Station 8: Rudolf Greinz' Villa im schönen Aldrans


  

Rudolf Greinz' Villa im schönen Aldrans


© Brenner-Archiv

© Brenner-ArchivRudolf Greinz. © Brenner-Archiv


 
Mit der Erbauung der Villa Rosenegg schuf sich die Innsbrucker Familie Ortlieb um 1850 einen Sommerfrischeort in schönster Lage – die zweite Sommerfrischevilla in Aldrans. Sie wurde im Biedermeier-Stil errichtet. Kennzeichnend für die Epoche des „Biedermeier“ ist – als Folge der gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit - ein Rückzug der Menschen ins Private. Die Einrichtung der Häuser sollte ein Gefühl der Harmonie und Behaglichkeit vermitteln. Die Sommerfrische war eine wichtige Einrichtung der biedermeierlichen Bürgerlichkeit.

Den Namen „Rosenegg“ erhielt die Aldranser Villa zu Ehren des Dichters Hermann von Gilm zu Rosenegg, der sich in der Villa aufgehalten haben soll. 1926 kaufte Rudolf Greinz (1866-1942) den Ansitz.

Der heute beinahe in Vergessenheit geratene Rudolf Greinz zählte im frühen 20. Jahrhundert zu den erfolgreichsten Autoren Tirols. Neben Erzählungen und Romanen verfasste der Heimatschriftsteller auch Theaterstücke und satirische Beiträge. Durch seine Darstellungsweise erreichte er ein großes Lesepublikum und verzeichnete Auflagen in Millionenhöhen. Viele seiner Werke thematisieren die Spannungen zwischen liberalen und konservativen Ideologien, wofür er von seinen österreichischen Kollegen, wie beispielsweise Ludwig von Ficker, kritisiert wurde. Die Villa Rosenegg nutzte Greinz zunächst nur zur Sommerfrische.

Allerdings genoss er auch gerne Aufenthalte in der Villa "Zweisonnen" in Gardone am Gardasee, die vom Verleger-Ehepaar Staackmann für deren Verlags-Autoren zur Verfügung gestellt wurde, im Unterinntal und in Zell am Ziller…
Im Jahr 1934 verlegte die Familie Greinz dann ihren Wohnsitz zur Gänze nach Aldrans.

Seit der Erbauung wurden an der biedermeierlichen Villa nur geringe bauliche Veränderungen vorgenommen. Die Villa befindet sich heute dank einer großzügigen Schenkung der Familie Greinz‘ im Besitz der Universität Innsbruck.

Julia Ofer

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Literatur

Foto Villa Rosenegg, FIBA, Nachl. Rudolf Greinz (noch ohne Sig.)

Rudolf Greinz, Foto des Autors: etwa 1905, FIBA, Nachl. Rudolf Greinz (noch ohne Sig.)

Homepage Rudolf-Greinz-Archiv: Online

Heinrich Bederlunger: Aldrans und Umgebung und Führer im Mittelgebirge. Innsbruck: Koppelstätter 1910. (Zitat S. 3-4)

Iris Kathan: Rudolf Heinrich Greinz. In: Forschungsinstitut Brenner-Archiv (Hg.): Literatur-Land-Karte Tirol/Südtirol. Online.

Christine Riccabona, Anton Unterkircher (Hg.): Lexikon Literatur in Tirol. Stichwort: Rudolf Heinrich Greinz (o. AutorIn, o.J.). Online.
 
Peter Vögele (Hg.): Aldrans. Aldrans: Gemeinde Aldrans 1993. (Zitat S. 14)
 
Beda Weber: Handbuch für Reisende in Tirol in einem Bande. Nach dem größeren Werke: das Land Tirol, vielfach verbessert und berichtigt. Innsbruck: Wagner 1842.



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