Peter ZwetkoffEin Abend für Peter Zwetkoff zum 90. Geburtstag

8. April 2015, ORF Kulturhaus Tirol, Innsbruck
Begleitende Vitrinenausstellung im Forschungsinstitut Brenner-Archiv (8.-30. April 2015)

Peter Zwetkoff wurde am 14. April 1925 in Dobritsch/Bulgarien geboren. 1926 übersiedelte die Familie nach Tirol, wo Peter Zwetkoff in Hall und Tulfes aufwuchs. Schon während seines Gymnasialbesuchs in Hall engagierte er sich als Staatenloser im Widerstand; er wurde erstmals 1940 (dann auch 1943 und 1944) verhaftet und verhört.
Nach Kriegsende studierte Zwetkoff an der Innsbrucker Musikschule Klavier, Harmonielehre und Kontrapunkt. 1948 setzte er sein Studium am Mozarteum Salzburg fort, wo er Klavier bei Wilhelm Keller und später Komposition bei Carl Orff in München studierte. Im Jahr 1952 erfolgte die Heirat mit Renate Komarek. Von 1951 bis 1954 war Zwetkoff Klavierlehrer und Leiter des Orff’schen Schulwerks an der Musikschule in Innsbruck. 1954 nahm er eine Stelle als Komponist und musikdramaturgischer Berater der Hörspielabteilung des SWF an, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1990 innehatte. Er lebte in Baden-Baden und Wien. Zwetkoff ist am 17. Mai 2012 in Baden-Baden gestorben.
 
Peter Zwetkoff schrieb die Musik zu nahezu 400 Hörspielen nach Werken u.a. von Urs Widmer, H. C. Artmann, Tankred Dorst, Günter Eich, Walter Kempowski, Erich Hackl, Elfriede Jelinek, Umberto Eco, Robert Walser, Franz Xaver Kroetz, Walter Schlorhaufer; auch die Musik zu Bühnenstücken sowie zahlreichen Fernseh- und Spielfilmen mit namhaften Regisseuren wie u.a. Nico Hofmann, Peter Patzak und Axel Corti. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. den Karl-Sczuka-Preis (1955, 1961, 1974), den Hörspielpreis der Kriegsblinden (1964, 1978, 1980), den Prix Italia (1980) und das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2011).
Sein Nachlass befindet sich im Forschungsinstitut Brenner-Archiv.

„Die Musik will bewußt machen, Sensibilität erzeugen gegen Lauheit und Gleichgültigkeit. Seine Musik dient dem Wort und der Wahrheit, sie schärft die Wahrnehmung. Sie vermeidet alles, was zu laut ist, und spürt Grenzen auf. Die Virtuosität, die er verlangt, ist die äußerste Genauigkeit der Sprache und der Aussage. Kein Wort, kein Ton zu viel, keine blumigen Metaphern, keine Selbstgefälligkeit des Klangs. Seine Klangvorstellung ist präzis und sensibel, sie provoziert ein ganz elementares Hören, das die Fähigkeit zum Denken fördert. Die Klangerzeugung schließt Geräusche und die ganze Vielfalt der Spielpraktiken ein.“ (Peter Zwetkoff. Eine Dokumentation, 1990)

Anton Unterkircher

 

Fotos: Max Mayr 

 

Vitrinenausstellung im Forschungsinstitut Brenner-Archiv (8.-30. April 2015)
© Literaturhaus am Inn, Fotos: Kristin Jenny 

 

 Programm
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