Mag. Dr. Barbara Hoiß

Projektmitarbeiterin 2003-2013


Zur Person

seit 2003
2002
2000-2002
1995-2000
1996-2000
1990-1995
1986-1990
1982-1986
1976
Arbeit am Forschungsinstitut Brenner-Archiv
Unterrichtspraktikum in St. Johann in Tirol
Österreich-Lektorin in Liberec
Deutsche Philologie und Geschichte (Lehramt)
Philosophie und Kunstgeschichte (nicht abgeschlossen)
HBLA Ried im Innkreis
Gymnasium Schärding
Volksschule Brunnenthal
in Schärding geboren
  • Meine Eltern Johann Hoiß (Freistadt) und Ottilie Hoiß (geb. Mitterdorfer, Obertilliach)
  • Meine Geschwister Peter Hoiß (Wien) und Magdalena (Brunnenthal)
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Arbeitsbereiche

  • Deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts (Franz Tumler, Erika Mitterer, Max Riccabona, Volksschauspiel in Tirol)
  • Deutsch als Fremdsprache bei Fachsprachen


Publikationen

Diplomarbeit:
Sündenböcke in der Literatur. Am Beispiel "Der Fürst der Welt" von Erika Mitterer und "Medea" von Christa Wolf. Dip. Innsbruck 2000


Dissertation:
Ich erfinde mir noch einmal die Welt. Versuch über Moderne, Heimat und Sprache bei Franz Tumler. Diss. Innsbruck 2006


Aufsätze (Auswahl):
Selbstportrait mit einer Toten. In: Erinnerung, Gedächtnis, Geschichtsbewältigung. Österreichische Literatur der neunziger Jahre. Hrsg.: Bozena Bekas, Joanna Jablkowska, Joanna Michalak, Warschau 2002.

Die Charakterisierung einer Gesellschaft in Erika Mitterers „Der Fürst der Welt“ In: Erika Mitterer. Eine Dichterin - Ein Jahrhundert. Hrsg.: Österreichische Gesellschaft für Literatur und Martin G. Petrowsky, Wien 2002.
Wort(ge)bild. Zu Max Riccabona. In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv 2003 Nr. 22 Innsbruck 2004.
Interview mit Gertrud Fussenegger. In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv 2003 Nr. 22 Innsbruck 2004.
Ein rauer Wind…. Ein Gedicht von Max Riccabona aus dem Polizeigefängnis (1941). Rauch-Zeug und Schreib-Werk. Innsbruck 2005 (= Faksimiles aus dem Brenner-Archiv 4).
Kalendermann und Volksdichter. Sebastian Riegers Wirken als Reimmichl. Eine kritische Betrachtung. In: Schattenkämpfe. Literatur in Osttirol. Hg. v. Johann Holzner und Sandra Unterweger. Innsbruck 2006.
Gemeinsam mit Sandra Unterweger: Über Warbn, Gitschn, Robm und selans Zoig, des sischt no umanonda laft. Mundartdichtung in Osttirol. In: Schattenkämpfe. Literatur in Osttirol. Hg. v. Johann Holzner und Sandra Unterweger. Innsbruck 2006.
„Auf die Berge ihr Zwerge!“ Hans Salcher. In: Schattenkämpfe. Literatur in Osttirol. Hg. v. Johann Holzner und Sandra Unterweger. Innsbruck 2006.
Gemeinsam mit Sandra Unterweger: Ein Lokalaugenschein in Tirol 1900-1950. In: Stefan Neuhaus, Johann Holzner (Hg.): Literatur als Skandal. Fälle - Funktionen - Folgen. Göttingen 2007, S. 314–343.
Alte Größen, neue Vorbilder? Ein Blick auf den Briefwechsel zwischen Hermann Stuppäck und Franz Tumler. In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv, Nr. 26 2007, S. 103–118.
Stifter-Rezeption in Moderne und Postmoderne. Am Beispiel von Franz Tumler und W. G. Sebald. In: Codzienność w literaturze XIX (iXX) wieku. Od Adalberta Stiftera do współczesności. Hg. von Grażyny Borkowskiej und Anety Mazur. Opole 2007, S. 127–143.
Der weite Weg vom Wiener Schnitzel zur Waldfeenheimat. Das Verhältnis von Kino und Literatur am Beispiel der Filmrezeption Franz Tumlers. In: Literatur im Film. Beispiele einer Medienbeziehung. Hg. von Stefan Neuhaus. Würzburg 2008, S. 199–214 (=Film-Medium-Diskurs, Bd. 22).
Vor-satz und Nach-schrift. Franz Tumlers Suche nach den Sätzen und der Wirklichkeit. In: Donau.Verzweigt. Schreiben unter und nach dem Nationalsozialismus. Franz Tumler und Arnolt Bronnen. Linz 2008, S. 49-99 (="Literatur im Stifter-Haus", Bd. 20).
Verzweigung im Fluss. Donautexte aus dreißig Jahren. In: Donau.Verzweigt. Schreiben unter und nach dem Nationalsozialismus. Franz Tumler und Arnolt Bronnen. Linz 2008, S. 119-142(="Literatur im Stifter-Haus", Bd. 20).
Franz Tumler. Ein politischer Autor. In: "Kulturhauptstadt des Führeres" Kunst und Nationalsozialismus in Linz und Oberösterreich. Linz 2008, S. 219-221.
Chiffre: zynische Bestie. In: Zeitmesser. 100 Jahre "Brenner". Hg. vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck. Innsbruck 2010, S. 299-304.




