13.01.2016, Literaturhaus am Inn, Buchpräsentation und Lesung

Hermine Wittgensteins Familienerinnerungen
Ilse Somavilla: Intellektualität, Ethos und Kultur
Lesung: Eleonore Bürcher

Die von Hermine Wittgenstein in der Zeit von 1944 bis 1947 verfasste Chronik gibt nicht nur Einblick in die private Lebensgeschichte von vier Generationen der Familie Wittgenstein, sondern dokumentiert deren mannigfache soziokulturelle Beziehungen mit bekannten Persönlichkeiten, Dichtern, Musikern, bildenden Künstlern und Wissenschaftlern. Die Aufzeichnungen sind auch ein wichtiger Beitrag, um das aus seiner familiären Herkunft im Wien der Jahrhundertwende gewachsene Kulturverständnis Ludwig Wittgensteins zu belegen und seine philosophischen Reflexionen über ethische und ästhetische Fragestellungen besser zu verstehen. Darüber hinaus zeichnet Hermine Wittgenstein ein lebhaftes Bild einer konfliktreichen Zeit, „in der Menschen und Dinge gleichermaßen vom Untergang bedroht erscheinen“ – der Zeit der beiden Weltkriege sowie des Nationalsozialismus.

Ilse Somavilla, geboren in Fulpmes, studierte Anglistik, Psychologie, Pädagogik und Philosophie. Seit 1990 freie Mitarbeiterin am Brenner-Archiv, zählt Somavilla zu den profiliertesten Wittgenstein-ForscherInnen. Sie ist Herausgeberin u. a. folgender Bücher: Ludwig Wittgenstein: Denkbewegungen. Tagebücher 1930–1932, 1937–1937 (1997), Licht und Schatten. Ein nächtliches (Traum-)Erlebnis und ein Brief-Fragment (2004), Wittgenstein – Engelmann. Briefe, Begegnungen, Erinnerungen (2006, alle: Haymon)

Eleonore Bürcher, bis 2014 Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters, Mitwirkende bei Hörspielen und Lesungen. Zahlreiche Ehrungen für ihr künstlerisches Schaffen, u. a. Nestroy Publikumspreis 2011, Tiroler Adler Orden in Gold

Hermine Wittgenstein: Familienerinnerungen. Herausgegeben von Ilse Somavilla. Haymon 2015

Organisation: Literaturhaus am Inn in Kooperation mit dem Brenner-Forum

 
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