Im Porträt

Die Rubrik „Im Porträt“ stellt eine Reihe von Innsbrucker WissenschaftlerInnen vor, deren besonderes Forschungsinteresse Kanada gilt oder die mit kanadischen KollegInnen und Institutionen eine intensive Zusammenarbeit pflegen. Bisher sind erschienen:

 



Michael Flach

 

 

Michael Flach ist Bauingenieur mit einer Leidenschaft für Holzbau und ökologisches Bauen. Eine Gastprofessur sowie zahlreiche Vorträge und Projekte führten ihn nach Kanada.

 

 

 

Michael Flach studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität in München mit Vertiefung Holzbau. 1978 schloss er dort sein Studium als Diplomingenieur für Bauwesen ab. Er studierte anschließend am Centre des Hautes Études de la Construction in Paris mit dem Schwerpunkt Stahl- und Spannbeton. In Frankreich machte er 1979 seinen Abschluss als Diplomingenieur. 1988 gründete er sein eigenes Ingenieurbüro für Holzbau zusammen mit dem Holzpapst Julius Natterer. Er war auch Mitbegründer von Cantercel, einem Experimentalgelände für Architektur in Südfrankreich, und unterrichtete an den Architekturschulen in Lyon, Grenoble und Montpellier. 2002 kehrte er nach Österreich zurück, um an der Universität Innsbruck einen Lehrstuhl für Holzbau aufzubauen. Seit fünf Jahren unterrichtet er auch an der Universität Korsika.

Seinen Ruf als Holzspezialisten verdiente er mit weitgespannten oder komplexen Holzbauten, von denen 60 mit Holzbaupreisen ausgezeichnet wurden. Sein rundes Baumhaus in Cantercel, das einem Hobbit-Haus ähnelt, wurde viel besucht und mehrfach ausgezeichnet.

Vieles verbindet Michael Flach mit Kanada, unter anderem seine multikulturelle anglo-frankophone Vergangenheit: Mit sechs Jahren lebte er in Atlanta, wo er eingeschult wurde. Seit 1997 ist er regelmäßig in Kanada, hatte an der UBC in Vancouver eine Gastprofessur und hielt zahlreiche Vorträge in Ottawa, Quebec und Toronto. In Whistler hielt er 2002 seinen ersten Keynote Vortrag zur Weltkonferenz für Timber Engineering WCTE. Später war er Tragwerksplaner des Österreichhauses anlässlich der Winterolympiade 2010. Einige der besten Holzbauspezialisten in Kanada gingen durch seine Schule, als sie bei ihm arbeiteten: Caroline Frenette, David Moses, Robert Malczyk und Eric Karsh.

Auch sein Engagement für energieeffizientes Bauen führte ihn nach Kanada, wo das erste Haus nach dem Prinzip des Passivhauses entstanden war, noch bevor es von dem Innsbrucker Universitätsprofessor Wolfgang Feist seinen Namen bekam. Mit dem Österreichhaus in Whistler kam das Passivhaus in Massivholzbauweise wieder zurück nach Kanada, wo es 2010 den Wood Innovation Award erhielt.

Sein jüngstes Werk ist ein sanierter Bauernhof im Gschnitztal in Tirol, ein Multigenerationenhaus mit seinen Kindern und Enkeln, natürlich in Passivhausbauweise und mit seinen bekannten räumlichen Baumstrukturen, weil er in seinem Ruhestand lieber in organischen Formen lebt als in rechteckigen Kisten.  

Website: www.Arbohaus.com

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Eva-Maria Müller

 

Eva-Maria Müller ist Projektmitarbeiterin (Postdoc) am Institut für Amerikastudien. Sie pflegt wissenschaftliche Kontakte im Bereich der Bergwissenschaften mit ForscherInnen der University of Alberta, Edmonton, und setzt sich für die Vernetzung von kanadischen und mitteleuropäischen NachwuchswissenschaflterInnen ein.  