Herausgeberschaft:

Gem. mit Prof. Johann Holzner: Franz Tumler. Beobachter – Parteigänger – Erzähler. Innsbruck, Wien, Bozen: Studienverlag 2010 (=Edition Brenner-Forum, Bd. 6).
Donau.Verzweigt. Schreiben unter und nach dem Nationalsozialismus. Franz Tumler und Arnolt Bronnen. Linz 2008 (="Literatur im Stifter-Haus", Bd. 20).
Gem. mit Julija Schausberger: Briefwechsel von Elazar Benyoëtz: Das gerichtete Wort (2007)
Gem. mit Prof. Johann Holzner: Max Riccabona. Bohemien – Schriftsteller – Zeitzeuge. Innsbruck, Wien, Bozen: Studienverlag 2006 (= Edition Brenner-Forum, Bd.4).

Rezensionen:

Toni Bernhart, Martinisommer
Norbert Florineth (Hg.), Bild Schrift Laas
Otto Licha, Geiger
Selma Mahlknecht, rosa leben
Gertraud Patterer, Rabenrufe
Wolfgang Raffeiner, Aus dem späten Leben
Hans Salcher, Vater
Anna Stecher, Aus der Flügelstadt
Turmbund (Hg.), Stadtlandschaften von Innsbruck bis Irkutsk
Erika Mitterer. Der Fürst der Welt. Roman Wien 2006. In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv, Nr. 26 2007, S. 209–210.


Historisches:

Mitarbeit beim Brunnenthaler Heimatbuch. Schärding 2003
(weitere Informationen unter: www.brunnenthal.at)


Vorträge und Symposion (Auswahl):

Febr. 2011 Präsentation des Bandes Franz Tumler. Beobachter – Parteigänger – Erzähler in Laas (I) gemeinsam mit Johann Holzner und Wilhelm Burger
Okt. 2008 Mitorganisation und Mitmoderation des Symposions "Stationen und Strategien. Über Franz Tumler"
April 2008 "Frau Mundes Todsünden". Ein Sparcling-Science-Antrag in Vorbereitung gemeinsam mit Sandra Unterweger im Rahmen des 1. Graduiertenkollegs der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät
Dez. 2007 Vortrag beim MLA-Congress in Chicago mit dem Titel Der Schritt hinüber. Franz Tumlers Weg vom gefeierten NS-Schriftsteller zu neuen Schreibstrategien
Jän. 2007 Vortrag Neue Impulse der Filmkultur der Nachkriegszeit in Österreich im Rahmen der Ringvorlesung Literatur im Film (WS 2006/07 Institut für Germanistik) gemeinsam mit Christine Riccabona
März 2006 Vortrag bei der Tagung Literatur als Skandal in Innsbruck gemeinsam mit Unterweger Sandra zum Thema "Kunst und Kirche. Ein Tiroler Lokalaugenschein zwischen 1900 und 1950"
Okt. 2005 Vortrag in Opole (Polen) zum Thema Stifterrezeption in Moderne und Postmoderne am Beispiel von Franz Tumler und W.G. Sebald
April 2005 Mitorganisation des Symposions "Max Riccabona", Podiumsdiskussion zu Max Riccabonas Hauptwerk Halbgreyffer
Sept. 2003 Vortrag in Bursa (Türkei) zum Thema Studienpläne bei Fachsprachen am Beispiel des Wirtschaftsdeutschen
Sept. 2001 Vortrag beim Erika-Mitterer-Symposium in Wien auf Einladung der Österreichischen Gesellschaft für Literatur
   

Veranstaltete Lesungen:

