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Max-Riccabona-Symposion (27. - 29. April 2005)

Das Forschungsinstitut Brenner-Archiv veranstaltete vom 27. bis zum 29. April 2005 in Feldkirch - in Verbindung mit der Abteilung Wissenschaft und Weiterbildung des Landes Vorarlberg und mit dem Kulturamt der Stadt Feldkirch - ein internationales Symposion über den Schriftsteller und Bohemien Max Riccabona (der 2005 seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte).
Der Feldkircher Autor, dessen Nachlass im Brenner-Archiv aufbewahrt und erschlossen wird,  zählte zur literarischen und künstlerischen Avantgarde der 60er und 70er Jahre in Österreich. Seine Texte aber wurden nur auszugsweise veröffentlicht; allzu sperrig ist seine Handschrift, ist auch sein Hauptwerk, an dem Max Riccabona immer wieder gearbeitet hat: es  trägt den Titel Tragikomödie des x-fachen Dr. von Halbgreyffers oder protokolle einer progressivsten Halbbildungsinfektion.
Es handelt sich dabei um ein 3-teiliges, mehrere Tausend Blätter umfassendes opus, das lyrische, epische und dramatische Elemente vereint.

Max Riccabona wird am 31. März 1915 in Feldkirch geboren. Die Eltern Riccabonas, der Rechtsanwalt Gottfried Riccabona und Anna Perlhefter, zeigen Sinn für Bildende Kunst und Musik, sind aufgeschlossen. Sie verkehren mit Künstlern in Vorarlberg, in der Schweiz und im süddeutschen Raum. Als Jugendlicher macht Max Riccabona in Feldkirch die Bekanntschaft des sich auf der Durchreise befindenden James Joyce.
 
Riccabona geht nach dem Studium der Staatswissenschaften und dem Besuch der Konsularakademie in Wien 1939 nach Paris. Dort bewegt er sich im Kreis der Exilanten um Joseph Roth. 1940 wird er zum Wehrdienst einberufen, im Jahr 1941 wegen monarchistischer Betätigung in Salzburg verhaftet und schließlich ins KZ Dachau eingeliefert. Er erkrankt an Fleckfieber, unter den Folgen leidet er bis ans Lebensende.
 
Nach der Befreiung durch die Alliierten ist er in der Kanzlei seines Vaters und als Obmann der Vorarlberger Widerstandsbewegung tätig. 1979 wird Riccabona das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verliehen. Nach seines Vaters Tod scheidet er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben aus und verbringt sein restliches Leben im Jesuheim Oberlochau.
 
Riccabona beginnt im Polizeigefängnis Salzburg (1941) zu schreiben, die ersten Gedichte veröffentlicht er erst 1961 in der Literaturzeitschrift Eröffnungen. Er wendet sich von traditionellen Schreibformen ab und greift neue Konzepte wie jene der ‚Konkreten Poesie' oder die ‚Fold-in-and-Cut-up-Methode' auf.
 
Seit November 1998 befindet sich der Nachlass Max Riccabonas im Brenner-Archiv an der Universität Innsbruck, wo er im Rahmen eines Projektes -  zuerst unter der Leitung von Walter Methlagl, seit 2002 unter der Leitung von Johann Holzner -  von Petra Nachbaur, Barbara Hoiß und Sandra Unterweger erschlossen wurde.
Finanziert wurde das Projekt, das mit einem Tagungsband über das Max-Riccabona-Symposium 2005 abgeschlossen wurde, von der Abteilung Wissenschaft und Weiterbildung im Amt der Vorarlberger Landesregierung.

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