Jonathan Rée

 

Der britische Philosoph und Historiker Jonathan Rée, geboren 1948 in Bradford, studierte Philosophie und Geschichte an der Sussex University und der Universität Oxford. Bis 2002 lehrte er als Professor für Philosophie an der Middlesex University (vormals Middlesex Polytechnic). Seitdem arbeitet er als freiberuflicher Autor, unter anderem über Hannah Arendt, Ludwig Wittgenstein, Bertrand Russell, Jean-Jacques Rousseau, Karl Marx, Søren Kierkegaard und Friedrich Nietzsche.
Die Gruppe Radical Philosophy sowie deren gleichnamige Zeitschrift wurden 1972 von Rée mitbegründet, um die Kluft zwischen den akademischen Disziplinen und die schwindende gesellschaftliche Relevanz der Philosophie zu überwinden. Er schreibt bis heute für dieses zweimonatlich erscheinende „journal of socialist and feminist philosophy“, das sich schon früh mit der neueren französischen Philosophie beschäftigt hat. Ein breites Themenspektrum findet sich in seinen Beiträgen für die Feuilletons von Evening Standard, London Review of Books, Prospect, The Independent, Times Literary Supplement und New Humanist. Einige seiner Artikel erschienen auch in Der Freitag und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Auch in diversen Rundfunkprogrammen wirkt Jonathan Rée mit, für den britischen Fernsehsender Channel 4 moderierte er etwa 1992 die siebenteilige Serie Talking Liberties über moderne Philosophie mit Paul Ricœur, Frank Kermode, Hélène Cixous, Terry Eagleton, Julia Kristeva, Edward Said und Jacques Derrida. Rée war auch Gast in den erfolgreichen BBC-Sendereihen Journeys in Thought und In Our Time.
Mit „I See a Voice“, legte Rée 1999 eine Abhandlung über die menschliche Stimme, eine philosophische Geschichte der Gehörlosen und Taubstummen, deren Kultur und Sprachen und zugleich eine Metaphysik der Sinne vor.
Bei Penguin erscheint demnächst eine History of English Language Philosophy. 

 

Bibliographie (Auswahl): 

  • Wittgenstein, Kierkegaard and the Significance of Silence. In: Christian Kanzian, Sebastian Kletzl, Josef Mitterer, Katharina Neges (Hg.): Realism, Relativism, Constructivism. Proceedings of the 38th International Wittgenstein Symposium in Kirchberg. Publications of the Austrian Ludwig Wittgenstein Society – New Series; 24, Berlin/Boston: De Gruyter 2017, S. 425–433.
  • Mit James O. Urmson: The concise encyclopedia of Western philosophy. London: Routledge, 2005.
  • I see a voice. Deafness, language, and the senses – a philosophical history. London: Harper Collins 1999.
  • Mit Jane Chamberlain: Kierkegaard – a critical reader. Oxford: Blackwell, 1998.
  • Heidegger – history and truth in Being and Time. London: Phoenix, 1998.
  • Philosophical tales – an essay on philosophy and literature. London: Methuen, 1987.
  • Proletarian philosophers – problems in socialist culture in Britain, 1900-1940. New York: Clarendon Press, 1984.
  • Mit Michael Ayers und Adam Westoby: Philosophy & Its Past (Philosophy now), Brighton: Harvester, 1978.
  • Descartes. New York: Pica Press, 1975.


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