2002/2003 Mithilfe beim Arbeitskreis Literatur St. Johann in Tirol
(www.bg-stjohann.tsn.at)
2002 Sabine Gruber, Liberec
2002 Sabine Eschgfäller, Liberec
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Ausstellung

 Donau.Verzweigt. Schreiben unter und nach dem Nationalsozialismus. Franz Tumler und Arnolt Bronnen. im Adalbert-Stifter-Haus Linz vom 27.2.-3.6.2008

Forschungsprojekte

Mitarbeit bei folgenden Projekten:
Franz Tumler
Max Riccabona
Elazar Benyoetz
Frau Mundes Todsünden


Lehrtätigkeit

2008 Lehrerfortbildung in Linz zum Thema Literatur unter und nach dem Eindruck des Nationalsozialismus
SS 2007 Studentische Konferenz zum Thema "Das Bild des Slawen in der deutschen Lit. des 19. u. 20. Jahrhunderts" gemeinsam mit Sabine Eschgfäller (Aktion Ö-CZ)
2006/2007 Teilnahme an der Ringvorlesung Literatur im Film org. von Prof. Stefan Neuhaus
2005 Literaturgeschichte für Erasmus-Studenten aus Schweden (ISI)
2002 – 2003 Unterrichtspraktikum am BG/BORG St. Johann in Tirol
2000 – 2002
Österreich-Lektorin an der TU Liberec (siehe: ÖAAD-Lektorenbericht 2002)
Seminare zu deutschsprachiger Literatur des 20. Jahrhunderts
Vermittlung von DaF-Fachsprachen (Wirtschaftsdeutsch, Textilwesen, Mechatronik, Sportmanagement)
Erstellung von Studienplänen und den dazugehörigen Aufnahme- u. Abschlussprüfungen
Bibliotheksarbeit
Konversationsseminare
Erstellen einer Homepage mit Studenten der Wirtschaftsfakultät in Zusammenarbeit mit der DAAD-Lektorin Ulli Fügl


Auszeichnung

Dr. Maria Schaumayer-Stiftungspreis für meine Dissertation
Was lese ich gerade?
"Das Blatt wird eine gute Wirkung tun."
 
Johann Wolfgang Goethe: Clavigo. Reclam 2007
Die Entrüstung über Clavigos verräterisches Verhalten wandelt sich bei näherem Hinsehen schnell in ein betretenes Schweigen um. Eine tote Marie findet jeder, denkt er über den eigenen Werdegang nach. Der persönliche Nutzen steht dann ohne weiteres über den Gefühlen der Mitmenschen. Clavigos Handeln würde heute als Selbstverwirklichung bezeichnet und von der Gesellschaft goutiert werden. Goethe führt den Fall besonders drastisch vor Augen, weil Clavigo sich zum Ziel setzt „unter dem Volke noch der Schöpfer des guten Geschmacks“ (S. 5) zu werden. Auf der anderen Seite hört er nicht auf sein Herz, bricht seine Versprechen und verlässt Marie, er zerstört damit auch eine Familie. Carlos, der Freund Clavigos, stachelt diesen dazu an, an seine Karriere zu denken. Er überzeugt ihn nicht zuletzt mit dem Argument, Marie sei eines Archivarius des Königs nicht würdig. Clavigo zerstört sein Paradies, indem er auf die Schlange hört und sich und die anderen ins Unglück stürzt. „Hör mich, Carlos! Du siehst hier die Opfer deiner Klugheit –„ (S. 58) Goehte betont mit der zweimaligen sich gleichenden Handlung den Fall Clavigos, er baut damit ein Spannungsfeld auf, das den Fall des Protagonisten noch deutlicher werden lässt. Das Spannungsfeld wird vor allem auch durch die Verquickung von öffentlicher Person, wie Clavigo, und privaten Belangen erzeugt. In einer Seitenblickegesellschaft beschäftigt nicht zuletzt das intime Verhältnis von Clavigo und Marie den Hof. Mit dem Argument, stimmt Carlos Clavigo zum zweiten Mal um: „Und deine hohen Freunde sollten nicht aufgebracht sein, daß du, ohne sie zu fragen, ohne ihren Rat, dich so geradezu hingegeben hast, wie ein unbesonnener Knabe auf dem Markte sein Geld gegen wurmstichige Nüsse wegwirft?“ (S. 39) Formal gibt es von Goethe interessantere Stücke wie den Torquato Tasso oder den Götz von Berlichingen und natürlich den Faust, die Charakteristik der Figuren und die Art, wie sie sich in ihren Sätzen selbst denunzieren, ist bemerkenswert. In dem Sinne: „Das Blatt wird eine gute Wirkung tun.“ (S. 5)
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