 

 

Eva-Maria Müllers wissenschaftlicher Werdegang ist vom Interesse an einer kulturwissenschaftlichen Forschung, die die nicht-menschliche Welt und ihre Kräfte in den Blick nimmt, geprägt. Diesem Interesse, das während eines AFS-Austauschjahres in Australien, an der Küste des Great Barrier Reefs begann, ging sie zuerst mit einem Englisch- und Biologie-Studium (Lehramt) an der LFU nach und entwickelte nach deren Abschluss (und nach einem Exkurs ins Wissenschaftsmanagement an der Medizinischen Universität Innsbruck) ein Dissertationsprojekt im Bereich der interdisziplinären Bergwissenschaften. Ihre wissenschaftlichen Beziehungen mit Kanada beginnen mit diesem Projekt, das Werke der kanadischen und österreichischen Literatur in Hinblick auf ihre Rolle im Bergtourismus untersucht und über ein Doktoratsstipendium am Canadian Centre for Austrian and Central European Studies (Wirth Institute) an der University of Alberta in Edmonton konzeptionalisiert wurde. Dort arbeitete sie in engem Austausch mit VertreterInnen der ehemaligen Canadian Mountain Studies Initiative, die sich darauf spezialisierten, alpine Lebensräume nicht nur aus natur-, sondern insbesondere auch aus kulturwissenschaftlicher Sicht zu untersuchen.

Eine ähnliche Vorreiterrolle in der interdisziplinären kulturwissenschaftlichen Forschung hat das DFG-geförderte Graduate Centre for the Study of Culture an der Universität Gießen, Deutschland, wo Eva-Maria Müller ihr Dissertationsprojekt „Rewriting Alpine Orientalism: Lessons from the Canadian Rockies and Austrian Alps“ weiterentwickelte und bald auch als Doktorandin in das Mellon-finanzierte IGHERT-Konsortium an der University of California Santa Cruz, der University Wisconsin-Milwaukee und der Australian National University aufgenommen wurde. Der besondere Kontakt zu Kanada wurde über zahlreiche Forschungsaufenthalte in Archiven und Forschungsinstitutionen im kanadischen Westen und den regelmäßigen Austausch mit dem ZKS in Innsbruck, sowie dem Schwesterzentrum in Marburg, gepflegt. Neben etlichen Förderungen und Preisen wurde ihre Forschung auch vom International Council for Canadian Studies für ihren Beitrag im Bereich der Kanadastudien unterstützt.

2019 kehrte Eva-Maria Müller wieder in die heimischen Berge zurück und ist seit 2020 Projektmitarbeiterin (Postdoc) im FWF-Projekt „Delocating Mountains“ von Christian Quendler am Institut für Amerikastudien. Sie interessiert sich besonders für filmische Darstellungen alpiner Räume abseits dominierender Gipfeldiskurse und beschäftigt sich u.a. auch mit kanadischen Mediationen des alpinen Abstiegs aus postkolonialer, feministischer und ökokritischer Sicht. Durch Eva-Maria Müllers Kontaktpflege mit der University of Alberta konnte das Projekt sein wissenschaftliches Netzwerk um namhafte kanadische Bergwissenschaftler erweitern.

Seit 2016 setzt sich Eva-Maria Müller als Vorstandsmitglied des Wirth Alumni Netzwerks für die Vernetzung von kanadischen und mitteleuropäischen NachwuchswissensschaftlerInnen ein. Ziel und Auftrag des Netzwerks, das seit 2018 seinen Sitz am ZKS in Innsbruck hat, ist es, sich als mitteleuropäische Drehscheibe für akademische und wissenschaftliche Aktivitäten zwischen Kanada und Mitteleuropa zu etablieren. Auch in ihrer Lehre, die an der Universität Gießen mit dem Stolzenberg-Preis ausgezeichnet wurde, bietet Eva-Maria Müller immer wieder kanadische Inhalte an und nutzt die besondere Vielfalt und Qualität kanadischer Natur- und Kulturräume für die Vermittlung von postkolonialen Theorien und ökonarratologischen Ansätzen.

Homepage Eva-Maria Müller

Photo credits: Robin Peer

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bernd-pelster

 

 

Univ.-Prof. Dr. Bernd Pelster ist ein unermüdlicher Initiator wissenschaftlicher Kooperationen mit kanadischen KollegInnen und Institutionen. Er unterstützt das ZKS mit seinem ungeheuren Knowhow und seinen vielfältigen Kontakten nach Kanada. 

