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    Newsletter des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck


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    Marie von Ebner-Eschenbach - Josephine von Knorr. Briefwechsel 1851–1908. Kritische und kommentierte Ausgabe.

    Hrsg. v. Ulrike Tanzer, Irene Fußl, Lina Maria Zangerl und Gabriele Radecke.

    2 Bde., Berlin: De Gruyter 2016, 1362 S.

    Die Edition wurde am 19.01.2017 im Forschungsinstitut Brenner-Archiv präsentiert.

     

    Marie von Ebner-Eschenbach - Josephine von Knorr. Briefwechsel 1851–1908. Kritische und kommentierte Ausgabe. Hg. von Ulrike Tanzer, Irene Fußl, Lina Maria Zangerl und Gabriele Radecke. 2 Bde. Berlin: De Gruyter 2016, 1362 Seiten

    Marie von Ebner-Eschenbachs Briefwechsel mit Josephine von Knorr wird in der vorliegenden Edition erstmals ediert. Er gehört zu den wichtigsten Korrespondenzen Ebner-Eschenbachs und schließt eine große biographische Lücke der österreichischen Spätrealistin. Die Briefe Josephine von Knorrs (264 Briefe und Karten) befinden sich zum überwiegenden Teil im Nachlass Marie von Ebner-Eschenbachs im Familienarchiv Dubsky im Mährischen Landesarchiv in Brünn (Brno), die Briefe Ebner-Eschenbachs (515 Briefe und Karten) konnten im Nachlass Josephine von Knorrs im Archiv Schloss Stiebar (Privatbesitz) aufgefunden werden. Der Schreibzeitraum umfasst die Jahre 1851 bis 1908 und dokumentiert die lebenslange Verbindung der beiden Freundinnen, ihre schriftstellerische Existenz und ihr privates und gesellschaftliches Umfeld. Die Bedeutung des Briefwechsels zeigt sich nicht zuletzt darin, dass er ein Jahrzehnt früher einsetzt als die überlieferten Tagebücher Marie von Ebner-Eschenbachs. Damit verfügen wir erstmals über (von der Autorin) nicht nachträglich selbst zensierte Originaldokumente Ebner-Eschenbachs, die ihre Znaimer Jahre als jungverheiratete Ehefrau und angehende Schriftstellerin näher beleuchten und damit neue Einsichten (vor allem in Schreibprozess und Arbeitsweise) ermöglichen. Die Briefe verweisen auf Themen und Quellen, enthalten teilweise Handlungsskizzen und zeigen eine weitaus größere formale Bandbreite als allgemein angenommen. Neben den biographischen Informationen und neuen Details zu den Produktions- und Rezeptionsbedingungen schreibender Frauen des 19. Jahrhunderts eröffnen sich Einblicke in freundschaftliche und kollegiale Netzwerke, in die Briefkultur und in das gesellschaftlich-kulturelle Leben zwischen Metropole und Provinz in der franzisko-josephinischen Epoche.

    Die Prinzipien der Textkonstitution und Kommentierung werden aus den Briefen entwickelt und orientieren sich an den in der neugermanistischen Briefedition üblichen Standards. Die Anordnung der Briefe erfolgt als Briefwechsel chronologisch. Sämtliche Texte werden nach den Handschriften zeichengetreu wiedergegeben, beschrieben und kommentiert. Ein biographischer und literaturwissenschaftlicher Essay, ein Editionsbericht, Stammbäume der Familien Dubsky und Knorr-Metzburg, ein Personen- und Werkregister, ein geographisches Register sowie ein Literaturverzeichnis schließen den Band ab. Darüber hinaus wird Marie von Ebner-Eschenbachs unter dem Pseudonym Emaéri 1854 in der Wochenschrift Der Salon publizierter Text Carl I. von England und die hervorragenden Charactere seiner Zeit erstmals wieder abgedruckt. 


     

     Marie v. Ebner-Eschenbach. Fotografie (Privatbesitz)© C. Blaas: Baronin Josefine Knorr, 1872. Ölgemälde (Privatbesitz)

     

       

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