnachweis vorlegen, dafür absolvierte ich den Toefl Test in München. Brock verlangt eine Mindestpunktzahl von 80 von 120 Punkten.

Universität/Kurse

Die Brock Universität ist noch eine relativ junge Universität, die aber viel zu bieten hat. Sie liegt eineinhalb Stunden von Toronto entfernt in der Stadt namens St Catharines, welche circa 130 000 Einwohner hat. Die Niagara Falls sind auch nicht weit entfernt, diese erreicht man schon in 20 Minuten mit dem Auto. Die Brock ist eine sogenannte Campusuniversität, das heißt es befindet sich alles an einem Ort und zu Beginn kann es schon vorkommen das man sich auf dem großen Gelände, auf dem Weg zu der ersten Vorlesung oder Seminar, verläuft, aber nach den ersten Wochen findet man sich leicht zurecht.

Nach Erhalt der Zusage für mein Auslandssemester wurden bereits im Sommer die Kurse gewählt. An der Brock muss man mindestens drei Kurse belegen und das Maximum sind fünf Kurse. Ich belegte drei Kurse. Jeder meiner Kurse beinhaltete eine Vorlesung (2h) und ein Seminar (1h).

Generell ist der Lernaufwand an der Brock Universität ganz anders als in Innsbruck. Es gibt während des Semesters kleinere Tests, Projekte, Präsentationen, mündliche Mitarbeit und Papers die alle bewertete werden. Auch wenn es sich nach viel Aufwand anhört, war es sehr machbar. Zudem bleibt man immer am Ball und die final exams am Ende des Semesters sind meistens auch nicht kumulativ

Neben dem Unialltag bietet die Brock ein umfassendes Freizeitangebot. Ich bin immer noch von den tollen Fitnessmöglichkeiten, die zumeist umsonst sind, begeistert. Es gibt ein großes Fitnessstudio in der Uni, sogenannte „Expressfitness“ Kurse werden angeboten, diese dauern 50 Minuten und haben Namen wie z.B, „Call of booty“, „Fullbody fit“ etc., welche auch sehr zum empfehlen sind und Muskelkater danach garantiert ist. Zudem gibt es eine Indoor-Laufbahn, mehrere Sporthallen und einen Pool.

Generell ist die Brock sehr gut ausgestattet. Sie bietet eine große Bibliothek, große EDV-Räume, viele Essensmöglichkeiten und auch ein paar Tim Hortons (Die Liebe der Kanadier und auch meine. Ich kann besonders den Apple fritter empfehlenJ).

Noch ein paar Zeilen zum Internationalen Office der Brock. Vor und während meines Aufenthalts haben sich Koreen und ihr Team sehr viel Mühe gegeben den internationalen Studenten schnell und sehr nett zu helfen. Das Internationale Office plant auch viele Aktivitäten (Ausflug nach Toronto, Niagara Falls etc.), bei denen man sehr viele andere Austauschstudenten kennenlernt und daher schnell Anschluss gewinnt.

Meine Unterkunft

Ich habe off campus gewohnt, da die Wohnheime auf dem Campus relativ teuer sind und man auch oft einen meal plan dazu nehmen muss, dass heißt man hat keine Küche, sondern muss in der Mensa essen. Ich habe meine Unterkunft schon in Deutschland gesucht und hatte wahnsinniges Glück, da ich zwar off-campus gewohnt habe, dennoch aber nur 15 Minuten zu Fuß von der Uni entfernt war. Wenn ihr auch Off-Campus wohnen möchtet, sucht am besten über Facebook in der internationalen Gruppe oder über kijiji.ca eine passende Bleibe.

Reisen durch Kanada

Kanada hat für Reisefans viel zu bieten. Zudem ist die Lage der Brock auch ideal um die Ostküste der USA zu erkunden. Unter dem Semester gibt es eine sogenannte „reading week“, die die internationalen Studenten gerne zum reisen und nicht zum lesen nützenJ. Das heißt man hat nach den mid-terms sozusagen eine Woche frei. Ich habe diese Woche genutzt und bin nach Vancouver geflogen, habe die Stadt und Vancouver Islands erkundet. Es war eine unvergessliche Woche und ich kann jedem nur empfehlen diese Woche zu nutzen und auf Reise zu gehen! Zudem habe ich auch während des Semesters das verlängerte Osterwochenende, für einen Trip nach Chicago, genutzt. Als mein Semester an der Brock beendet war, habe ich dann noch die Ostküste der USA bereist, habe mir Washington, New York und Boston angesehen. Wenn man die Busse in die USA rechtzeitig bucht kann man schon zu einem geringen Preis viele Städte bereisen, hier kann ich megabus.com sehr empfehlen. Zudem spart das Übernachten in Airbnbs auch nochmal viel Geld und man hat meistens eine tolle Unterkunft. Danach bin ich noch mit dem Wohnwagen durch Ontario gereist. Der Algonquin Nationalpark besticht mit seiner wunderschönen und unberührten Landschaft und Montreal und Toronto sind auch sehr sehenswerte Städte. Allgemein kann ich jedem der ein Auslandssemester an der Brock Universität belegt nur wärmstens an Herz legen die Zeit auch zum reisen zu nutzen, um somit besser Land, Leute und die Kultur kennenzulernen.

Fazit

Ich habe fünf spannende, ereignisreiche und tolle Monate in Kanada verbracht und denke jeden Tag gerne an meine kleinen Abendteuer zurück! Außerdem habe ich Menschen aus Australien, England, Schweden und Schottland kennengelernt, die zu Freunden geworden sind. Abschließend kann ich sagen, jeder der die Chance hat an die Brock zu gehen, sollte diese nutzen!