 

 

 

O.-Univ.-Prof. Dr. Bernd Pelster pflegt seit vielen Jahren wissenschaftliche Kontakte und Kooperationen mit kanadischen KollegInnen und Universitäten. Seit Jänner 1996 ist er Inhaber des Lehrstuhles für Tierphysiologie im Institut für Zoologie der Fakultät für Biologie an der Universität Innsbruck. Er begann seine akademische Karriere an der Westfälischen Wilhelms Universität in Münster mit einem Lehramtsstudium für Biologie und Sportwissenschaft. Er promovierte zum Dr. rer. nat. an der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf im Jahre 1985. Die Habilitation im Fach Physiologie erfolgte im Jahre 1992 an der Ruhr-Universität Bochum. Im Jahre 1995 nahm er den Ruf an die Universität Innsbruck an. Nach der Leitung der Fachgruppe Biologie in der ehemaligen Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck übernahm er von 2004 bis 2008 die Funktion des Dekans der Fakultät für Biologie.

Die Beziehungen von Bernd Pelster zu Kanada sind vielfältig und gehen bereits auf das Jahr 1990 zurück. Als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft verbrachte er 1989-1990 ein Jahr an der University of Massachusetts in Amherst.  In dieser Zeit knüpfte er Kontakte zum Department of Biology der Dalhousie-University in Halifax, Nova Scotia und verbrachte dort einige Wochen um die Hautatmung bei Amphibien zu analysieren.

In den Jahren 1993 und 1995 folgten weitere mehrwöchige Aufenthalte unterstützt vom GKSS Forschungszentrum Geesthacht GMBH im Department of Biology an der Mount Allison University in Sackville, New Brunswick. Hier konnte er mit den kanadischen Kollegen, insbesondere Prof. Dr. W.R. Driedzic,  grundlegende Arbeiten zur Auftriebsregulation und zur Schwimmblasenfunktion bei Fischen durchführen, die auch gemeinsam publiziert wurden.

Weitere wichtige Kontakte konnten zum Department of Biology der University of Ottawa aufgebaut werden um gemeinsame Arbeiten zur Atmungsregulation und zur Ionenregulation von Fischen durchzuführen. Im Rahmen dieser Kooperation konnte eine Masterstudentin mit Unterstützung des Kanadazentrums einige Monate im Labor von Prof. Dr. Steve Perry arbeiten. Dieser Austausch erfolgte auch in die Gegenrichtung, eine Studentin von Prof. Perry hat einige Monate in unserem Labor in Innsbruck gearbeitet, und inzwischen hat diese Kooperation zu mehreren gemeinsamen Publikationen  geführt. Weitere Kontakte bestehen zum Department of Biology in Brandon, Manitoba, und Prof. Dr. P. Rombough hat ein einsemestriges Sabbatical an unserem Institut in Innsbruck verbracht.

In den letzten Jahren konnte eine sehr fruchtbare Kooperation für Prof. Dr. C.M. Wood von der University of British Columbia (UBC) in Vancouver aufgebaut werden. Die gemeinsamen Arbeiten zur Atmungsphysiologie und zur Ionenregulation von Fischen werden am Instituto Nacional de Pesquisas in Manaus, Brasilien, durchgeführt und haben bereits zu einer Serie von gemeinsamen Publikationen geführt. Die vielfältigen Kontakte von Herrn Pelster zu Kanada haben auch dazu geführt, dass er immer wieder als Gutachter für das Natural Sciences and Engineering Research Council (NSERC) tätig ist.

Homepage Bernd Pelster

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tollinger

 


 

 

Assoz. Prof. Dr. Martin Tollinger ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Kanadastudien. 




 

Martin Tollinger ist seit 2012 Associate Professor am Institut für Organische Chemie an der Universität Innsbruck. Er studierte Chemie an der Universität Innsbruck und promovierte im Jahr 1999. Direkt anschließend wechselte er als Erwin-Schrödinger-Stipendiat in das Forschungslabor von Prof. Lewis E. Kay an der University of Toronto, wo er im Bereich der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie tätig war. Zusätzlich war er während seines Kanada-Aufenthalts am SickKids Research Institute in Toronto in der strukturbiologischen Forschung aktiv.

