Projektbeschreibung

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Ludwig Wittgenstein: Tagebücher


Projektbeschreibung

Dieses Projekt wurde vom FWF von 1996 bis 2002 unterstützt.

Ziel des Projekts war es, in Wittgensteins Tagebüchern, sowohl ihrer literarischen Form als auch den darin vermittelten Inhalten nach, einem eigenständigen, unverwechselbarem Texttyp nachzugehen, in dem sich eine gleichfalls unverwechselbare, persönliche Elemente stark zur Geltung bringende, Denkweise äußert. Dabei sollte der erst in jüngster Zeit in der Forschung systematisch berücksichtigte enge Zusammenhang von Wittgensteins Lebensproblemen mit seiner philosophischen Denkweise sichtbar gemacht werden.

 

TagebuchausschnittDer erste Teil des Projekts – die Edition eines bis vor kurzem unbekannten Tagebuchs, das Wittgenstein in den Jahren 1930-1932 und 1936-1937 geführt hat – ist abgeschlossen und 1997 unter dem Titel "Denkbewegungen" im Haymon-Verlag (Innsbruck) erschienen.

 Methode

In den Denkbewegungen wie auch in den Kriegstagebüchern wurden die Texte nach dem norwegischen Transkriptionssystem MECS-Wit transkribiert – einem System, das es ermöglicht, Wittgensteins Aufzeichnungen originalgetreu, einschließlich seiner zahlreichen Änderungen, Streichungen und Varianten an Formulierungen, darzustellen. In der Buch-Edition werden die Texte in zwei Fassungen präsentiert – einer normalisierten bzw. Lesefassung und einer diplomatischen bzw. wissenschaftlichen Fassung.

In der normalisierten Fassung wird die letzte Variante im fortlaufenden Text wiedergegeben, alle weiteren sind als Fußnoten festgehalten. Schreibfehler Wittgensteins werden weitgehend beibehalten und nur in Fällen von Unverständlichkeit korrigiert, wobei editorische Eingriffe gekennzeichnet sind.

In der diplomatischen Fassung sind alle Fehler wie auch Streichungen beibehalten, die Varianten dort gesetzt, wo Wittgenstein sie setzte.

Kommentar

In einem Einzelstellenkommentar dienen Informationen biographischer, bibliographischer, zeit- und kulturgeschichtlicher Art als Hilfestellung für Textstellen, die dem gehobenen Durchschnittsleser unklar oder unverständlich sein könnten. Zum anderen enthält der Kommentar Hinweise auf weitere, ähnliche Textstellen im Nachlass Wittgensteins, zu denen ein gedanklicher Zusammenhang besteht.