Die Rückkehr nach Österreich erfolgte im Jahr 2004 – jetzt mit Familie – an das Institut für Biomolekulare Strukturchemie der Universität Wien und wurde durch ein Erwin-Schrödinger-Return Fellowship des Österreichischen Wissenschaftsfonds ermöglicht. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Universitätsassistent an den Max F. Perutz Labors in Wien, wo er 2010 in den Fächern Biophysikalische Chemie und Strukturbiologie habilitierte.

In seiner aktuellen Forschung beschäftigt sich Martin Tollinger mit der Entwicklung neuartiger Messmethoden der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie sowie deren Anwendung zur Bestimmung des dreidimensionalen Aufbaus von Biomolekülen mit atomarer Auflösung. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit stellt die Untersuchung von Interaktionen zwischen den fundamentalen Bausteinen des Lebens, Proteinen und Nukleinsäuren (RNA), dar. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier den sogenannten RNA-Chaperonen, also Proteinen, welche die Erkennung zwischen RNA-Molekülen ermöglichen und eine wesentliche Rolle in der genetischen Regulation spielen. In diesem Forschungs­bereich gibt es seit 2020 auch eine Kooperation mit dem Department of Biochemistry der University of Alberta in Edmonton.

Durch seinen mehrjährigen Aufenthalt in Kanada verfügt Martin Tollinger über wertvolle Kontakte im akademischen Bereich, sowohl an der University of Toronto als auch an anderen Hochschulen zwischen Quebec und British Columbia. Diese ermöglichen den Austausch von Doktoranden in gemeinsamen Forschungsprojekten sowie zur gegenseitigen Nutzung der vorhandenen Infrastrukturen im Bereich der biophysikalischen Chemie. Zudem finden regelmäßige Besuche von Wissenschaftlern in beiden Richtungen statt und eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit kanadischen Forschungsinstituten ist absehbar.

Martin Tollinger ist seit 2013 Mitglied des Beirats des Zentrums für Kanadastudien der Universität Innsbruck und fungiert in dieser Funktion als Ansprechpartner für Studenten der Studienrichtungen Pharmazie und Chemie.

Homepage Martin Tollinger

Publikationen Martin Tollinger

 

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Moser
Univ.-Prof. Mag. Dr.
Ursula Moser ist Romanistin und zugleich die Initiatorin, Gründerin und derzeitige Leiterin des Innsbrucker ZKS, des ersten derartigen Zentrums in Österreich (1997).

Seit den späten 1980er Jahren pflegt sie enge wissenschaftliche Kontakte mit zahlreichen kanadischen und insbesondere Quebecer Universitäten. 2012 wurde sie nicht zuletzt dafür mit dem „Ordre des francophones d’Amérique“ ausgezeichnet.

 

Lange vor ihrer Berufung an die LFU im Jahre 2002, wo sie den Lehrstuhl Romanistik-Literaturwissenschaft (Französisch und Spanisch) vertritt und 1976 „sub auspiciis Praesidentis rei publicae“ in Französisch und Englisch promoviert hat, zog es Ursula Moser nach Amerika. Ihr Interesse für Kulturkontakt, Konzepte des Multikulturalismus und der Transkulturation, für Minderheitensituationen und vor allem für deren vielfältiges, auch ästhetisches Echo in den frankophonen Literaturen der Amerikas führte sie bereits 1983 nach Louisiana und bald darauf nach Québec, das über viele Jahre Zentrum ihres Forschungsinteresses bleiben sollte.

Ursula Moser forschte u.a. über die Quebecer Lyrik und den Quebecer Roman, aber auch über die „écriture au féminin“. Als eine der Ersten machte sie den aus Québec stammenden Begriff der Migrationsliteratur in der romanistischen Literaturwissenschaft des alten Kontinents heimisch, während sie sich zugleich intensiv mit der Schriftstellergeneration beschäftigte, die seit den späten 1970er Jahren aus Lateinamerika, aber auch aus Ländern wie Haiti nach Kanada bzw. Québec strömte. 2004 wurde ihr – als erster Nicht-Kanadierin – für ihre Monographie über den aus Haiti stammenden Romancier Dany Laferrière der renommierte „Prix Jean Éthier-Blais de critique littéraire“ überreicht, ein Jahr später wurde dieselbe Studie vom International Council for Canadian Studies in Ottawa als „eines der 30 besten Bücher der letzten 30 Jahre“ ausgezeichnet.

Im Sommer 2002 war Ursula Moser Gastprofessorin an der Université de Montréal (2002), sechs Jahre später dann an der University of Alberta (2008), wo sie sich u.a. der Frankophonie des kanadischen Westens widmete. Über viele Jahre wirkte sie im Editorial Board des zweisprachigen International Journal of Canadian Studies und war von 2008 bis 2011 dessen Associate Editor. Derzeit ist sie Gutachterin für mehrere kanadische Wissenschaftspreise und „peer-reviewed journals“ (Canadian Literature, Globe: Revue internationale d’études québécoises, Études françaises, Voix et images, Alternative francophone, MuseMedusa) und seit 2014 auswärtige Evaluatorin für Quebecer Forschungseinrichtungen im Fonds de recherche du Québec (Société et culture). Der Breite ihres wissenschaftlichen und kulturellen Engagements verdankt sie den „Ordre des francophones d’Amérique“ (2012), ihrem Einsatz für die österreichisch-kanadischen Beziehungen die Medaille „Go for Gold“, die ihr 2010 durch den kanadischen Botschafter verliehen wurde.

Was die Wissenschaftsorganisation betrifft, so hatte sich Ursula Moser bereits in den 1990er Jahren intensiv für die Vernetzung von kanadischen und deutschsprachigen Institutionen eingesetzt, wobei sie stets – wie auch heute als Leiterin des ZKS – zwischen den beiden Landessprachen Englisch und Französisch zu vermitteln suchte. So war sie Vizepräsidentin (1993-1995) und Präsidentin (1995-1997) der Gesellschaft für Kanada-Studien in deutschsprachigen Ländern (GKS) und leitete über 15 Jahre die Liaison-Group des BMWF und des Canadian Centre for Austrian and Central European Studies (Wirth Institute) an der University of Alberta in Edmonton. Seit 2006 ist sie Mitglied des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Österreichisch-Kanadischen Gesellschaft und des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Kanadastudien der Universität Graz. Von 2008 bis 2010 war sie Miglied des Comité consultatif des Institut d’études canadiennes der University of Alberta (2008-2010), seit 2011 schließlich ist sie Chercheur associé des Centre de littérature canadienne, das ebenfalls an der University of Alberta angesiedelt ist.

An der Universität Innsbruck trägt das ZKS Ursula Mosers Handschrift, aber auch das Centre d’étude de la chanson québécoise, eine in Europa einzigartige Sammlung frankophoner Textmusik aus Nordamerika, die am Institut für Romanistik beheimatet ist. Ursula Moser ist Herausgeberin einer kanadaspezifischen Publikationsreihe, canadiana oenipontana, von der bis jetzt 12 Bände erschienen sind, und hat mit dem Zentrum für Kanadastudien über 20 interdisziplinäre Kongresse zu kanadistischen Thema organisiert.

Auch in der Lehre bietet Ursula Moser immer wieder kanadistische Inhalte an und begleitet ihre StudentInnen mit Begeisterung auf Exkursionen nach Québec, Montréal und Ottawa. Sie ist Ansprechpartnerin für die universitären Austauschprogramme mit der Université de Montréal, der CRÉPUQ und der University of Alberta und verbringt, auch heute noch, so viel Zeit wie möglich im Land ihrer Wahl…

Homepage Ursula Moser (Mathis-Moser)

Publikationen Ursula Moser (Mathis-Moser)

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 Gregor Weihs


Univ.-Prof. Mag. Dr. Gregor Weihs ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Kanadastudien.

Seit 2008 an der Universität Innsbruck, brachte er aus seiner vorigen akademischen Heimat Kanada Kollaborationen und Projekte mit, die er weiterhin pflegt.

 

 

Gregor Weihs ist seit 2008 Professor für Photonik am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck und hält auch noch eine Affiliation mit dem Institute for Quantum Computing (IQC) der University of Waterloo (Kanada) aufrecht. Er machte sein Diplom an der Universität Innsbruck 1994, promovierte “sub auspiciis praesidentis“ an der Universität Wien bei Anton Zeilinger im Jahr 2000 und trat dort eine Stelle als Universitätsassistent an. Von 2001 bis 2004 war er Consulting Assistant Professor an der Stanford University in Kalifornien und Research Fellow an der Universität Tokyo. Nach seiner Habilitation für Experimentalphysik an der Universität Wien wurde er 2005 Associate Professor im Department for Physics and Astronomy und am IQC der University of Waterloo in Waterloo, Ontario, Kanada, wo er den Canada Research Chair in Quantum Photonics innehatte. Er ist Fellow im Quantum Information Processing Programm des Canadian Institute for Advanced Research (CIFAR) und erhielt 2010 einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC).

In seiner Forschung beschäftigt sich Gregor Weihs mit der Quantenphysik des Lichts und entwickelt dazu Werkzeuge auf Basis von Halbleitern, z.B. integrierte Quellen für verschränkte Photonenpaare. Diese setzt er dann ein, um Anwendung in der Quantenkommunikation durchzuführen. Zum Beispiel schuf er die erste Freistrahlübertragung von Quantenschlüsseln mit verschränkten Photonenpaaren, die mehrere Gebäude in Waterloo miteinander verband.

Sowohl privat als auch wissenschaftlich hat Gregor Weihs enge Verbindungen mit Kanada. Mit seiner inzwischen sechsköpfigen Familie lebte er vier Jahre in Kanada und hat auch Verwandte dort. Waterloo, Ontario, ist wohl am bekanntesten dafür, dass es die Heimat des Blackberry ist. Der Gründer und bis vor kurzem Vorstand von Blackberry, Mike Lazaridis, war es, der mit überaus großzügigen Spenden die Physik in Waterloo zur Weltgeltung brachte, indem er das Perimeter Institute for Theoretical Physics und das IQC gründete. Über die Verbindung zum IQC findet häufig ein Austausch von Studierenden statt und es existieren viele Kollaborationsprojekte, insbesondere mit den Professoren Laflamme, Jennewein und Resch. Zuletzt forschte ein Doktorand von Waterloo zwei Monate in Innsbruck in der Gruppe von Prof. Weihs.

Für den Studierendenaustausch konnte von 2008-2011 ein EU-finanziertes Trainingsprogramm (TEP) an Land gezogen werden. In dessen Rahmen unterzeichneten die beteiligten Universitäten Calgary, Waterloo, Erlangen, Innsbruck, Paris Sud, École Polytechnique, ENS Lyon und Litauen ein Memorandum of Understanding über den Austausch von Studierenden, welches 2013 mit weiteren Partnern fortgesetzt wurde. Das CIFAR Programm Quantum Information Processing ist ein Forschungsnetzwerk, in welchem sich die besten Forscher in der Quanteninformationsverarbeitung regelmäßig treffen und austauschen. Durch die Mitgliedschaft von Gregor Weihs in diesem Netzwerk wird der Kontakt mit den hervorragenden kanadischen Wissenschaftlern auf diesem Gebiet lebendig gehalten.

Homepage Gregor Weihs

Publikationen Gregor Weihs

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Manfred Husty

 

Univ.-Prof. Dr. Manfred Husty, seit vielen Jahren Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Kanadastudien, ist ein unermüdlicher Initiator wissenschaftlicher Kooperationen mit kanadischen KollegInnen und Institutionen. Er unterstützt das ZKS mit seinem ungeheuren Knowhow und seinen vielfältigen Kontakten nach Kanada.

 

Univ.-Prof. Dr. Manfred Husty, seit vielen Jahren Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Kanadastudien, ist ein unermüdlicher Initiator wissenschaftlicher Kooperationen mit kanadischen KollegInnen und Universitäten. Seit September 2000 Inhaber des Lehrstuhles für Geometrie an der Fakultät für Technische Wissenschaften (ehemals Fakultät für Bauingenieurswissenschaften) der Universität Innsbruck, begann er seine akademische Karriere an der Karl-Franzens-Universität Graz mit einem Lehramtsstudium der Mathematik/Geometrie und der Sportwissenschaft. Er promovierte in Graz im Jahre 1983, habilitierte sich 1989 an der Montanuniversität Leoben im Fach Geometrie und nahm im Jahre 2000 den Ruf an die Universität Innsbruck an. Von 2004 bis 2008 übte er die Funktion des Dekans seiner Fakultät aus.

Manfred Hustys Beziehungen zu Kanada sind vielfältig und haben eine lange Geschichte. Als junger Wissenschaftler gelang ihm mit einem Erwin Schrödinger Stipendium des FWF und einem einjährigen Forschungsaufenthalt an einer der besten Universitäten Nordamerikas, der McGill University in Montreal, ein fulminanter Einstieg. Seine Arbeit am Center for Intelligent Machines (CIM) führte zu einer Reihe von gemeinsamen Publikationen mit kanadischen Kollegen, unter anderem mit Professor Paul Zsombor-Murray, mit dem er bis heute einen regen wissenschaftlichen wie auch privaten Kontakt pflegt.1 Ein Jahr später wurde er zum Associate Member des CIM gewählt. Er wurde so nicht nur zum internen Gutachter für Master- und PhD-Arbeiten, sondern betreute ab diesem Zeitpunkt auch selbst Studierende, wie zum Beispiel John Hayes, der vorübergehend an der Montanuniversität Leoben forschte und heute Associate Professor an der Carleton University (Ottawa) ist.2 In den folgenden Jahren intensivierte Manfred Husty seine Kontakte zu kanadischen WissenschaftlerInnen und Universitäten, hielt Vorträge in Edmonton, Quebec, Victoria, Ottawa und mehrmals in Montreal und war 2009 schließlich Gastprofessor an der Université Laval in Quebec, wo die Forschungskooperation mit Professor Clément Gosselin und seinen Studierenden (insbesondere mit M. Tale Masuleh) erneut zu einem sehr reichhaltigen wissenschaftlichen Output führte.3

Obwohl es derzeit nur sehr wenige Abkommen der Universität Innsbruck mit kanadischen Universitäten gibt, funktioniert Manfred Hustys Zusammenarbeit mit kanadischen KollegInnen bis heute ausgezeichnet (fünfmonatiger Forschungsaufenthalt eines Master-Studenten der Carleton University an der Fakultät für Technische Wissenschaften in Innsbruck, Mitorganisation der ICGG, International Conference on Geometry and Graphics, 2012, in Montreal, etc.). Aktuell arbeitet Manfred Husty gemeinsam mit Paul Zsombor-Murray an einer Buchpublikation, die im Springer Verlag erscheinen wird. Er ist Mitglied des Editorial Board der Zeitschrift Transactions of the Canadian Society of Mechanical Engineers und ist außerdem an einem transnationalen FWF-Projekt mit der Université Laval beteiligt. Das Projekt mit dem Titel „Algebraic Methods in Collision Detection and Path Planning“ läuft bis 2014, danach soll die Kooperation mit der Quebecer Universität nicht nur fortgesetzt, sondern sogar noch weiter ausgebaut werden.

Manfred Husty ist langjähriges Mitglied des Beirats des Zentrums für Kanadastudien der Universität Innsbruck und unterstützt das Zentrum seit vielen Jahren sehr engagiert in all seinen kanadistischen Aktivitäten. Seine breit gestreuten Beziehungen zu kanadischen Universitäten und WissenschaftlerInnen kommen dem Zentrum sehr zugute.

Homepage Manfred Husty

Publikationen Manfred Husty

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1 1. F. Bulca, J. Angeles, P. J. Zsombor-Murray, and M. L. Husty. On the workspace of mechanisms. In Proc. 9th World Congress on the Theory of Machines and Mechanisms, vol. 1, pages 75-79, Milano, Italy, 1995.
2. P. Zsombor-Murray, M. L. Husty, and D. Hartmann. Singular Stewart-Gough platforms with spherocylindrical and spheroconical hip joint trajectories. In Proc. 9thWorld Congress on the Theory of Machines and Mechanisms, vol. 3, pages 1886-1890, Milano, Italy, 1995.
3. P. Zsombor-Murray and M. L. Husty. Central line surface symmetries in 4-bar mechanisms. In Proc. 15th Canadian Congress of Applied Mechanics CANCAM, vol.1, pages 246-247, Victoria, Br. Columbia, Canada, 1995.
4. F. Bulca and M. L. Husty. Kinematic mapping of spherical three-legged platforms. In Proc. 15th Canadian Congress of Applied Mechanics CANCAM, vol.2, pages 874-875, Victoria, Br. Columbia, Canada, 1995.

 

2 Gemeinsame Publikationen aus dieser Zeit:
1. P. Zsombor-Murray, M. J. D. Hayes, and M. L. Husty. Extreme distance to a spatial circle. CSME Transactions, 28(2A):221-235, 2004. Special issue: Selected Papers of the 2nd CCToMM Symposium on Mechanisms, Machines, and Mechatronics.
2. M. J. D. Hayes and M. L. Husty. On the kinematic constraint surfaces of general threelegged planar robots. Mechanism and Machine Theory, 38(5):379-394, 2003.
3. M. J. D. Hayes, M. L. Husty, and P. J. Zombor-Murray. Singular configurations of wristpartitioned 6R serial robots: a geometric perspective for users. CSME Transactions, 26, No. 1:41-55, 2002.
4. M. L. Husty and M. J. D. Hayes. Workspace characterization of planar three-legged platforms with holonomic higher pairs. In J. Lenarcic and M. M. Stanisic, editors, Advances in Robot Kinematics, pages 267-276. Kluwer Acad. Pub., 2000. ISBN 0-7923-6426-0.
5. M. L. Husty, M. J. D. Hayes, and H. Loibnegger. The general singularity surface of a planar three-legged platform. In A. Kecskemethy, M. Schneider, and C. Woernle, editors, Advances in Multibody Systems and Mechatronics, pages 203-214. Duisburg, 1999. ISBN 3-9501108-0-1.
6. M. L. Husty, P. J. Zombor-Murray, and P. Gervasi. Geometry in mechanics. In J. Lenarcic and M. L. Husty, editors, Advances in Robot Kinematics, pages 267-276. Kluwer Acad. Pub., 1998. ISBN 0-7923-5169-X.
7. M. J. D. Hayes, M. L. Husty, and P. Zsombor-Murray. Kinematic mapping of planar Stewart-Gough platforms. In Proceedings of CANCAM 1999, pages 319-320, Hamilton, Ontario, Canada, 1999.
8. M. J. D. Hayes, M. L. Husty, and P. Zsombor-Murray. Solving the forward kinematics of a planar 3-legged platform with holonomic higher pairs. In J. Angeles and Zakhariev, editors, NATO-ASI Workshop on Computational Methods in Mechanism Design, pages 525-535, Varna, Bulgaria, 1997.

 

3 1. M.T. Masouleh, C. Gosselin, M.L. Husty, and D. R Walter. Forward kinematic problem of 4-dof parallel mechanisms (3T1R) with identical limb structures acuated by revolute actuators using the linear implictization algorithm. In Proceedings of ASME DETC 2011, 2011.
2. M. T. Masouleh, D. R.Walter, M. L. Husty, and C. Gosselin. Forward kinematic problem of the symmetric 5-dof parallel mechanisms (3T2R) using the linear implictization algorithm. In Proceedings of the 13th World Congress in mechanism and machine science, 2011. http://www.somim.org.mx/conference_proceedings/pdfs/A7/A7_361.pdf.
3. M.T. Masouleh, M. L. Husty, and C. Gosselin. A general methodology for the forward kinematic problem of symmetrical parallel mechanisms and application for 5-PRUR parallel mechanisms (3T2R). In Proceedings of ASME DETC 2010, number 86261, 2010.
4. M.T. Masouleh, M. L. Husty, and C. Gosselin. Forward Kinematic Problem of 5-PRUR Parallel Mechanisms Using Study Parameters. In J. Lenarcic and M. M. Stanisic, editors, Advances in Robot Kinematics, pages 211-221. Springer, 2010.
5. M. L. Husty and C. Gosselin. On the singularity surface of planar 3-RPR parallel mechanisms. Mech. Based Design of Structures and Machines, 36:411-425, 2008.
6. M.T. Masouleh, C. Gosselin, M.L. Husty, and D. R Walter. Forward kinematic problem of 5-RPUR parallel mechanisms (3T2R) with identical limb structures. Mechanism and Machine Theory, 46(7):945 - 959, 2011.

 


 

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